Marktgemeinde Ottobeuren
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02.01.1926 - Beschlüsse Gemeinderat


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Das Ottobeurer Volkblatt berichtete über mehrere Beschlüsse des Marktgemeinderats vom 28.12.1925, darunter die Erhöhung der Mittel für die „Ortsarmensammlung“, den Beitritt zum „Österreichisch-Deutschen-Volksbund“, eine Eingabe wegen der Postbeförderungszeiten und zum Problem der Zuganschlüsse. (Zum Volksbund siehe eigenes Thema)

Hier der (insb. beim Thema Post sprachlich etwas holprige) Wortlaut (die Themen sind im Zeitungsartikel farblich abgesetzt):

Die Neujahrssammlung für die Ortsarmen beträgt 535,30 Mark. Das Ergebnis wird aus Mitteln der Gemeindekasse auf 920 Mark erhöht. Die Verteilung wird durch den Ortsfürsorgeverband vorgenommen.

Der Beitritt der Gemeinde Ottobeuren als Mitglied des „Österreichisch-Deutschen Volksbundes e.V.“ mit einem Jahresbeitrag von 20 Mark wird genehmigt.

Bürgermeister Fergg berichtet, daß die Gewerbetreibenden und Kaufleute in Verbindung mit dem Marktgemeinderat eine Eingabe an die Oberpostdirektion Augsburg gemacht haben, um bessere Postbeförderung, namentlich für Wertbriefe und Pakete, die nach 5 Uhr abends beim Postamt Ottobeuren aufgegeben werden, 24 Stunden liegen und werden erst am andern Tage abend mit dem 5 Uhr Zug befördert. Ebenso kommt ein Brief von Eggisried (2 ½ km Entfernung), der am Freitag abend 5 Uhr beim Postamt Ottobeuren aufgegeben wird, erst am Montag Vormittag in Eggisried an, braucht also zu 2 ½ km 3 Tage. Die Oberpostdirektion hat eine Verbesserung abgewiesen, sodaß also diese unglaublichen Verhältnisse weiterbestehen.

Eine weitere persönliche Vorstellung beim Verkehrsministerium München um die Anschlüsse von Ulm, Kempten einerseits und Augsburg, München andererseits auf den letzten Zug nach Ottobeuren zu erhalten, war ebenfalls ergebnislos. Bürgermeister Fergg wendet sich scharf gegen die Rücksichtslosigkeit der maßgebenden Post- und Bahnoberbehörden gegenüber den Verkehrsverhältnissen des platten Landes. Von oberen Stellen wird immer die Wichtigkeit des Mittelstandes für den Staat betont, auf der anderen Seite aber auf die gerade für die Existenz des Mittelstandes wichtigen Verkehrsverhältnisse keine Rücksicht genommen, während auf den Luxuszügen der großen Linien jede Neuerung ohne Frage nach der Rentabilität sofort eingeführt wird, damit die internationalen Reisenden und diejenigen, welche sich’s leisten können, unter den günstigsten Anschlußverhältnissen zu ihrem Aufenthalt in das Ausland gelangen.