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04.07.2013 - Ottobeuren bei Allgäuer Solarmeisterschaft auf Platz 5 in der Kategorie Kleinstädte


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Ottobeuren erreichte - wie im Vorjahr - auch 2013 Platz 5 bei der Allgäuer Solarmeisterschaft. Der Anteil der erneuerbaren Energieerzeugung nähert sich der Zwei-Drittel-Marke.

Die fünfte von eza! und Bund Naturschutz veranstaltete Meisterschaft fand diesmal im Hohen Schloss in Bad Grönenbach statt. Der eza!-Geschäftsführer Marin Sambale berichtete über das Projekt „Energiezukunft Allgäu“, Jutta Gaukler von „Solarcomplex“, einer nicht-börsennotierten Aktiengesellschaft aus dem Raum Konstanz, stellte sogenannte „Bio-Energiedörfer“ vor, die seit vielen Jahren von Solarcomplex geplant und errichtet werden; Markus Möll, Bürgermeister von Büsingen, zeigte die Wege seiner Gemeinde (die einzige Exklave der BRD) zum solaren Nahwärmenetz und Bioenergiedorf auf, obwohl man dort - umschlossen von Schweizer Staatsgebiet - nur 12 Ct./kWh für den Strom zahlt.

Für den Bund Naturschutz beleuchtete der Kreisvorsitzende und Ottobeurer Umweltreferent Helmut Scharpf die Entwicklung der regenerativen Energien im Unterallgäu und den Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung speziell in Ottobeuren.
Seinen Vortrag begann Scharpf mit einigen Forderungen des Bund Naturschutz. Auf einer zweiten Folie dann das Cover der „BN-Nachrichten“ aus dem Jahr 1998, aus dem der Forderungskatalog stammte. Schon damals hatte der BN einen Energiemanager für den Landkreis gefordert, der jetzt, ab 1. September 2013, seine Arbeit aufnimmt. Manchmal mahlen die Mühlen langsam und dennoch handelt es sich bei der als „Energiewende“ bezeichneten Zeitspanne um eine eher kurze, in der sich große Veränderungen vollzogen haben. Um das Jahr 2000 hatte Scharpf noch eine Kreissolarliga zusammengestellt, später musste er sich wegen der hohen Anlagenzahl auf Ottobeuren beschränken. Und heute (Juli 2013), bei fast 500 PV-Anlagen allein im Markt Ottobeuren, ist er wegen der schieren Zahl auch hier auf die Angaben des Netzbetreibers angewiesen. Die pdf-Datei des Vortrags ist hier abrufbar, ebenso das Programm und die Ergebnisliste.

Im Ottobeuren LIFE erschien im August 2013 folgender Artikel:
Vor genau 20 Jahren machte die Energiewirtschaft die Aussage „Regenerative Energien wie Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als 4% unseres Strombedarfs decken.“ Aus heutiger Sicht eine grobe Fehleinschätzung, doch 1990 betrug der Anteil der regenerativen Energien in Ottobeuren gerade einmal 0,15%, in ganz Bayern gab es noch keine einzige moderne Windkraftanlage (erst ab 1993 mit 40 m Nabenhöhe und einem Jahresertrag von 100.000 kWh in Kienberg, Lkr. Neuburg). Mittlerweile hat sich der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung in unserem Markt auf immerhin 62% erhöht. Zum Vergleich: Die 2012 in Zöschingen in Betrieb genommenen WKA haben 120 m Nabenhöhe und sollen pro Anlage um die 5 Mio kWh/a erzeugen. In Ollarzried laufen seit Dezember 2011 sieben WKA, mit Stand Dezember 2012 im gesamten Ortsgebiet des Marktes außerdem 474 Photovoltaikanlagen mit einer max. Gesamtleistung von 10,2 MW. Gemeinsam mit 2 Biogas- und 2 kleinen Wasserkraftanlagen werden so bereits über 23 Mio kWh Strom erzeugt und - ein nicht unwesentlicher Faktor - es bleiben schon jetzt über 5 Millionen Euro jährlich an Wertschöpfung vor Ort.
Im Zuge der Meisterfeier zur „Allgäuer Solarmeisterschaft“ am 4. Juli in Bad Grönenbach hielt Umweltreferent Helmut Scharpf einen Vortrag über die Energiewende im Unterallgäu. Anfang 1990 baute die Firma Rapunzel in Legau die erste PV-Anlage, am 13.11.1993 kam in Markt Wald eine private Anlage dazu, ab 1996 entstanden dann die ersten Ottobeurer Anlagen. Trotz aller lokaler Erfolge erzeugen wir in Bayern allerdings noch immer täglich ca. 300 kg hochradioaktiven Müll, 2012 wurde 6% mehr klimaschädliche Braunkohle verstromt, als im Jahr zuvor. Damit die Energiewende gelingt, ist vor allem eine Senkung der Verbräuche notwendig. In den Privathaushalten und im Kleingewerbe ist nur eine minimale Senkung feststellbar, während im Bereich der größeren Betriebe seit 2009 konjunkturbedingt ein enormer Mehrverbrauch zu verzeichnen ist. Kombiniert man den Stromverbrauch von 2009 und die regenerative Erzeugung von 2012, läge deren Anteil schon bei knapp drei Vierteln, bei gleichzeitiger Einsparung bei den Haushalten sogar bei über 80%. Die Energiewende wird also erst dann gelingen, wenn wir erstens Strom sparen und zweitens auch die „Baustellen“ Wärmeerzeugung und Mobilität fest mit in unsere Aktivitäten einplanen.

Im Rahmen der Allgäuer Meisterschaft erhielt Ottobeuren eine Urkunde für den 5. Platz in der Kategorie Kleinstädte (5.000 - 19.999 Einwohner), in der Gesamtwertung aller 120 teilnehmenden Kommunen erzielten wir Platz 35, bundesweit kommt Ottobeuren auf Platz 150.

Das erste Vorschaubild zeigt das Gesamtsiegerbild mit Vertreterinnen und Vertretern der jeweils ersten drei Plätze der einzelnen Kategorien. Auf dem zweiten Bild ist Martin Sambale von eza!, Thomas Frey, Regionalreferent des Bund Naturschutz sowie Umweltreferent Helmut Scharpf zu sehen, der die Urkunde für Ottobeuren entgegennahm.