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06.07.1913 - Fahnenweihe des Katholischen Arbeiter-Vereins Ottobeuren


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Die Fahnenweihe war einer der gesellschaftlichen Höhepunkte für das Jahr 1913, die Berichterstattung darüber im Ottobeurer Volksblatt verdrängte die Nachrichten aus dem Reich sogar zweimal auf die hinteren Seiten.

Der Verein hatte sich erst zwei Jahre zuvor - 1911 - gegründet, das Geld war durch Sammlungen zusammengekommen. Gefertigt wurde die Fahne von den Maria Stern-Schwestern in Augsburg. 28 Vereine aus dem gesamten Allgäu sowie darüber hinaus (Augsburg, Landsberg, München, Göggingen) waren mit dem Zug nach Ottobeuren angereist. Nur das Wetter spielte nicht so recht mit. Immerhin konnte der Festumzug „durch die Straßen Ottobeurens" stattfinden - wie das wunderbare Bild aus der Luitpoldstraße im Bereich der Günzbrücke zeigt. Statt des Besuches der Buden auf der Maibaumwiese (seit 1964 der Basilikaparkplatz) gingen viele in die örtlichen Lokale. Trotzdem war zumindest ein Teil der Bierbänke besetzt (s. zweites Bild). Pate der Veranstaltung war der Arbeiterverein Memmingen. Die eigentliche Weihe wurde von Pater Augustin Krimm (Pfarrer in Ottobeuren von 1912 - 1930) im Rahmen einer hl. Messe vorgenommen.

Die beiden Bilder werden hier momentan noch (bis Mitte Juli 2016) in unrestauriertem Zustand gezeigt. Hermine Baron und Engelbert Miller sei herzlich für die Zurverfügungstellung gedankt. Das Ottobeurer Volksblatt (bis 1909 „Ottobeurer Wochenblatt“) wurde aufwändig digital aufbereitet (Helmut Scharpf, 06/2016).

Lassen wir den Zeitungstext nunmehr für sich sprechen. Nicht abgeschrieben wurden die vielen Gedichte, die im Verlaufe der Feierlichkeiten von verschiedenen „Festjungfrauen“ und einem „Fahnenjunker“ (Fräulein Maria Hasel / Fahnenjunker Fauter / Frl, Martha Ripfel / Frl. Marie Haupeltshofer / Frl. Genoveva Reichard / Frl. Paula Kohler / die Mädchen Justina Mayer und Walburga Immerz / Frl. Salome Raubold / Frl. Josepha Maier aus Eldern / Frl. Theresia Albrecht aus Eldern / Frl. Amalie Jehle / ) aufgesagt wurden. Die sechs Zeitungsseiten sind hier in einer Gesamt-pdf mit sechs Seiten (ca. 11 MB) abrufbar.

Text noch in Abschrift!

Begriffserklärung: Das Wort „Exkneipe“ kommt aus der Sprache ständischer Verbindungen. Es bezeichnet vielfach eine Stammkneipe oder - in unserem Fall ähnlich einem Kneipenbesuch bei Semesterabschluss - die letztmalige Gelegenheit zum Aufsuchen einer Gaststätte aus Anlass der Fahnenweihe.
Wikipedia Burschensprachen

Ottobeurer Volksblatt Nr. 78, 01.07.1913, S. 4 (pdf 370):
auch: Ottobeurer Volksblatt Nr. 79, 03.07.1913, S. 4 (pdf 371):
auch: Ottobeurer Volksblatt Nr. 80, 05.07.1913, S. 6 (pdf 380):
Hinweis im Rahmen einer Annonce:
Anläßlich der Fahnenweihe wird aufmerksam gemacht, daß auf dem Festplatz Wurstwaren, Brot und Limonaden nur von Budenbesitzern verkauft werden dürfen.
Das Festkomitee.

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Ottobeurer Volksblatt Nr. 79, 03.07.1913, S. 1 (pdf 371):

Örtliche Nachrichten und aus dem Kreise.
Ottobeuren, 3. Juli 1913.
Der kath. Arbeiterverein Ottobeuren hält kommenden Sonntag den 6. Juli seine Fahnen-Weihe. Um 10 Uhr ist Festgottesdienst. Nach demselben Fahnen-Übergabe mit Festakt auf dem Marktplatz. Nachmittags ½ 3 Uhr bewegt sich der Festzug durch die Straßen des Marktes. Eine große Anzahl von Brudervereinen aus nah und fern hat sein Erscheinen zugesagt; als Patenverein fungiert der kath. Arbeiterverein Memmingen. Das Festkomitee hat alles aufgewendet um die Feier zu einer prächtigen zu gestalten. Nur möge der Himmel an diesem Tage das Fest noch verschönen helfen.

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Ottobeurer Volksblatt Nr. 79, 03.07.1913, S. 4 (pdf 371):
auch: Ottobeurer Volksblatt Nr. 80, 05.07.1913, S. 6 (pdf 380):
Annonce des Festausschusses:
Einladung zur Fahnenweihe des Kathol. Arbeiter-Vereins Ottobeuren.
Der kath. Arbeiterverein Ottobeuren begeht am nächsten Sonntag, den 6. Juli, das Fest seiner Fahnen-Weihe. Hiezu sind alle Vereinsmitglieder, Ehrenmitglieder, Freunde und Gönner des Vereins sowie die verehrliche Einwohnerschaft von Ottobeuren und Umgebung freundlichst eingeladen. Die Ehrenmitglieder, welche am Festzug teilnehmen wollen, werden ersucht sich dem kath. Arbeiterverein anzuschliessen. Die verehrl. Einwohnerschaft wird gebeten, ihre Häuser beflaggen zu wollen.
Der Festausschuß.

In der Ausgabe vom 05.07.1913 außerdem eine Einladungsannonce durch „Die Vorstandschaft“ sowie durch die Marktgemeindeverwaltung, Bürgermeister [Anton] Frey.
Zusätzlich Hinweis auf den Verkauf nur durch Budenbesitzer.
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Hauptartikel:
Ottobeurer Volksblatt Nr. 81, 08.07.1913, S. 1 und 2 (pdf 381/382) sowie
Ottobeurer Volksblatt Nr. 82, 10.07.1913, S. 1 und 2 (pdf 385/386)
Danksagung des Festkomités auf S. 4 (pdf S. 388)