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1911 - kompletter Jahrgang des Ottobeurer Volksblatts


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Am 3. Januar erschien die erste Ausgabe des Ottobeurer Volksblatts des Jahres 1911, die erste von 147.

Das Volksblatt (bis 23.03.1909 Ottobeurer Wochenblatt) erschien 1911 mit jeweils drei Ausgaben: immer dienstags, donnerstags und samstags. Bei jeweils vier bis sechs Seiten pro Ausgabe kamen so 692 Seiten zusammen. Achtung: Die Datei hat ca. 181 MB! Wenn Sie den Reiter anklicken, dann brauchen Sie das Vorschaubild nicht erst abzuwarten, sondern können die Datei unmittelbar über den Download-Button herunterladen. Der vorhergige Download mit Speichern auf Ihrem Computer bietet sich aufgrund der Dateigröße an. Das Vorschaubild zeigt die Coverseite der Ausgabe 4 vom 10. Januar 1911. Wo normalerweise nationale Nachrichten standen, ging es hier um die Finanzstatistik der Distriktsgemeinden Ottobeuren-Memmingen, sprich, des Altlandkreises Memmingen, der in dieser Form bis 1972 bestand.
Interessant auch die Ergebnisse der Volkszählung vom 01.10.1910 in Ausgabe 72 vom 01.07.1911. Ottobeuren hatte demnach 2.399 Einwohner (1905: 2.194), Betzisried 440 (458), Guggenberg 578 (599), Haitzen 404 (351) und Ollarzried 458 (444). Zusammen 4.279 (4.046) Einwohner, also etwa halb so viele wie 2013 (8.023 zum 31.12.2013)!

Über die Festfeier zur Einweihung der Veteranen-Ehrentafel auf dem Friedhof am 16.07.1911 erschienen in Ausgabe 76 vom 13. Juli (pdf-Datei, S. 358) erstmals zwei Annoncen mit der Ankündigung (nochmals in Ausgabe 77 vom 15.07. mit den gleicheni Annoncen), der ausführliche Bericht von Kasimir Raith wurde zur Hauptschlagzeile in Ausgabe 78 vom 18.07.1911. mit zweiseitiger Fortsetzung in Nummer 79 vom 20.07.1911 (s. 369 f. der Datei).

Dieser Jahresband wurde dankenswerterweise von Hans und Heidi Kraft zur Verfügung gestellt. Helmut Scharpf brachte den Band zu einer Fachfirma für Digitalisate nach München (Pixelprint), die einen bitonalen sowie eine Graustufenscan erstellte.

Exemplarisch hier zwei kleine Artikel mit lokalen Nachrichten vom 05.01.1911:

Das vom Rodlverein Ottobeuren nunmehr gewählte Gelände für die Rodlbahn eignet sich vorzüglich als solche. Dieselbe ist auf dem Buschlberge angelegt und ist sehr gut zu erreichen. Sie ist ziemlich lang, hat starkes Gefäll und ist wunderschön gelegen, hat dabei auch interessante Kurven und Abprellungen. Für morgen wünschen wir dem Rodlverein zu seiner Eröffnung recht zahlreichen Besuch. Die Benützung der Bahn ist für Mitglieder frei, Nichtmitglieder zahlen eine geringe Entschädigung. Anleitung zum Erlernen des Rodelns, zur Verhütung von Unglücksfällen u.a.m. können vom Rodlverein Ottobeuren durch eine 50 Pfg.-Broschüre bezogen werden.

Kurioser Zwischenfall am Bahnhof Westerheim:
Als am Neujahrstag unser Lokalzug mittags von Memmingen kommend, in die Station Westerheim einfuhr und eine größere Anzahl Personen ein- und aussteigen wollte, war nirgends ein Stationsbeamter zu erblicken. Tür und Tor waren geschlossen und auch das energische Pfeifen der Lokomotive brachte den Beamten nicht zur Stelle. Es blieb schließlich nichts mehr anderes übrig, als daß der Heizer die Funktion des Stationsbeamten übernahm und die Reisenden ohne Billet einsteigen ließ, während die Papiere etc. dem zufällig am Perron anwesenden Gemeindediener übergeben wurden. Hierauf konnte der Zug wieder weiterdampfen. Für den Beamten dürfte die Sache jedenfalls ein kleines Nachspiel haben.

(Der) Perron wird im Duden als - zumindest noch in der Schweiz verwendeter - Begriff für Bahnsteig erklärt, sonst „veraltet“.