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06/1928 - Hofmiller: Wanderbilder


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Hofmiller Josef: Wanderbilder und Pilgerfahrten, Karl Rauch Verlag, Leipzig, 1938 (3. Auflage), 194 S.

Die Beschreibungen der Wanderbilder und Pilgerfahrten von Josef Max Maria Hofmiller wurden zunächst in getrennten Publikationen erstmals veröffentlicht: 1928 die Wanderbilder (in vier Aufsätzen) im Verlag Josef Geiselberger (Altötting), 1932 sind die Pilgerfahrten bei Hegner (Leipzig) in Erstauflage erschienen, darunter das Kapitel über Ottobeuren. Wanderbilder und Pilgerfahrten wurden ab 1938 als Themen zusammengenommen und von seiner Witwe, Hulda Hofmiller (1890 - 1981), in unveränderter Anordnung herausgegeben.

Laut Wikipedia wurde Hofmiller am 26. April 1872 in Kranzegg (am Grünten) geboren und starb am 11. Oktober 1933 in Rosenheim. Er war ein deutscher Essayist, Kritiker, Übersetzer und Gymnasiallehrer. Es lohnt sich sehr, seine Texte zu lesen, denn seine Sprache ist zwar sehr ausladend, aber dennoch genau.

Hofmiller war 1914 erstmals in Ottobeuren und hat den Ort bis 1927 fast jedes Jahr besucht. Sehr treffend zititert er auf Seite 164 Winckelmann , dass es nicht genüge „zu empfinden, dass etwas schön sei, man müsse auch erkennen, warum es schön sei.“ Mit großer Detailkenntnis widmet er sich der Raumwirkung der Basilika, weil sie - anders, als das Kloster - so einzigartig sei. Die Ausstattung kommt auch nicht zu kurz, doch ist sie nach Hofmiller nicht so wichtig wie der Raum. Er schreibt dazu wörtlich: „Noch habe ich kein Wort von der berühmten Ausstattung gesagt. Wer zum ersten Male nach Ottobeuren kommt, sieht nur sie. Wer die Schönheit des Raumes erfasst hat, übersieht sie beinahe.“
Der Marktflecken selbst erscheint nur in der Randbemerkung vom „wohlhäbigen Markt“.

Neben dem Kapitel über Ottobeuren ist hier auch das über Memmingen sowie die Gedanken zum Wandern veröffentlicht.

Im „Memminger Volksblatt“ vom 24.04.1933 ist eine Rezension abgedruckt, in der längere Textpassagen zitiert sind. Auch die Zeitung hebt v.a. auf die besondere Sprache Hofmillers ab. Die Angabe vor dreizehn Jahren“ muss man vermutlich auf das Jahr der Veröffentlichung des Textes (1928) beziehen und darf also nicht von 1933 zurückrechnen. Dementsprechend erfahren wir in der Rezension, dass Hofmiller in der Basilika Ottobeuren heiratete. Zur Heirat 1916 und den Kindern findet sich hier viele biographische Details; Zitat:
1916 heiratet der schon 44-Jährige bei der verwitweten Mutter wohnende „ewige Junggeselle" die aus Memmingen kommende Lehrerin und Lyrikerin Hulda Eggart; 1917 und 1918 werden Hermann und Gottfried geboren (deren Soldatentod im Zweiten Weltkrieg mitzuerleben dem Vater erspart geblieben ist), 1919 die Tochter Hildegard. Neben seinen vielen Arbeiten sind die Sorgen des Familienrates um Frau und Kinder und um die Mutter während der schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahre nicht gering.

Hier abrufbar sind die Originalseite der Rezension (einschließlich Wahlergebnisse der Landgemeinden von 1933!) sowie die Abschrift als pdf und in Word.

Inhalt (Seitenzahlen 1938):

Wanderbilder

Vorwort von Josef Hofmiller zur Erstausgabe der „Wanderbilder“ 9
Ingolstadt 11
Seeon, Baumburg, Rabenden 20
Kloster Au und Gars 24
Das Idyll Oberberghausen 32
Altbayerischer Bauernadel 37
Im Chiemgau 43
Württemberg als Reiseland 48
Lob des Pfälzer Weins 52
Das deutsche Wirtshaus 56
Alte deutsche Städte 66
Würzburg 73
Die Schönheit der Tiroler Stadt 83
Die Wachau 88
Reiseziele nach dem Krieg 89

Pilgerfahrten

Burghausen 97
Freising 111
San Gimignano 118
Die Wieskirche bei Steingaden 146
Ottobeuren 159
Memmingen 171
Vom Wandern 182

Nachwort 193

Nach seinem Tod wurden - wie viele seiner Schriften - Hofmillers Werke von seiner Witwe (weiter) veröffentlicht. 1942 erschien das Buch in einer verkürzten vierten Auflage (noch in Leipzig, 136 S.), 1949 die sechste (in Bad Salzig und Boppard) wieder in voller Länge. 1942 waren bei den Wanderbildern einige Kapitel ausgelassen worden, außerdem auch das Vorwort von Josef Hofmiller vom Juni 1928. In der Ausgabe von 1949 wird im Umschlag der Text zwar Max Stefl zugeordnet, nicht jedoch, dass er im Mai 1938 im „Deutschen Volkstum“ erschienen war. Den Kapitelüberschriften sind 1949 (wie schon 1938, nicht aber 1942) - was sehr hilfreich ist - die Entstehungsjahre der einzelnen Kapitel vorangestellt. Die Texte selbst unterscheiden sich nicht von den früheren Auflagen, lediglich das Kapitel „Die Schönheit der Tiroler Stadt“ wurde durch „Südtirol“ ersetzt.
Das Nachwort von Hulda Hofmiller vom 28.08.1938 wurde 1942 weggelassen. In der Fassung der Ausgabe von 1949 fehlt die zeitliche Angabe. Außerdem wurde der Teil eines Absatzes herausgelassen, der sich mit „dem österreichischen Problem“ befasst, wobei es recht merkwürdig erscheint, dass der Großteil der Aussagen („derselbe Schlag und Stamm, das gleiche Haus, die gleiche Sprache, die nämliche Tracht, dieselben Lieder, dieselben Schicksale“) dennoch erneut abgedruckt wurde. Es fehlen 1949 lediglich folgende drei Sätze:

„Wie konnte nur der Mensch scheiden, was Gott so sinnvoll, so unmissdeutbar zusammengefügt hat? Gibt es etwas, das herzlicher verbände als eine Brücke? Wie sinnlos stehen diese Grenzpfähle zwischen Laufen und Oberndorf, zwischen Tittmoning und Radegrund, zwischen Burghausen und Ach auf drei trennenden Brücken!“ Selbst unter dem Datum 28. August 1938 mutet es merkwürdig an, denn der „Anschluss“ Österreichs war ja bereits am 13.03.1938 vollzogen worden.

In der von Hermann Köbele zwischen 1932 und 34 verfassten monatlichen Schrift für Kirchenmusiker „Ottobeurer Turmbläser“ schrieb er am 29.11.1933:
„Von Josef Hofmiller haben Sie zuletzt den Artikel über Ottobeuren gelesen. Hofmiller kannte die gesamte europäische Literatur. Es ist kaum zu verstehen, wie jemand soviel gelesen haben kann, wie er. Was er schrieb - vor allem über Bücher - war bei aller Gründlichkeit witzig und bei aller Kürze echt. Es gibt vielleicht wenig Gebildete mehr, die so wenig Skeptiker waren, wie Hofmiller. Skepsis aber, d.h. Zweifelsucht, gehört heute dergestalt zur Bildung, daß sie bei Manchem bereits den Geist zu ersetzen beginnt. Hofmiller hat viel geglaubt und war viel begeistert. Wenn er noch 10 oder 20 Jahre hätte leben können, hätte man ihn vielleicht zum deutschen Bücherwart gemacht.“