Marktgemeinde Ottobeuren
Marktplatz 16
87724 Ottobeuren
T. +49 (0)8332 9219-50
F. +49 (0)8332 9219-92
info@ottobeuren-macht-geschichte.de
www.ottobeuren-macht-geschichte.de




19.09.1847 - politische Karikaturen


   Download

Pater Luitpold Brunner war Mönch in St. Stephan in Augsburg, dem Kloster, dem die Abtei Ottobeuren zwischen 1834 und 1918 als Subpriorat unterstellt war. Brunner (1823 - 1881), war ein Historiker, der auch politische Karikaturen zeichnete. Für seine Studien über schwäbische Persönlichkeiten wertete er zahlreiche Quellen aus Archiven neu aus.

Die Bedeutung der beiden vorliegenden und von ihm signierten Zeichnungen vom September 1847 ist noch nicht geklärt. Auf dem Wegweiser ist von einem "Scheideweg" die Rede. Im Text der Bildunterschrift heißt es:
"Nachdem die beiden Touristen den Entschluß gefaßt, die Aufzeichnungen ihrer weitern Abentheuer in Ottobeuren ans Licht ergehen zu lassen, kommen sie im Geleite ihres Mentor auf der Höhe des Guggenberges an."

Ob die weiß-blaue Kleidung der mittleren Person einen Aufschluss gibt? Vielleicht auch das Tier (Bär?) rechts.

Die Bären tauchen auch in der Karikatur auf, die St. Stephan zeigt. Sie führen eine „Tiefenbachisch(e) Freicorp(s)“-Flagge mit sich. Der Reiter („Flieg“) auf dem Hahn soll wohl ein Franzose sein. Überschrieben ist die Zeichnung:

Num. Exped. V.
Wie die verantwortliche Redaction ihren Gegnern erwidert.

„Die verantwortliche Redaktion kann nicht umhin, dem Kommandanten des Tiefenbachischen Bataillons, der für seine eigene Person ein heimliches Veto einzulegen beabsichtigt ....“ (Der Text ist unvollständig, endet aber an dieser Stelle.)

Eine Deutung ist schwierig, weil die Karikaturen offensichtlich auf Zeitungsartikel aus dem Jahre 1847 Bezug nehmen - am Vorabend der 48er-Revolution. Weiß-blaue Farben in Kleidung und Wegweiser deuten sicher auf das monarchische Bayern, auch der Bär könnte für Bayern stehen. Der (gallische) Hahn dürfte Frankreich symbolisieren.

Um weitere Hinweise wird gebeten!

Diese Dokumente: © Abtei Ottobeuren - eine nicht-private Verwendung ist vorher von der Abtei genehmigen zu lassen.