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1920 - Buch von Martin Sontheimer: Die Geistlichkeit des Kapitels Ottobeuren. Von dessen Ursprung bis zur Säkularisation, Bd. 5


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Martin Sontheimers letzter Band seiner fünteiligen Reihe heißt im Untertitel „Die Pfarreien und Benefizien des Kreuzherren-Klosters Memmingen“.

Biographische Angaben zu Herrn Sontheimer (1860-1929) sind hier enthalten. Im Cover wird er „Benefiziat in Türkheim und Ehrenkapitular des Kapitels Ottobeuren“ genannt.
Das Buch enthält zu den bisher erschienen Bänden 64 Seiten mit Nachträgen, Ergänzungen und Berichtigungen (S. 497 - 561). Anders als in den beiden vorhergehenden Bänden enthält der vorliegende außerdem wieder ein Vorwort:
Die Kreuzherren, wie die Konventualen des Heiliggeistspitals gewöhnlich genannt wurden, weil ihrem schwarzen Ordensgewande an der Brust ein Doppelkreuz von weisser Leinwand aufgenäht war, wurden gegen Ende des 12. Jahrhunderts zu Montpellier von Guido, der gewöhnlich als Sohn des Grafen Wilhelm VII. von Montpellier angesehen wird, zum Dienste der Armen und Kranken gestiftet. Zur Zeit ihrer Bestätigung durch Papst Innocenz III. am 23. April 1198 hatten sie schon mehrere Häuser. Im Jahre 1204 übertrug ihnen der genannte Papst auch die Krankenpflege in dem Spitale bei der Kirche St. Maria in Sassia zu Rom. Dieses Spital bildete nun den Mittelpunkt für die übrigen Häuser des Ordens, der sich in Süddeutschland in Stephansfeld, Memmingen, Neumarkt, Pforzheim, Rufach und Wimpfen ansiedelte.

Was nun das Heiliggeistspital oder Kreuzherrenkloster in Memmingen betrifft, wissen wir, dass dort schon vor der Stiftung des Heiliggeistordens ein Spital bestand, welches von Laien geleitet wurde, und dass die Leitung dieses Spitals in der Mitte des 13. Jahrhunderts an den Heiliggeistorden, also in klösterliche Hände überging.

Der Obere dieses Klosters führte den Titel Spitalmeister. Im Jahre 1365 trat derselbe die Verwaltung des Spitaleinkommens und die eigentliche Spitalpflege an die Stadt Memmingen ab. Sein Konvent, der wenigstens 6 Mitglieder zählen musste, beschränkte sich fast ausschliesslich auf die geistlichen Verrichtungen. Der Teilungsvertrag erhielt 1367 vom Generalspitalmeister in Rom die Bestätigung. Fortan nannte man den Kreuzherrenkonvent Oberhospital, weil er den obern an die Spiralkirche anstossenden Teil des Spitalgebäudes bewohnte, während der untere Teil des Gebäudes, das eigentliche Spital, Unterhospital hiess. Bei der Trennung behielten die Kreuz-

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herren die Besorgung aller geistlichen Obliegenheiten des Spitals und das aus den geistlichen Verrichtungen fliessende Einkommen. Ebenso verblieben ihnen alle im Spitale gegebenen Opfer und Gottesgaben und die vier dem Spitale einverleibten Kirchen zu Volkratshofen, Holzgünz, Breitenbrunn und Unser Frauen zu Memmingen. Das Unterhospital aber übernahm bei der Trennung die eigentliche Spitalpflege, mit deren Besorgung der Stadtrat zwei jährlich gewählte Pfleger und einen Hofmeister betraute. Nach dieser Trennung erwarb sich das Oberhospital nach und nach noch bedeutenden Grundbesitz und namentlich das Patronatsrecht der Kirchen zu Untererkheim und Westerheim. Seinen Fortbestand nach der Reformation verdankt es wesentlich seinem Konventual Alexander Mair, der als der einzige noch lebende Kreuzherr ohne Wahl Spitalmeister wurde und sofort nach Einführung des Interims neue Konventualen aufnahm. Es erhielt sich als selbständiges Kloster bis zur Säkularisation.

Nach diesen Vorbemerkungen, ohne die manches im Nachfolgenden unklar und unverständlich wäre, werden die Pfarreien und Benefizien dieses Klosters behandelt mit Ausnahme der ausserhalb des Kapitels Ottobeuren gelegenen Pfarrei Breitenbrunn.

Zum Inhalt des fünften Bandes:

Vorbemerkungen (S. 1 - 2)
I. Die Pfarreien.
1. Erkheim (S. 2 - 44)
2. Holzgünz (S. 45 - 93)
3. Memmingen, Pfarrei Unser Frauen  (S. 93 - 193)
4. Volkratshofen (S. 194 - 204)
5. Westerheim (S. 204 - 247)

II. Die Benefizien.
Die Frühmesse in Erkheim (S. 248 - 250)

Beilagen.
1. Die Spitalmeister in Memmingen (S. 251 - 337)
2. Die Gottesdienstordnung in der Frauenkirche zu Memmingen von 1516 (S. 338 - 391)
3. Die gestifteten Gottesdienste in dieser Kirche (S. 392 - 475)
4. Der Bücherkatalog des Kreuzherrenklosters in Memmingen von 1430 (S. 476 - 484)
5. Die ältesten Kapitelsstatuten (S. 485 - 496)

Anhang.
Nachträge, Ergänzungen, Berichtigungen (S. 497 - 561)
Corrigenda (S. 562)
Personen- und Ortsregister (S. 563 - 596)
Inhaltsverzeichnis (S. 597)

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Literaturzitate:
Sontheimer, Martin: Die Geistlichkeit des Kapitels Ottobeuren. Von dessen Ursprung bis zur Säkularisation, Band 1, Verlag der Buchhandlung von Josef Feiner, Memmingen, 29.05.1912, 622 S.
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Sontheimer, Martin: Die Geistlichkeit des Kapitels Ottobeuren. Von dessen Ursprung bis zur Säkularisation. Die Pfarreien und Seelsorgestellen der Klosterherrschaft Ottobeuren, Band 2, Verlag der Buchhandlung von Josef Feiner, Memmingen, 1913, 635 S.
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Sontheimer, Martin: Die Geistlichkeit des Kapitels Ottobeuren. Von dessen Ursprung bis zur Säkularisation. Die Pfarreien und Seelsorgestellen des fürstlichen Stiftes Kempten, Band 3, Verlag der Buchhandlung von Josef Feiner, Memmingen, 1917, 642 S.
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Sontheimer, Martin: Die Geistlichkeit des Kapitels Ottobeuren. Von dessen Ursprung bis zur Säkularisation. Die Pfarreien und Benefizien verschiedener Herrschaften, Band 4, Verlag der Buchhandlung von Josef Feiner, Memmingen, 1919, 563 S.
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Sontheimer, Martin: Die Geistlichkeit des Kapitels Ottobeuren. Von dessen Ursprung bis zur Säkularisation. Die Pfarreien und Benefizien des Kreuzherren-Klosters Memmingen, Band 5, Verlag der Buchhandlung von Josef Feiner, Memmingen, 1920, 597 S.
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Sontheimer, Martin: Die aus dem Kapitel Ottobeuren hervorgegangene Geistlichkeit. Vom Ursprung des Kapitels bis zum Jahre 1900, 2. Auflage, Verlag der Buchhandlung von Josef Feiner, Memmingen, 29.05.1922, 553 S., Format 14 x 22 cm (Die erste Auflage stammt vom 11.11.1910)
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Peer Frieß bezeichnet den Historiker und Bibliothekar Hugo August Ascan Westermann (06.11.1868, Köln - 18.07.1947, Heidelberg)  als „Altmeister der Memminger Stadtgeschichtsforschung“ (in: Memminger Geschichtsblätter, 1993/96, S. 47-60). Von 1910-1934 war Westermann Mitarbeiter der Universitätsbibliothek Heidelberg. Zu den Bänden Sontheimers schrieb er mehrere Rezensionen:
Westermann, Askan [Ascan]: Die Geistlichkeit des Kapitels Ottobeuren (Rezension von Sontheimer), in: Memminger Geschichtsblätter, 1. Jg., 1912, S. 19-23, 25-28, 33-37, 5. Jg., 1919, S. 13-15, 7. Jg., 1921, S. 5-8, 14-15, 30-32, 40

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Die Bände stammen - bis auf Bd. 2 (Archiv Attenhausen) - aus der Sammlung von Helmut Scharpf.