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15.09.1943 - Willi Hölzle stirbt in Russland den „Heldentod“


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Ein Sterbebild gibt Auskunft über das Schicksal des am 01.07.1910 in Langenberg – damals zur Gemeinde Guggenberg gehörig – geborenen Willi Hölzle. Der Obergefreite starb am 15.09.1943 bei Wypolsowo bzw. bei Wjasma [Вя́зьма].

Der Sterbeort Wypolsowo ist über Google nicht auffindbar, eventuell gibt es Probleme bei der Übertragung der kyrillischen Schreibweise (ev. „VЫролcovo“). Verzeichnet ist Wilhelm Hölzle in der Kriegsgräberstätte Duchowschtschina, nördlich von Smolensk.
Im Text des Sterbeandenkens heißt es: Gebetsandenken an unseren auf dem Felde der Ehre gefallenen lieben Gatten, Vater, Sohn und Bruder.

Am 23.10.1943 druckte der „Allgäuer Beobachter“ auf Seite 8 die Todesanzeige ab, auf Seite 5 erschien ein kurzer Nachruf. Zum Todesort heißt es hier „bei Wjasma".
Nach Gottes Willen starb mein lieber Gatte, mein guter Vater, mein teurer Sohn, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, Obergefreiter Willi Hölzle in einem Infanterie-Pionierzug, im Alter von 33 Jahren, am 15. September 43, bei Wjasma (Ostfront) den Heldentod.
Unterrohr, Langenberg, Ottobeuren, Augsburg, im Felde, den 20. Oktober 1943.
In tiefer Trauer: Dora Hölzle, Gattin, mit Töchterchen Rita; Anna Hölzle, Mutter, nebst Schwiegereltern und Geschwister.
Heldengottesdienst: Dienstag, 26. Oktober, vormittags 10 Uhr, in der Pfarrkirche zu Ettenbeuren.

Warum er nicht in der Namensliste des Ottobeurer Kriegerdenkmals genannt ist, wird aus dem kurzen Nachruf deutlich:
Langenberg. Heldentod. An der Ostfront fiel am 15.9.43 der Obergefreite in einem Pionierzug Willi Hölzle, Schreinermeister in Unterrohr bei Ichenhausen (Lkr. Günzburg), ge­bürtig von Langenberg im Alter von 33 Jahren. Der Gefallene ist der jüngste Sohn der Schmiedemeisterswitwe Anna Hölzle und war seit Juli 39 verheiratet. Die Gattin und ein Töchterchen beklagen den Verlust des lieben Gatten und Vaters. Zwei Brüder des Helden sind gleichfalls Waffenträger. Willi Hölzle gab in treuer soldatischer Pflichterfüllung sein Leben für Deutschlands Zukunft.

Laut Eintrag zu Guggenberg (S. 268) im Einwohnerbuch von 1937 müsste der „Schmiedmeister Anton Hölzle“, in Langenberg 2, der Vater von Wilhelm Hölzle gewesen sein.
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Eine Gräbersuche beim „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.“ ergab folgendes Ergebnis:
„Wilhelm Hölzle konnte im Rahmen unserer Umbettungsarbeiten nicht geborgen werden. Die vorgesehene Überführung zum Sammelfriedhof in Duchowschtschina war somit leider nicht möglich. Sein Name wird im Gedenkbuch des Friedhofes verzeichnet.“

Duchowschtschina wurde am 15. Juli 1941 von der deutschen Wehrmacht besetzt, am 19. September 1943 eroberten sowjetische Truppen die Stadt zurück. Während der Kämpfe wurde der Ort stark zerstört.
Der Sammelfriedhof Duchowschtschina ist die letzte große deutsche Kriegsgräberstätte, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland in Russland anlegt.

Nach Abschluss der Projektierung im Jahr 2010 begann der Volksbund umgehend mit dem Bau des Friedhofes. Noch im gleichen Jahr wurden bereits die ersten 7 000 Kriegstoten eingebettet. Eine neu errichtete Zufahrtsstraße führt zu der ca. fünf Hektar großen Anlage, auf der bis zu 70 000 deutsche Kriegstote bestattet werden können.
Ein Großteil der Bauarbeiten wurde bereits vorzeitig abgeschlossen. Der Parkplatz, das Eingangsgebäude und die Wegeflächen sind fertiggestellt. Das Gelände ist eingefriedet und begrünt. Endpunkt der Hauptachse ist der runde Gedenkplatz mit dem Hochkreuz. Die Namen der Toten werden auf Namenstelen aus Granit verzeichnet. Symbolkreuzgruppen verstärken den würdigen Eindruck der Anlage.

Bis Ende 2017 wurden bereits über 56.489 Kriegstote aus dem Raum Smolensk - Brjansk - Kaluga eingebettet. Weitere Einbettungen und die entsprechenden Namenkennzeichnungen werden auch die kommenden Jahre andauern. Bei den Toten handelt es sich vorwiegend um Wehrmachtsangehörige, die in den Jahren 1941 bis 1943 gefallen sind oder in Lazaretten verstorben waren.
Im Sommer 2013 werden die ersten Stelen aus Naturstein mit den rund 16 300 Namen der bisher identifizierten Kriegstoten und unter den Unbekannten ruhenden Toten beschriftet und aufgestellt. Am 3. August 2013 wurde die Kriegsgräberstätte im Rahmen einer Gedenkveranstaltung der Öffentlichkeit übergeben.

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Abgebildet ist hier außerdem ein weiterer Ottobeurer, der nicht auf dem Kriegerdenkmal steht, Manfred Huber (27.08.1920 - 21.01.1944, bei Nikopol). Er war nach Deggendorf gezogen.

Und hier geht es zur OMG-Seite über den ersten Weltkriegstoten, den Ottobeuren 1939 zu beklagen hatte, Martin Haider.

Recherche, Zusammenstellung: Helmut Scharpf, 09/2018

Hinweis: Die Abbildungen erfolgen als zeitgeschichtliche Dokumente! Sie sind zwar gemeinfrei, eine missbräuchliche Nutzung ist dennoch untersagt! Die zeitgeschichtlichen Dokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus werden nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungs- feindlicher Bestrebungen, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder der Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens gezeigt und sind in keiner Weise propagandistisch, insbesondere im Sinne des § 86 86a StGB zu benutzen.