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1964 - Schienenbus VT 95.9 am Allenberger Wald


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Der rote Schienenbus - vorne der Triebwagen, hinten der Beiwagen - kam gerade aus dem Allenberger Wald, auf der Zielgeraden vor der Einfahrt nach Ottobeuren. In der Wiese sitzen zwei kleine Kinder, der Junge winkt dem fahrenden Zug zu.

Von diesen Schienenbussen der Deutschen Bundesbahn wurden zwischen 1952 und 58 insgesamt 557 Stück (sowie 564 Beiwagen der Baureihe VB 142) gebaut. Die Variante mit den beiden Oberlichtern wurde als Triebwagen VT 95 mit den Nummern 9112 bis 9269 bezeichnet. Alle weiteren Fahrzeuge wurden ohne diese Fenster geliefert, da diese den Triebwagenzugführer bei hohem Sonnenstand blenden konnten. Später wurden die Oberlichter bei allen Triebwägen überstrichen, zum Teil auch verblecht. Die Triebwägen ohne Oberlichter erhielten einen integrierten dritten Scheinwerfer im Dachbereich, während bei den anderen - wie dem hier abgebildeten - ein Pkw-Scheinwerfer als drittes Spitzensignal eingesetzt wurde. Das sogenannte Dreilicht-Spitzensignal des vorderen Wagens wurde mit Inkrafttreten der Spitzensignalverordnung vom 26. Juli 1957 verpflichtend eingeführt (mit einer - bei Bahnstrecken mit nicht technisch gesicherten Bahnübergängen - Übergangszeit von zwei Jahren). Mit den Nachtzeichen soll ein herannahender Zug bei Dunkelheit erkannt und eindeutig von Straßenfahrzeugen unterschieden werden können.

Die einmotorigen Schienenbusse der Reihe VT 95 waren schwach motorisiert (Höchstgeschwindigkeit 90 km/h) und wurden als Nebenbahntriebwägen auf kurzen Strecken ohne Steigungen eingesetzt. Erst ab 1968 gab es mit dem VT 98 Schienenbusse mit zwei Motoren.

Der Innenraum war schlicht gehalten und ähnelt damaligen Omnibussen bzw. Oberleitungsbussen. Die Rückenlehnen der Sitzbänke in diesen Großraumwägen waren umklappbar und ermöglichten so wahlweise Reihen- oder Vis-à-vis-Bestuhlung. Die Beleuchtung erfolgte mit unverkleideten Glühlampen.
Quelle: Wikipedia

Der Zug passiert gerade einen mit Andreas-Kreuz gekennzeichneten, unbeschrankten (korrekt: „nicht-technisch gesicherter“) Bahnübergang (heute noch erkennbar!), wobei er ein Pfeifsignal abgeben musste "P" (Pfeiftafeln, Signal Bü 4) - das Schild mit dem "L" galt für Dampflokomotiven und stand für "Läuten" (Läutetafeln, Signal Bü 5). Einen solchen Feldwegsübergang durfte der Zug mit maximal 60 km/h passieren.

Das Großdia (6 x 6 cm) wurde von Gärtnermeister Johann Plersch (18.05.1928 - 28.06.2014) fotografiert; aufgrund alterungsbedingter Veränderungen wurde es stark nachbearbeitet (W. Buchmiller). Die abgebildeten Kinder sind ...