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1888 (1913/14) - Pater Hermann Koneberg - Himmelwärts fürs Kinderherz


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Koneberg Hermann, Prexel Hieronymus (Hrsg.): Himmelwärts fürs Kinderherz. Kinderlegende für die lieben ganz Kleinen, Regensburg, Verlagsanstalt vorm. G.J. Manz, 10. und 11. Auflage 1914, 376 S., Format 10 x 14,5 cm. Die Erstauflage erfolgte 1888.

Über alle Tage des Jahres, vom 1. Januar bis zum 31. Dezember wurden von Koneberg für Kinder die jeweiligen Heiligen kurz und in kindgerechter Sprache erklärt. Abgebildet sind hier auszugsweise die Heiligen Alexander (Papst und Bischof), Theodor sowie Sebastian (Patron der ursprünglich als Pestkapelle errichteten Friedhofskapelle); der „Ottobeurer Alexander“ kommt in der Beschreibung seiner Mutter vor: Die Seite 196 gibt mit dem Eintrag zur hl. Felicitas (zu sehen mit ihren sieben Söhnen über dem Eldern-Altar in der Basilika) außerdem den einzigen persönlichen Hinweis vom Autor selbst. Pater Hermann Koneberg (1837 - 1891) war Pfarrer der Abteikirche.
Die in Rom lebende Witwe Felcitas bzw. Felizitas wurde von Kaiser Marc Aurel 162 n. Christus zum Tode verurteilt, nachdem es dem Stadtpräfekten Publius nicht gelungen war, sie vom christlichen Glauben abzubringen. Nach Klostergründung erhielt man in Rom einige Gebeine des hl. Märtyrers Alexander und feiert am 10. Juli das Patrozinium. (Wie es mit dem zweiten Kirchenpatron Theodor aussieht, muss noch geklärt werden!) Den 10. Juli erwähnt Koneberg als Tag der Prozession mit dem Alexanderschrank, wobei der ursprüngliche silberne Alexanderschrein aus dem 12. Jh. im August 1634 von den Schweden entdeckt worden war. Seitdem wird der damals gerettete Ursulaschrein von 1578/79 lt. Homepage der Pfarrei manchmal als Alexanderschrein bezeichnet.

Felicitas.
Felicitas war eine Witwe und hatte sieben Söhne. Alle sah sie vor ihren Augen hinschlachten für den Glauben und redete ihnen noch zu. Sie gilt wie die makkabäische Mutter mit Recht für eine „Heldenmutter“.
Man kann sie auch eine glückliche Mutter nennen. Dieses Glück versteht nur derjenige, der Leben und Tod im Lichte des Glaubens beurteilt, erleuchtet vom heiligen Geiste.
Eine weltlich gesinnte Mutter wäre trostlos gewesen, sie hat sich gefreut und ist mit ihren sieben Söhnen geehrt im Himmel und auf Erden für immer.
Einer dieser sieben jungen Helden heißt Alexander. Derselbe war ein Soldat. Er ist der Patron der Stifts- und Pfarrkirche, wo der Schreiber diese Büchleins Pfarrer ist. Es sind einige Reliquien im sogenannten Alexanderschrank aufbewahrt, der für sehr wertvoll gilt und am 10. Juli in Prozession durch diese herrliche Kirche getragen wird.

Das Vorwort (Seiten III und IV) gibt einen Hinweis darauf, dass das vorliegende Buch wohl seine letzte Veröffentlichung war. Tafel I ist die Wiederholung der Titelseite, auf II finden sich unter Ratisbonae (= Regensburg) und dem Datum 14. martii (= März) zunächst die Signatur des „Vic. Gen.“ Dr. Schegelmann, darunter steht „Nihil obstat“ (= keine Einwendung), Augsburg, den 28. März 1913, Dr. Theobald Labhardt, Abt. Letzterer war bis 1918 gleichzeitig auch Abt von Ottobeuren.
Auf den Tafeln V - X ist das alphabetische Register der behandelten Heiligen verzeichnet. Auf den beiden Schluss-Seiten 375 und 76 findet sich ein Schlusswort, das vermutlich Hermann Koneberg verfasst hat.
Gedruckt wurde das Buch auf A3-Bögen, die pro Seite je acht Heilige zeigten. Unten ist eine solche Musterseite abrufbar.

Vorwort.
Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen. Durch die Gnade Gottes sind sie geworden was sie sind; Christi Bild und Christi Kraft bewundern wir in ihnen. In großartiger Weise haben sie Christi Lehre in ihrem Leben verwirklicht.
Zur Verbreitung christlichen Sinnes unter der Jugend und zu ihrer Bestärkung in aller Tugend trete dieses Büchlein von den Heiligen Gottes seinen 10. Rundgang an. Mein verstorbener Ordensmitbruder, der priesterliche Kinderfreund schrieb es in jenen Schmerzenstagen, die seiner Auflösung vorangingen.

Am 25. November 1891 wurde er in seinem Mutterkloster St. Stephan zu Augsburg vom Herrn abberufen, um diejenigen in der Glorie zu schauen, deren Kämpfe hieniden er durch seine Feder mit kindlich gläubigem Sinn verherrlicht hatte. R.I.P.

Augsburg, den 28. März 1913.
P. Hieronymus Prexel O.S.B.

Schlußwort.

Liebe Leser und Leserinnen. Die Heiligen hatten keine andere Natur als wir, wohl aber eine andere Zucht. Wie treu haben sie mitgewirkt, da Gott sie zeugte durch das Wort der Wahrheit, das heißt, sein Evangelium. So wurden sie die Erstlinge seiner neuen Schöpfung. Wir harren entgegen der Ankunft des Tages des Herrn. Da werden durch ihn die Elemente in Feuer zerschmelzen, aber einen neuen Himmel und eine neue Erde erwarten wir, wie verheißen ist, worin die Gerechtigkeit wohnt.
Da wir nun solches erwarten, Geliebteste, so trachtet, daß ihr unbefleckt und

untadelhaft befunden werdet! Wachset in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus. Ihm sei die Ehre, wie jetzt, also in Ewigkeit. Amen. 2. Petrus.