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12.07.1914 - Burschenfest des Augsburger Diözesanverbands in Ottobeuren


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Der Verband Katholischer Burschenvereine für das Königreich Bayern war ein 1903 gegründeter Dachverband der Burschenvereine. Am 12. Juli 1914 - also kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges - veranstaltete der Augsburger Diözesanverband ein Burschenfest in Ottobeuren. Im Kartentext, geschickt an einen Schutzmann in München, hieß es etwas holprig: „Es ist heute ein großes Fest: 56 Fahnen mit Verein ohne mit Fahnen 70 an der Zahl.
Es grüßt Euch Pantaler.“

Das dekorative alpine Motiv der Vorderseite hat leider keinen Bezug zu Ottobeuren. Die Inschrift lautet:
Gott segne den Kath. Burschenverein für das Königreich Bayern.
Allgäu und Donaustrand,
Bayern und Schwabenland,
Hand in Hand im
Augsburger Diözesanverband!

Die sogenannten freien oder wilden Burschenschaften beteiligten sich intensiv am Dorfleben, z.B. beim Organisieren von Tanzveranstaltungen oder durch das Aufstellen des Maibaums. Die katholischen Kirche nutzte die Gelegenheit, die männliche Jugend nach ihrer Schulentlassung, entsprechend den Idealen der Kirche, positiv zu beeinflussen und unterstützte den Zusammenschluss von katholischen Burschenvereinen. In der Mustersatzung wurde der allgemeine Vereinszweck festgelegt: Erhaltung und Förderung von: Glaube und Sitte, Berufstüchtigkeit und Heimatliebe, Frohsinn und Scherz.

Das vom Verband herausgegbene Burschenblatt erschien ab Juli 1904 monatlich, letztmals im September 1939. Der Verlauf des Ersten Weltkrieges erschwerte den Burschenvereinen die Existenz und führte dazu, dass viele Ortsvereine das Vereinsleben einstellten. Nach einem kurzen Boom in den Nachkriegsjahren wurde durch Verbote der katholischen Burschenvereine - erlassen durch die Nationalsozialisten - ab 1933 jegliche Tätigkeit von Verbänden und Vereinen in ganz Deutschland unmöglich gemacht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden viele katholische Burschenvereine in Bayern wiedergegründet. Auch in jüngerer Zeit besinnen sich viele Jugendliche auf dem Land wieder den Werten der Burschenvereine.
Quelle: Wikipedia

Die Karte wurde digital restauriert (Sammlung Helmut Scharpf, 05/2014). Zur Veranstaltung ist im Ottobeurer Volksblatt bestimmt ein Artikel erschienen - dieser ist momentan aber (noch) nicht greifbar. Als Grafiker ist nur „M. Altheimer“ angegeben. Auf einer Karte mit dem Burschenfest-Motiv, die am 13.10.1915 als Feldpost mit Stempel Friedberg an einen Otto Haas verschickt wurde, schreibt Th. Altheimer: „Diese Karte hier hat meine Cusine Marie gemalt.“ Damit wird die Urheberin der Karte verraten: Marie Altheimer.