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21.04.1945 – Margarete Kazmierzak stirbt nach einem Fliegerangriff


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Die letzten Kriegstage forderten auch in Ottobeuren Opfer: Margarete Kazmierzak (geb. Egger) aus Memmingen kam – laut Sterbekärtchen – am 21.04.1945 durch einen „Fliegerangriff“ ums Leben. Wo genau, erfahren wir nicht, in den Tagebucheintragungen von Karl Schnieringer findet sich kein Hinweis auf den Vorfall. Bürgermeister Josef Hasel unterzeichnete am 23. April 45, also nur vier Tage vor dem Einmarsch der Amerikaner, als Standesbeamter einen Vermerk (Quelle: Archiv der Marktgemeinde), durch den wir erfahren, dass Margarete „mit dem Unteroffizier Rudolf Kazmirschak, wohnhaft in Memmingen, Lindentorstraße 16“ verheiratet war.

Weder ihre Eltern, noch die Todesursache werden genannt. Vermutlich war sie auf der Straße oder bei der Feldarbeit und fiel einem Tiefflieger zum Opfer. Anscheinend hat man die Verletzte noch ins Kreiskrankenhaus Ottobeuren eingeliefert, wo sie am 21. April starb. Es ist gut möglich, dass die junge Frau (*07.03.1918), zu den ausgebombten Memmingern gehörte, die nach der Bombardierung am 20.04.1945 in Ottobeuren eine neue Bleibe gesucht hatten.

Der „Allgäuer Beobachter“ fällt als Quelle aus, die letzte Ausgabe war am 18.04.1945 erschienen (Link zur vorletzten Ausgabe am 17.04.1945). Die Schreibweise von Margaretes Nachnamen ist zugegebenermaßen schwierig. Auf dem Sterbeandenken steht „Kazmierzak“, in der Sterbeurkunde „Kazmirschak“, heute (in Polen) üblich ist „Kazmierczak“. Die Ottobeurer Druckerei Max Werner, die das Andenken vermutlich druckte, stand ev. unter Zeitdruck – auch das Wort „Gedenken“ ist falsch geschrieben („Gedcnken“) – oder Bürgermeister Hasel hat sich auf die Phonetik der Aussprache verlassen.
Letztes Opfer unmittelbarer Kampfhandlungen auf (heutigem) Ottobeurer Gebiet war Oskar Bosch (am 27.04.1945).

Sammlung Helmut Scharpf, 12/2019