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23.10.1990 - Luftbildaufnahme Ottobeuren


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Auch wenn man jetzt denkt, dass 1990 doch noch nicht so lange her sei, zeigt die Luftbildaufnahme von Karl Hirblinger dennoch einige wesentliche Veränderungen - vor allem die Umgehungsstraße, die sich im Oktober gerade im Bau befand. Noch war die Rudolf-Diesel-Straße nicht durchgängig, das Baugebiet an der nördlichen Klosterwaldstraße gab es nicht, keine Zeppelin- oder Bgm.-Hasel-Straße. Südlich und südöstlich der alten Mülldeponie Schelmenheide war noch alles frei. Auf dem Gelände des ehemaligen Schmelzkäsewerks Krumm (östlich Brauhaus) wurde gerade gebaut.
Die Aufnahmen sind hier in 600 (ca. 4 MB) und 1000 dpi (ca. 16 MB) eingestellt.

Der Luftbildfotograf Karl Hirblinger aus Puchheim
Von der Ausbildung her war er Fotohändler, versuchte sich ab Mitte der 1970er Jahre probehalber als Luftbildfotograf, zunächst in und um München. Für 40.000 Mark kaufte er sich eine Spezialkamera, eine Linghof aero für Bilder im Format 6 x 9. Die Filme mit etwa 150 Bildern waren 12 m lang und konnten nur bei Kodak in Rochester/USA entwickelt werden. Der Preis der Kamera entsprach dem des Flugzeugs, das er von Jesenwang bzw. Neubiberg aus flog.
Seinen Flugschein hatte Hirblinger in Oberwiesenfeld gemacht. Die analoge Luftbildfotografie betrieb er bis um das Jahr 2000.
2013 - im Alter von 80 Jahren - verkaufte er die Negative samt den Rechten, meist an die damals fotografierten Orte bzw. Sammler von dort.
Sein Vorbild fand viele Nachahmer; allerdings fotografierte er nicht auf Auftrag, sondern dann, wenn das Wetter gut war, um die Bilder anschließend möglichen lokalen Interessenten anzubieten. Als Motiv hatte er in der Regel keine Einzelobjekte, sondern die Gesamtorte fotografiert - aus dem offenen Fenster, wobei die Kamera recht schwer war. Die Kamera verkaufte er zum halben Preis an einen Sammler. Herzprobleme beendeten seine Karriere als Flieger.
Bis etwa 1990 musste man Luftaufnahmen vom Luftamt aufwändig genehmigen lassen. Die Spionagemöglichkeiten über Satelliten und Aufklärungsflugzeuge mit hochauflösenden Kameras machten die Genehmigungen irgendwann sinnlos. Die Aufnahmen machte er in ganz Deutschland, nicht jedoch im Ausland.

Von Ottobeuren und einigen Ortsteilen sind acht Aufnahmen gemacht worden:
1987, 1990, 2000, Haitzen 1995, Golfplatz 1994, Betzisried 1994, Ollarzried 1989 und 1995.
Die Bildrechte liegen bei Helmut Scharpf, die Aufnahmen dürfen jedoch frei verwendet werden - auch kommerziell. Weitere Bilder werden hier sukzessive eingepflegt.