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04.09.1910 - auf Manöver in Ottobeuren


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Die am 4. September 1910 an den Ökonomiesohn Max Reindl verschickte Ansichtskarte zeigt ein Gruppenbild mit (überwiegend) Soldaten, die auf dem Gelände des Brauhauses in Uniformen und teils mit Bierkrügen, einigen Kindern und Jugendlichen posieren, dahinter das Klostergebäude. Insg. sind 47 Personen zu sehen, vier davon mit Pickelhauben. Die Steinbalustrade ist samt seinen darunter liegenden Rundbögen heute noch zu erkennen, auch wenn Schrebergärten und ein Carport den Blick verändert haben. Sogar den schönen schmiedeeisernen Zaun gibt es noch, er ist lediglich in die jetzt dort vorhandenen Buchenhecke eingewachsen.

Auf dem Schiefertafel-Schild im Vordergrund steht: „Einquartierung Brauhaus Ottobeuren 17ten Aug. 1910.“

Der Text der Karte ist unten abgedruckt. Der Empfänger wohnte im Egglhamer Ortsteil (mit drei Höfen) Hausschwendt in Niederbayern. Im Kartentext (Lieber Kamerad“) ist von einem Manöver die Rede.

An
Herrn Reindl Max
Ökono(m)iesohn
in Hausschwen(d)t
Post Egglham frei
Niederbayern

Ottobeuern, den 4. Sptr. 1910

Lieber Kamerad,
Ich muß dir auch einmal
eine Karte vom Brau-
hausquartir schreiben.
Wir haben jetzt daß
Brigadeexerzieren
am 17. Sptr. gehts ins
Manöver. die Leut haben
noch fil stehenden Hafer
wir haben viel Regen
und sehr kalt. Gruß
Joseph Zagler

Ausführliche Berichte zu den Manövern finden sich im Ottobeurer Volksblatt von 1910; siehe dazu die Aufarbeitung zur Militärmusik des 16. Inf.-Regimentes unter Blasius Pöll (Passau).