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24.01.2020 – Vernissage zur Ausstellung „Jugend“, mit Werken von Diether Kunerth


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Politisch motivierte Motive finden sich im Œuvre von Diether Kunerth nicht allzu häufig. In der Ausstellung „Jugend“ im „Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth“ sehen wir eine Serie von Bildern, in der der Künstler die Jugendkultur der 1968er-Generation darstellt: Studenten vor Panzern im „Prager Frühling“, ein Prediger im Park, eine Jugendbude mit Hồ Chí Minh, Marx, Engels und Lenin an der Wand, sexuelle Befreiung (im Bild „Freehouse“), Polizeigewalt gegen protestierende Studenten.
1967 hatte Kunerth sein Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München mit einem Diplom abgeschlossen, die politischen Unruhen der Zeit dürfte er – noch vor seinem Umzug ins heimatliche Ottobeuren – selbst hautnah miterlebt haben.

In der Ausstellung, die seit 25.01. und noch bis zum 19.07.2020 der Öffentlichkeit zugänglich ist, bilden sich sechs Jahrzehnte künstlerischen Schaffens ab, das älteste Bild – noch während seiner Memminger Gymnasialzeit entstanden – von 1959, das jüngste von 2019. Kunerth stellte seine Ausstellung auf der Vernissage selbst vor, während der Museumsleiter Markus Albrecht die parallel eröffnete Mitmach-Ausstellung „Du bist die Kunst!“ besprach. Seine Bilder zeigen eine große Wandlungsfähigkeit: Etwa alle sieben Jahre hat er er etwas Neues ausprobiert.
Einen Querschnitt verschiedener Stile können Sie im virtuellen Museum einsehen, die Bilder sind chronologisch sortiert, darunter ein „Selbstbildnis als Knabe“ (in Lederhose) sowie Diether Kunerth am Ausstellungsabend vor einem Bild, das er zwischen 1981 und 94 gemalt hat. (Nähe Informationen zu den Bildern erhält man beim Überstreifen der Vorschaubilder mit der Computermaus.)

Dem Künstler – der heuer 80 Jahre alt wird – sei herzlich gedankt, dass seine Werke hier eingestellt werden dürfen. Die Urheberrechte verbleiben bei ihm bzw. bei der Marktgemeinde Ottobeuren.
Lesenswert ist der Artikel „Sechs Jahrzehnte Jugend“ von Brigitte Hefele-Beitlich (Memminger Zeitung vom 25.01.2020, Seite „Allgäu-Kultur“), daraus ein Zitat: „Jugendliche aus verschiedenen Kulturkreisen zeigt Kunerth – beim Tanz oder Musizieren, als Paar oder mit Tieren, oft in Porträts, denen er mit wenigen Strichen große Ausdruckskraft verleiht. Die Jeans als das Markenzeichen seiner Jugend taucht immer wieder auf, sogar collageartig eingearbeitet.“

Die letzten drei Bilder sind in Privatbesitz und gehören nicht zur Ausstellung, sondern sind nur „geparkt“:
Ottobeuren, 1965 Acryl (zusätzlich als Ausschnitt)
Santorin 37, 1981-83
Guggenberg, 1964

Repros und Zusammenstellung: Helmut Scharpf, 02/2020