Marktgemeinde Ottobeuren
Marktplatz 16
87724 Ottobeuren
T. +49 (0)8332 9219-50
F. +49 (0)8332 9219-92
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www.ottobeuren-macht-geschichte.de




10.05.1992 - Wahlwerbung von Bürgermeister Peter Heil


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Amtsinhaber Peter Heil stellte sich am 10. Mai 1992 zur Wiederwahl. In einem vierseitigen Faltblatt zählte der SPD-Bürgermeister seine Erfolge auf.
Die Schrift gibt einen schönen Überblick über die Vorhaben der Marktgemeinde Anfang der 1990er Jahre. Bis zum Umbau des Markplatzes (2000) waren noch viele Diskussionen nötig. Straßenbau und Abwasserbeseitigung sind noch heute unliebsame Themen. Vorhaben wie die Erweiterung des Gewerbegebietes oder die Umfahrungsstraße konnten zum Abschluss gebracht werden.

Gegenkandidat 1992 war der gebürtige Ottobeurer Riegg (stammte aus der Schreinerei), der in Kempten in der Verwaltung arbeitete und der für die Freien Wähler antrat.
1986 waren Dr. Lothar Zettler
(CSU) und Günter Pfeiffer (FW) gegen Heil angetreten. Heil und Zettler kamen in die Stichwahl. Nachdem die CSU den Milchpfennig bzw. die Milchquote eingeführt hatte, wählten viele der Landwirte den SPD-Kandidaten.
Die Wahl von 1992 gewann Heil mit einer hauchdünnen Mehrheit von ca. 150 Stimmen. Es wurde auch deshalb so knapp, weil ihm die Wählerstimmen für Ollarzried gerichtlich aberkannt worden waren. Dort war Heil in einer Versammlung aufgetreten und hatte offensichtlich den Eindruck erweckt, es handle sich um eine Veranstaltung des Bürgermeisters. (Auch die Wahlbroschüre trägt das offizielle Ottobeurer Wappen und nicht das SPD-Logo!) Effektiv war es eine Wahlveranstaltung, wobei es zu einer Anzeige durch Franz R. kam, die dann zur Aberkennung der Ollarzrieder Stimmen führte. Eine weitere Unregelmäßigkeit ergab sich durch die Frage, warum Heils Sohn, der in Ottobeuren nur mit Zweitwohnsitz gemeldet war, eine Wahlkarte bekommen hatte.

Die beiden im virtuellen Museum eingestellten Wahlplakate von 1986 überdauerten die Zeit (etwas ramponiert) an einer Wand im alten Bauhof (Memminger Straße) und konnten dort am 12.09.2012 fotografiert werden.

Peter Heil war von 1986 bis zu seinem tragischen Tod durch Herzinfarkt (kurz vor der Rückreise aus dem Urlaub in Sri Lanka) 1997 Bürgermeister von Ottobeuren. Vor ihm war Martin Frehner Amtsinhaber (1974 - 1986), nach ihm Bernd Schäfer. Heil kam aus Diedorf (westlich von Augsburg) und war in Ottobeuren vorab gänzlich unbekannt. Er hatte beim Bund seinen Realschulabschluss nachgemacht und wurde Verwaltungswirt im öffentlichen Dienst, wechselte allerdings schon sehr bald in eine hauptamtliche Stelle als Hauptpersonalrat. Heil ließ sich für einen Kandidatenpool der bayerischen SPD aufstellen, wo ihn Gerhard Handl letztlich entdeckte und 1986 für Ottobeuren akquirierte. Obwohl Heils Familie in Diedorf blieb und er nur ein Zimmer in Ottobeuren hatte, sollte genau dies zu seiner Popularität beitragen, denn er war dadurch viel in den Ottobeurer Gaststätten unterwegs und traf so viele Bürgerinnen und Bürger.

Hier nun der Text der Wahl-Broschüre vom Mai 1992:

Ottobeuren

Ihr alter und neuer Bürgermeister Peter Heil

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die ersten sechs Jahre meiner Amtszeit als Bürgermeister von Ottobeuren sind schnell vergangen. Mit Freude und Genugtuung kann ich gemeinsam mit Ihnen auf eine große Anzahl von Projekten blicken, die in dieser Zeit durchgeführt wurden;  

Städtebauförderung/Straßenbau:  
-Alexanderstraße  
-Lindenstraße  
-Adelgundeweg  
-Luitpoldstraße  
-Ludwigstraße  
-Kaspar-Kuhn-Straße  
-Dr.-Karl-Lenz-Straße  
-Bergstraße  
-Entlastungsstraße  

Wasser- / Abwasserbeseitigungen in folgenden Straßen:  
-Abt-Anselm-Straße  
-Lindenstraße  
-Kanal Regenüberlaufbecken  
-Dieselstraße  
-Ludwig-/Luitpoldstraße  
-Feyerabend-/Kramerstraße  
-Schießstattweg  
-Dr.-Karl-Lenz-/Bergstraße  
-Schwabensiedlung  
-Adelgundeweg  
-Kanal Tankstelle Maier  
-Karl-Riepp-Straße  
-Umlenkung Luitpoldstraße  
-Tennishalle
-Baugebiet Ost  
-Baugebiet Südost  
-Eldern  
-Ollarzried  

Eine kleine Auswahl aus den übrigen Arbeiten:  
-Erschließung Gewerbegebiet  
-Bau der Entlastungsstraße  
-Feuerwehren  
-Kinderspielplätze  
-Jugendhaus  
-Turnhallen  
-Schule Ollarzried  
-Gemeindehäuser  

Eigentlich doch eine ganze Menge gestaltet, oder?

Urteilen Sie selbst!  
Wie Sie sehen, waren die Aufgaben des Bürgermeisters in den letzten sechs Jahren vielseitig und anspruchsvoll. Das wird sich in Zukunft auch nicht ändern.

Zum Beispiel:
Der Soziale Wohnungsbau einschließlich seniorengerechter Wohnungen
oder
Bau eines weiteren Kindergartens, wobei evtl. neue Wege zu beschreiten sind, z.B. die Mietkindergärten  
oder
Sanierung und Erweiterung unseres St. Josef Spitals
oder  
Hort in der Schule
Verpflegung, Hausaufgaben- und Freizeitbeaufsichtigung
oder
das Problem des Marktplatzes
Hier bitte ich den von allen Fraktionen in Auftrag gegebenen Wettbewerb abzuwarten. Das Ergebnis gilt es dann umzusetzen, wobei selbstverständlich die Bevölkerung gehört wird. Die Bedenken und Anregungen fließen in die Entscheidung des Gemeinderates ein.  
dazu  
die weitere Erschließung des Gewerbegebietes und Fortführung der Förderung bei Aussiedlung und Bestandssicherung mittlerer und kleinerer Betriebe. Wobei es erstmals gelungen ist, Ottobeuren in das regionale Wirtschaftsförderungsprogramm aufzunehmen.  
sowie  
die Erweiterung des Kurgebietes.  
Entsprechende Planung läuft bereits. Zu diesem Zweck hat die Marktgemeinde ca. 28.000 m² Grund erworben.  

Bei dieser Fülle von Aufgaben, die in der nächsten Zeit noch auf die Marktgemeinde Ottobeuren zukommen, wird sich meine praktische Erfahrung als Bürgermeister, sowie meine guten Verbindungen zum Landrat, der Regierung von Schwaben, der Staatsregierung von Bayern für das Gemeinwohl der Ottobeurer Bürger positiv auswirken.

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Packen wir's an, auf mich können Sie zählen!

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Zu einem fairen Wahlkampf in einer Demokratie gehört eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Mitbewerber.

Tatsache ist:  
-daß die Gewerbeförderung über Jahre schon praktiziert wird,  
-daß die Städtebausanierung Priorität auch in der Vergangenheit hatte,  
-daß die Vereine Unterstützung in großem Maße genossen haben,  
-daß die Jugendarbeit unterstützt wurde,  
-daß die Stärkung des Kurwesens forciert wurde,  
-daß das Wohnproblem durch den sozialen Wohnungsbau verbessert wird,  
-daß die sozialen Dienste in der Vergangenheit und auch in Zukunft die notwendige Unterstützung erfahren.  
-daß der Kindergarten u. Hort bereits in Vorbereitung sind,  
-daß das Gesamtverkehrskonzept bereits beschlossen und in Auftrag gegeben wurde,  
-daß die Beschlüsse für das Sportbad endlich gefaßt sind, mit der Sanierung am alten Platz.
Und hier zum Schluß noch ein paar Zahlen:
1986 betrug die Verschuldung der Marktgemeinde Ottobeuren 7.586.000,00 DM
bei 7.263 Einwohnern.
1991 betrug die Verschuldung der Marktgemeinde Ottobeuren 6.747.000,00 DM
bei 8.100 Einwohnern.  
Rechnen Sie selbst. Trotz großer Investitionen wurde vernünftig gewirtschaftet.

Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann!

Deshalb am 10. Mai 1992      X    Peter Heil, Ottobeuren  

Letzte Wahlversammlung am 6. Mai 1992 um 20.00 Uhr im Saal Hotel Hirsch mit der Blasmusik Ottobeuren 

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Abschrift, Scans und Foto: Helmut Scharpf, 12/2017. Claudia Fackler sei für die Zurverfügungstellung der Wahlwerbung herzlich gedankt. Das auf Recyclingpapier gedruckte Original ist vermutlich in A4 und wurde dahingehend restauriert. Die vier Einzelseiten des vorliegenden Exemplars haben nur 19 x 29,7 cm; etliche Buchstaben mussten deshalb nachträglich wieder eingefügt werden.