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12.04.1894 – „Pro und contra Vater Kneipp“ von Henriette Auegg


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Die 1894 im Selbstverlag der Verfasserin herausgegebene Schrift beruht auf einen Vortrag, den Henriette Auegg „im Wohlthätigkeits-Concerte des Kindergarten-Vereines“ gehalten hat. Auch wenn der Anlass anderes vermuten lässt, so war Frau Auegg (* 22. Juli 1841 in Linz; † 24. November 1912 in Graz) doch vom Fach: Sie wirkte laut Wikipedia auch als Ärztin und behandelte die Armen kostenfrei „nach homöopathischem und hydropathischem Systeme, zwar ohne Diplom, aber stillschweigend geduldet.“ Für ihr karitatives Engagement wurde Auegg mit dem Elisabeth-Orden ausgezeichnet. Die Verfasserin engagierte sich in zahlreichen Vereinen in Graz und war Präsidentin des 1891 gegründeten „Hilfsvereines für Lehrerinnen, Erzieherinnen und Bonnen“ in Graz.
1877 schrieb sie das Buch „Die Krankenpflege als Unterrichtsgegenstand“, ein Jahr später „Sechs Vorträge über weibliche Krankenpflege“, zuletzt 1910 „Die wissenschaftliche Schulung der Frauen für Hygiene und Krankenpflege“.

Die Schrift war bislang nicht verfügbar, auf der Wikipedia-Seite ist sie zwar erwähnt, aber mit dem Zusatz „kein Exemplar nachweisbar“ versehen. Hier kann das virtuelle Museum aushelfen, das Büchlein steht ab sofort zum Download zur Verfügung!

Literaturzitat:
Auegg, Henriette: Pro und contra Vater Kneipp, im Selbstverlag, Graz, 1894, 19 S.

Zum Inhalt: Gleich zu Anfang legt sie wert auf die Feststellung, nicht gegen Kneipp zu sein und legt „gegen diese Annahme Verwahrung ein“. Henriette Auegg hatte Kneipp während seines Besuchs in Graz am 26.04.1892 kennen- und schätzen gelernt („aufopferndes Wirken zum Wohle der Gesunden und Kranken“, „liebevolles und theilnehmendes Denken und Sorgen für die Menschen“, „... der trotz seiner schwäbischen Derbheit zu den wenigen Idealgestalten unserer Zeit gehört“).
Selbst dort, wo Kneipp nach Aueggs Meinung irrt („... sagt in seinen Büchern oft entsetzlich unwissenschaftliche Dinge“), sieht sie es ihm nach, ihm, dem „ärztlichen Genie“.

Fortsetzung folgt ...

Das Original stammt aus der Sammlung von Helmut Scharpf, 11/2021.

Dass Wörishofen schon zu Lebenzeiten Sebastian Kneipp und bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs ein internationaler Kurort war, zeigt sich u.a. an der Herausgabe eines eigenen praktischen Ratgebers für Franzosen auf Kneippkur:

Literaturzitat:
Bureau de renseignements Woerishofen [Verkehrsverein Wörishofen] (Hrsg.): Guide du Français à Woerishofen, Druckerei Ernst Schneider Eisleben, ca. 1895, 45 S. plus 13 S. Werbung

Der Ratgeber war allerdings nicht dazu gedacht, dass die Mitarbeiter*innen der Wörishofener Beherbergungsbetriebe ihre Französisch-Kenntnisse verbessern sollten, es ging vielmehr darum, den Gästen Redewendungen und Aussprachehilfen zu vermitteln, um selbst besser zurechtzukommen – einschließlich während während der Visite beim Prälaten Kneipp höchstpersönlich.
(Sammlung Michael Scharpf)