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1890 - Portraitbilder aus dem Atelier Nepomuk Braun


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Die beiden Portraits sind zwar weder beschriftet, noch datiert. Und dennoch sind sie sehenswert: zum einen, weil sie aus dem Atelier von Johann Nepomuk Braun (1836 - 1914) stammen und so zu den ältesten Ottobeurer Aufnahmen gehören, zum anderen, weil sie die Mode zeigen und ein wenig Zeitgeist ausstrahlen.

Das Atelier war von Buchbinder Johann Nepomuk Braun am 17.11.1887 eröffnet worden und wurde ca. 1898 an seinen Sohn Georg übertragen. Diese schmale Spanne von 11 Jahren führt neben dem Alter an sich zu einer gewissen Seltenheit seiner Aufnahmen. Zu sehen sind zwei junge Frauen, die freundlich und selbstbewusst lächeln. Eine der beiden Rückseiten ist mit einer Bestellnummer versehen worden.

In seinem Buch
Foto Braun (Hrsg.) (Reinhard Braun): Ottobeuren in Aufnahmen seiner ersten Photographen. Johann Nepomuk Braun (1836 - 1914). Georg Braun (1869 - 1962), Geiger-Verlag, Horb am Neckar, 2000, 80 S.
beschreibt Reinhard Braun die Arbeit seines Urgroßvaters im Vorwort auf Seite 2 wie folgt:

Dabei ist interessant zu wissen, dass in den Anfängen der Fotografie das Aufnahmematerial selbst hergestellt wurde. Dazu wurde eine gut gereinigte Glasplatte von Hand mit Kollodium (Zellulose in einem Äther-Alkohol-Gemisch) begossen und durch Schwenken gleichmäßig verteilt. Dazu musste der Fotograf schnell sein und die Platte in eine Silbernitratlösung tauchen und danach sofort belichteten, da die Schicht nur in nassem Zustand lichtempfindlich war.
Die damalige Kundschaft musste allerdings stillhalten, da die Belichtungszeit je nach Lichtverhältnissen von einigen Sekunden bis zu einigen Minuten dauerte. Elektrischer Strom kam erst im April 1901 nach Ottobeuren und so war das Atelier bis zu dieser Zeit mit einem Glasdach versehen.