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11.03.1896 – Hamburg – Rom – Ungarn – Paris – Mehrerau – Ottobeuren – Hundersingen: sämtliche Ausflüge und Reisen Sebastian Kneipps


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Rom, Berlin, Paris, Wien, klar. Aber wo bitte liegt Hundersingen? Sebastian Kneipp auf großen und kleinen Reisen.

Hier entsteht eine Gesamtzusammenschau aller Orte, die Sebastian Kneipp in seiner Wörishofer Zeit besucht hat. Vor allem ab 1890 nahm seine Reisetätigkeit enorm zu. Gut erfasst sind die Vortragsreisen, sicherlich lückig seine Einsätze als Geistlicher  z.B. als Primizredner oder unterwegs auf Volksmission. Nachdem mittlerweile die ersten 10 Jahrgänge der Kneipp-Blätter (1891 - 1900) online gestellt sind, wird auch diese Quelle noch weiter ausgewertet werden.

Im Detail abrufbar sind hier die Abschriften der Reisebeschreibungen nach Ungarn, nach Berlin und Hamburg sowie die  für Kneipp sehr prägende  Romreise. Oft nutzte er den Besuch eines Ortes als Gelegenheit, Kureinrichtungen zu eröffnen, die vom Glanz eines Besuchs werbetechnisch sicherlich lange profitierten.
Die Ausflüge mit Kurgästen nach Stephansried und Ottobeuren, aber auch seine privaten Besuche in seiner Geburtsheimat, werden  über die Berichte im Ottobeurer Wochenblatt gerade erfasst.

 

Auszug aus „Erinnerungen an Kneipp“ von Max Bonifaz Reile, erfasst 1942, erschienen im Johann von Gott-Verlag Regensburg (2021: München).

Vortragstouren.

In den Wintermonaten und mitunter auch noch im Frühjahr unternahm Kneipp Vortragstouren in größeren Städten. Mit den Vorträgen waren Sprechstunden am folgenden Tag verbunden, soweit dies die Zeit gestattete. Kneipps Reisemarschall und beständiger Begleiter war Herr Hochwürden Pfarrer Alois Stückle (*18.06.1845, Mindelheim, Sohn des Sattlermeisters Philipp Stückle) von der Nachbarpfarrei Mindelau. Stückle war als Alumnus durch Pfarrer Kneipp vom Bluthusten geheilt worden. Es verblieb ihm zwar eine heisere Stimme, aber er erreichte ein Alter von 80 [korrekt: 90] Jahren. Er starb als Benefiziat in Apfeltrach. Bei Kneipps Tod war er Universalerbe und Testamentsvollstrecker.

Kneipps Vorträge waren gut besucht; ja in manchen Städten mussten sie wiederholt werden und waren dann trotz der Wiederholung bis auf den letzten Platz besetzt. Sie waren eben eine Sensation. Kneipp sprach in schwäbischem Dialekt, so „wie ihm der Schnabel gewachsen war“, wie er selbst sich ausdrückte. Selbst in Berlin konnte man ihn verstehen. Dort sprach er [1893] zwei Tage nacheinander vor 6000 [zweimal vor 3000] Personen. Nie konnte er die Hilfesuchenden alle befriedigen, da die Zeit stets zu kurz bemessen war. Auch außerhalb Deutschlands wurde er verlangt. So hielt er Vorträge in Salzburg, Linz, Wien, Graz und in Budapest auf der Margaretheninsel, die Eigentum des Erzherzogs Josef von Ungarn war. Der Erzherzog wurde von Kneipp von einem chronischen schmerzhaften Ischias so vollständig geheilt, dass dieses nie mehr wieder kam.
Auch die ganze Rhein- und Saargegend schwärmte für Kneipp und seine Heilmethode. Rhein- und Saargegend stellten alljährlich eine große Zahl von Hilfesuchenden. Kneipp ließ sich sogar bewegen,
nach Paris zu gehen. Dort entstand eine Wasserheilanstalt nach System Kneipp. Um sie in Fluss zu bringen, sollte Kneipp mit einem Vortrag Pate stehen. Der Dolmetscher musste, da Kneipp der französischen Sprache nicht mächtig war, Satz für Satz dem Publikum mundgerecht machen. Das war eine mühevolle Arbeit sowohl für den Vortragenden als auch für den Dolmetscher. In Valence sprach ich [= Bonifaz Reile] selbst einmal unter solchen Voraussetzungen. Soviel man an Kneipp merken konnte, haben ihn die Vorträge und die damit verbundenen Reisestrapazen keineswegs ermüdet. Für ihn waren sie vielmehr eine Abwechslung und sogar Freude und boten ihm viel Neues und Interessantes.

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In seinem Buch Sebastian Kneipp, 1821 - 1897. Biografische Studie, Verlag Julius Becker, Berlin, Mai 1898, mit Porträt-Frontispiz, 150 Abb., XXIII, 263 S. gibt uns Dr. med. Alfred Baumgarten im 10. Kapitel auf S. 146 Auskunft, wie es zu Kneipps Reisen kam, über die Rolle von Alois Stückle als Reisebegleiter und was Kneipp in den besuchten Orten wichtig war:

Pfarrer Kneipps Reisen.

Außerhalb Wörishofen Vorträge über seine Wasserheilkunde zu halten, ist dem verstorbenen Pfarrer Kneipp zunächst niemals in den Sinn gekommen. Er war es wohl gewöhnt, auf landwirtschaftlichen Versammlungen zu sprechen, aber über seine Heilmethode hatte er draußen im Lande noch kaum einen Vortrag gehalten, bis zum Jahre 1892. –

Man drängte von allen Seiten, er möge doch den vielseitigen Einladungen endlich einmal nachgeben und so entschloss er sich zum Reisen aus folgenden Gründen:

Erstens konnte er sich der Ansicht nicht verschließen, dass das lebendige Wort beim Volke jedenfalls mehr ausrichten müsste als alle Bücher und Erzählungen. Dann gab es draußen in der Welt viele Leute, denen ihre Mittel nicht gestatteten, die Reise nach Wörishofen zu unternehmen und schließlich war es der Drang, der in ihm lebte, seine Wasserheilmethode, die er als segensreich erkannt hatte, nach Möglichkeit zu popularisieren, nach Möglichkeit allen Menschen zugänglich zu machen und sie für dieselbe zu begeistern. So entschloss er sich also, auch Reisen zu unternehmen.

Kneipps ständiger Reisebegleiter war der ihm sehr befreundete Nachbarpfarrer, der hochwürdige Herr Alois Stückle von Mindelau. Stückle ist geboren am 18. Juni 1845 zu Mindelheim, als Sohn des Sattlermeisters Philipp Stückle. Von seinen 8 Geschwistern sind sieben sowie auch die Mutter an der Schwindsucht gestorben; nur ein Bruder, der gleich Alois Stückle Pfarrer ist, blieb am Leben.

Stückle selbst erlitt am 12. März 1873 einen Blutsturz, da er erblich belastet war. In dieser Not wandte er sich, auf den Rat seines Vaters, an den damaligen Beichtvater Kneipp nach Wörishofen. (…)

Dass den hochwürdigen Herrn Stückle eine tiefe Dankbarkeit gegen einen Lebensretter erfüllte, ist nur zu natürlich, und er suchte in jeder Beziehung dem Heimgegangenen diese Dankbarkeit zu beweisen. Da er eine energische, kraftvolle Natur ist, so war er zum Reisebegleiter Kneipp just die richtige Person; Kneipp hatte ich an diesen seinen Reisebegleiter im Laufe der Zeit derartig gewöhnt, dass er oft scherzend sagte: „Ich komm ja bloß als Passagiergut vom Herrn Pfarrer Stückle daher.“

Es war nicht leicht, mit Kneipp zu reisen; denn er hatte überhaupt keinen Begriff oder schien wenigstens keinen Begriff davon zu haben, dass die Entfernungen schließlich doch durchmessen werden müssen. Alles ging ihm zu langsam, und immer wollte er weiter und weiter. „Zu den Kranken, zu den Kranken!“, war sein ewiger Wahlspruch. – Und so hat Stückle, in dieser Eigenschaft als Reisebegleiter, jedenfalls keine rosigen Tage verlebt; denn die Disposition für solch anstrengende Touren lag einzig und allein in den Händen Stückles. Er war natürlich für alles verantwortlich und wenn es dann vielleicht einmal nicht stimmte, oder irgend ein Zuganschluss versäumt wurde – was ja bei größeren Reisen unvermeidlich ist –, dann konnte der gute Kneipp derartig „grätig“ werden, dass das Reisen mit ihm durchaus aufhörte, auch nur zu den kleineren Vergnügen zu zählen.

Mit größter Schnelligkeit machte Kneipp die Besuche ab, die er zugesagt hatte. – Wenn er in einer Stadt ankam, so kümmerte er sich meist blutwenig um die Sehenswürdigkeiten derselben; er wünschte einen Allgemeineindruck von der Stadt zu bekommen und dann fragte er gleich: „Wo sind die Kranken?“ – Sprechstunde abhalten, Vortrag abhalten, das war der Zweck einer Reise. Das Vergnügen war überhaupt in keiner Weise dabei bedacht.

Äußerst wichtig erschien es ihm auch, seine pfarramtlichen Pflichten durch die Abwesenheit nicht zu vernachlässigen; darum reiste er sehr gern sonntags nach beendigtem Gottesdienste ab und war sicher freitags wieder zurück, damit er von einen Pflichten als Pfarrer und Beichtvater auch nichts und gar nichts versäumte.

Typisch war auch die Ernährung Kneipps auf der Reise. Da er all das gewürzte Zeug, das man in den Bahnhofsrestaurationen erhält, nicht mochte, so nahm er meist einige Topfenkäslein [Quark] mit, ein paar Äpfel, ein Stück Brot, ein Fläschchen Wermuttropfen und einige Stückchen Zucker. Und als späterhin bei den längeren, größeren Reisen sich doch die Notwendigkeit herausstellte, etwas Warmes zu haben, da wurde ihm von befreundeter Hand ein kleiner Kochapparat gestiftet; und nun musste Stückle auch noch den „Chef de cuisine“ machen, indem er unterwegs im Coupé Brennsuppe, Brotsuppe u.s.w. fabrizierte. Es sollen diese Suppen, und die Bereitung derselben zumal, dem alten Herrn außerordentliches Wohlgefallen bereitet haben.

Kneipp reiste im Ganzen gern, und die etwas stoßende Bewegung der Eisenbahnwagen tat ihm wohl. – Es war am Ende des Monats Februar 1896, als ein kleines Unwohlsein ihn traf. Er blieb einige Tage zu Bett und fühlte sich so allmählich wieder etwas gebessert. Da fragte er mich, ob er die angesetzte Reise nach Berlin, Hamburg, Münster und Aachen antreten solle. Ich riet ihm dazu, indem ich sagte: „Es geht Ihnen wie dem alten Rothschild; der war auch fast beständig auf Reisen, weil die Bewegung der Eisenbahnwagen so wohltuend auf seinen Organismus wirkte.“ – Das gab er zu und sprach: „Wenn ich mich im Leibe gar nicht gut fühle und komme auf die Eisenbahn, gleich ist mir's besser; es scheint also, dass Sie recht haben, denn nie fühle ich mich so wohl, als wenn ich im Zuge sitze.“

Die Behandlung, die Kneipp auf Reisen zuteil wurde, war eine außerordentlich zuvorkommende in jeder Beziehung. Er war natürlicherweise – sowohl im In-, wie im Ausland – eine Persönlichkeit, deren Kopf ein Jeder kannte und wenn Kneipp bei einem Coupé-Fenster hinausschaute, gleich sammelte sich die Menge und aus der Menge heraus grüßte ihn auch schon jemand. Denn es war sicher, dass der Eine oder Andere schon eine Kur in Wörishofen gemacht hatte.

Auch die Bahnbediensteten wetteiferten, dem alten Herrn das Reisen so viel als möglich zu erleichtern. Zum Dank dafür wurde dann manchem ein „Cigarrl“ zuteil oder – was noch kostbarer war – eine Verordnung. Gar mancher Schaffner hat für sich und seine Familie den guten Kneipp auf der Reise ankonsultiert und diesen Leuten half er immer besonders gern, denn er hielt den Stand der Eisenbahnbediensteten, weil er besonders gefährdet ist, sehr hoch – zum Teil auch wohl aus Dankbarkeit, weil man ihn so gut behandelte.

Besonderen Respekt flößten Pfarrer Kneipp die Lokomotivführer ein, weil eben diese wegen ihrer verantwortungsvollen Stellung alle etwas Festes und Entschlossenes in ihrem Wesen haben und wenn ein solcher hier in Wörishofen in die Sprechstunde kam, so interessierte er sich ganz besonders für ihn, redete ihm zu und sprach: „Solche Leute müssen absolut gesund sein, sonst kann für sie selbst und für die vielen Hunderten, die ihrer Sorgfalt anvertraut sind, großes Unheil geschehen.“

Von Eisenbahnbeamten nahm er in der Sprechstunde niemals ein Honorar. Tun's nur, wenn ich wieder fahr', dafür sorgen, dass ich ein gut's Coupéle bekomm' und dass man flott fahrt; kosten tut's nix – das war die Antwort, wenn diese Leute ihn fragten, was sie schuldig seien.

Von Seiten des zusammengeströmten Volkes wurde Kneipp bei seinen Durchreisen auf den Bahnhöfen, bei der Ankunft am Bestimmungsorte u.s.w. selbstverständlicherweise jedes Mal enthusiastisch empfangen. Zu Hunderten und Tausenden liefen die Menschen zusammen, wenn man wusste: „Der Pfarrer Kneipp kommt durch!“ Deputationen, weiß-gekleidete Mädchen, Kränze, Gedichte, – man kennt die Sachen; alles wurde aufgeboten, um dem guten, alten Herrn die Verehrung zu bezeugen. – Kam er in die Nähe des Bestimmungsortes, so stiegen bereits einige Stationen vorher die Deputationen zu ihm ins Coupé, um ihn zu begrüßen.

Kneipp, der einfache Bauernpfarrer – wie er sich so gern nannte – hat fürstliche Empfänge erlebt, und was da schönste dabei war: Diese Kundgebungen hatten alle etwas Spontanes, etwas durchaus Freiwilliges. Ein Jeder jubelte dem alten Herrn zu, weil er ihn gern hatte, weil er ihn leiden mochte oder weil er ihm irgendwie zu Dank verpflichtet war.

Wie in allen Dingen, so war auch Kneipp im Reisen ziemlich fleißig und durch seinen Reisebegleiter wurden kluge Dispositionen in der Art getroffen, dass alle wichtigen Plätze im In- und Ausland, wo die Kneipp'sche Heilbewegung Fuß gefasst hatte, vom Stifter der Methode persönlich besucht wurden.

Über 30 Reisen hat der verstorbene Pfarrer Kneipp mit einem Reisebegleiter und Freund Stückle gemacht, und zwar waren dieselben auf die einzelnen Jahre verteilt, wie folgt: (…)


Auf mein Bitten hatte der hochwürdige Herr Pfarrer Stückle die Freundlichkeit, die Reise vom 12. Juni 1893 (nach Margaretheninsel, Ratibor, Breslau, Neisse, Liegnitz, Görlitz, Komotau) zu beschreiben. Hören wir nun, in welcher Weise Kneipp und Stückle die lange und schwierige Reise durchführten! Pfarrer Stückle erzählt folgendermaßen:

Welchen Strapazen sich der alte Herr auf seinen Vortragsreisen unterzog, möge der Leser aus folgender Skizze ersehen. Fast alle Reisen wurden in dieser Weise gemacht, denn der greise Priesterarzt handelte nach dem Grundsatze der Amerikaner: „Zeit ist Geld“ d.h. für ihn, der tausend Kranke und Hilfesuchende in Wörishofen zurückließ, war die Zeit weit kostbarer als ein Sack voll Gold. Und nun zur Reise! –

Am 11. Juni 1893, nach Beendigung des sonntäglichen Gottesdienstes, den er nie versäumte und stets selber hielt, brachte die Klosterchaise ihn nach Türkheim, wo er mit seinem Reisebegleiter zusammentraf. Nun ging es über Buchloe nach München. Nach einem kurzen Besuche bei Herrn Direktor Schmid, und nachdem ein Abendbrot eingenommen war, führte ihn der Eilzug nach Salzburg, Linz und Wien. Die freundliche Aufmerksamkeit, sowohl der bayerischen, wie der österreichischen Zugführer, verschaffte den zwei überall schon bekannten Reisenden ein Abteil, in welchem sie, wie fast bei allen Reisen, allein waren, und nur beim Übergang über die Grenze gestört wurden. Auch diese Störung war nur eine Vorübergehende. Der Zollbeamte, der pflichtgemäß das Gepäck der Reisenden visitieren musste, kam an die Türe, fragte, ob wir nicht Mauthbares mitführten, sah den kleinen Koffer an und auf die verneinende Antwort grüßte er höflichst und schloss die Coupétüre. Kaum war der Zug aus dem Bahnhofe Salzburg in die herrliche Sommernacht hinausgedampft, schlief Herr Prälat wieder ganz ruhig und fest, bis der Morgen graute und die Stunde des Aufstehens für ihn gekommen war. An Tagen, wo Tag und Nacht die Fahrt ununterbrochen fortging und die Reisenden keine Gelegenheit hatten, die hl. Messe zu lesen, wurde im Coupé und während der tol1sten Fahrt eine tüchtige Tasse Malzkaffee gebraut und getrunken. Die Vorrichtung hierzu und die nötigen Dinge, als Kaffee, Zucker, Spiritus, sowie auch Einbrennmehl zu einer kräftigen, äußerst nahrhaften und von Herrn Prälat sehr gerne gcnossenen Brennsuppe, wurden bei größeren Reisen immer mitgeführt. (Der sehr praktisch eingerichtete und gefällige kleine Küchenkorb war ein Geschenk der weitbekannten treuen Frl. Ruda.)

In St. Pölten stieg eine ganze Deputation des Wiener Kneippvereins unter Führung des Herrn Dr. König ein, um Herrn Prälaten zu begrüßen und bis Wien zu begleiten. Der Aufenthalt in Wien war nur von kurzer Dauer, und bald ging es wieder hinaus in die Donauebene. Die Fahrt über Pressburg bot nicht viel Sehenswertes, mit Ausnahme von Gran, dessen Kathedrale mit ihren gewaltigen Formen auf die vorbeieilenden Reisenden herübergrüßte. Hie und da sah man auf den Hügeln die Ruinen, welche an die traurige Zeit der Türkenkriege erinnern. –

Nach 2 Uhr langten wir in Pest an und wurden von Herrn Dr. med. Bauer, Leibarzt Seine k. k. Hoheit des Erzherzogs Joseph von Österreich, mit der Equipage zum Kaiserbad und mittels Dampfschiff zur Margaretheninsel gebracht. Erzherzog Joseph, auf dessen Einladung Prälat Kneipp die Reise gemacht sowie sein Sohn, Erzherzog Ladislaus und seine Suite, empfingen die Gäste in der herzlichsten Weise und luden sie zum Diner ein, das im Freien in Mitte des Publikum eingenommen wurde. –

Die Margaretheninsel, ein herrlicher, großer Park mitten in der Donau gelegen, ist Eigentum des Erzherzogs Joseph. – Nach kurzer Besichtigung des herrlichen, in griechischem Stil errichteten Bades, begannen im Restaurant die Konsultationen der zahlreichen Patienten, die auch nach Beendigung des Vortrages fortgesetzt wurden und fast bis Mitternacht dauerten.

Um 6 Uhr begann der Vortrag in seinem Saale, der die Menge, welche Kneipp hören und ihn sehen wollte, bei weitem nicht fassen konnte. Da der Saal zu ebener Erde lag und Fenster und Türen offen standen, waren die Zuhörer draußen fast zahlreicher als die im Saale.

Auch Erzherzog Eugen, mit glänzender Suite, und andere hochgestellte Persönlichkeiten waren in dem Vortrage und hielten trotz der afrikanischen Temperatur bis nach 8 Uhr aus. Lebhafte Eljenrufe zeigten, das der schwäbische Pfarrer auch im Ungarlande mit seinem natürlichen, ungekünstelten Reden verstanden wurde. Der „Pester Loyd“ schrieb über die Vortragsreise:

Wie er sich an den Vorlesetisch stellt und in freiem Vortrage über sein System spricht, leicht und ungezwungen in bayerischer Mundart, wie er mit mildem Blicke unter den buschigen Augenbrauen hervor die Versammlung mustert, wie er die Stimme hebt, wie er vor schädlicher Lebensweise warnt und die Befolgung seiner erprobten Ratschläge anempfiehlt, das alles trägt den Stempel tiefster Überzeugung an sich.“ –

Während nun das Abendbrot eingenommen wurde, spielte eine starke Zigeunerkapelle ihre sonderbaren Weisen ohne alle Notenvorlage. Doch Pfarrer Kneipp hielt es nicht lange aus und auch die verlockendsten Töne der ein schmeichelnden Musik konnten nicht hindern, dass er aufstand, ins Hotel zu „seinen Kranken“ ging und diese anhörte.

Das Murmeln der Donauwellen, die unter dem offenen Fenster des Schlafzimmers vorbeirauschten, hatte die beiden – von der 24-stündigen, heißen Fahrt ermüdeten – Reisenden bald in Schlaf gesungen. – Leider dauerte die köstliche Ruhe nicht lange, denn gleich nach 4 Uhr wurde wieder geweckt und zur Weiterfahrt gerüstet. Herr Dr. Bauer führte uns im Morgengrauen durch die prächtigen Anlagen, in deren Gebüschen die Nachtigall schlug und auf deren uralten Baumriesen eine Unzahl Pirole sich hören ließen, zum oberen Steg, wo ein kleiner, aber sehr flinker Donaudampfer uns aufnahm und rasch in die Nähe des Bahnhofes brachte.

Nun begann wieder eine lange Fahrt. Von Budapest windet sich der Zug allmählich hinauf in die Berge mit vielcn Kurven und Talüberschreitungen. Die landschaftlichen Bilder, an denen der Eilzug uns vorüberführte, hatten für Herrn Pfarrer Kneipp kein Interesse. Dagegen unterhielt er sich mit zwei jungen Gelehrten, die mit ihm über seinen Vortrag und seine Methode aufs Eifrigste diskutierten. Als diese uns nach einigen Stunden verließen, wurde die versäumte Nachtruhe etwas nachgeholt, zumal der Zug sich langsam durch die Gebirgstäler durchwand. –

In Ruttka sollte Mittag gemacht werden, aber der Zug hatte soviel Verspätung, dass die Zeit nur zum Trinken einer Tasse Kaffee reichte, und fort ging's wieder über das Jablunka-Gebirge und hinab in die schlesischen Gefilde, bis endlich abends 7 Uhr in Ratibor das Ziel der Tagesfahrt erreicht war. – Eine große Menschenmenge wartete schon am Bahnhofe, wo eine Deputation uns abholte und in ein Gasthaus brachte in welchem endlich einmal dem Magen sein Recht wurde. Kaum war eine Stunde seit der Ankunft vorüber und Hunger und Durst etwa gestillt, begann der Vortrag, der, mit einer kurzen Unterbrechung, bis 10 Uhr dauerte. Der Erfolg war – wie überall – der gleiche, und die lebhafte, freudige Teilnahme lohnte wieder den Redner.
Nach dem Vortrage kamen noch manche Kranke und die Stunde, welche man im trauten Kreise von Bekannten, die schon in Wörishofen zur Kur gewesen waren, zubringen wollte, wurde gestört, namentlich durch Frauen aus dem nahen Polen und Russland, die alle von dem Wundermanne aus Wörishofen Gesundheit für sich und noch ein Dutzend der Ihrigen wollten. Diese ließen sich nicht abtreiben, und wenn Kneipp auch ihre polnisch geschrienen Bitten nicht verstand, so konnte er es doch nicht übers Herz bringen, sie abzuweisen. Er ließ sich ihre Anliegen verdolmetschen und gab guten Rat, bis die Uhr uns mahnte, das Lager aufzusuchen, um wenigstens einige Stunden der Ruhe pflegen zu können. Denn am anderen Morgen sollte es gleich wieder weitergehen, und schon vormittags ein Vortrag in Breslau stattfinden.

In Breslau waren wieder viele Menschen auf dem Bahnhofe und auch ein Kneipparzt, der längere Zeit in Wörishofen geweilt hatte. – Die Fahrt ging zuerst zu dem großartigen Spital der barmherzigen Brüder, woselbst zunächst ein kaltes Bad genommen und dann ein großer Krankensaal besichtigt wurde. Auch bei Herrn Dr. Kerner wurde ein kurzer Besuch gemacht.

Nach dem Vortrage brachte uns der Zug wieder zurück über Brieg nach Neisse. Es geschah dies deshalb, weil in Breslau immer – d.h. auch zur Mittagsstunde – sich Zuhörer fanden, während im viel kleineren Neisse der Vortrag zur Vormittagsstunde nutzlos gewesen wäre. Dort wurde wieder zuerst ein Bad genommen, um Staub und Schweiß wegzuwaschen und frische Kräfte zu erhalten.

Das Empfangskomitee wollte ihm die Sehenswürdigkeiten der Stadt und Umgebung zeigen und ein reicher Fabrikbesitzer hatte seine Equipage bereitgestellt, aber sie hatten die Rechnung ohne den Pfarrer Kneipp gemacht. Wie in Ratibor und sonst überall nahm er statt dessen die Kranken vor, hielt den Vortrag, unterhielt sich nach demselben kurz mit den Gästen und begab ich wieder recht spät zur Ruhe. – Das war am 14. Juni. Am 15. wiederholte sich das Nämliche. – Nach einer verhältnismäßig kurzen Fahrt landeten wir in Liegnitz, woselbst vormittags Vortrag war.

Kaum dass wir nach demselben Zeit gehabt hatten, eine kleine Mahlzeit zu uns zu nehmen, ging's mit Eilzuggeschwindigkeit nach Görlitz. – Abends Vortrag. – Am 16. in aller Frühe entführte uns der Eilzug über Dresden das schöne romantische Elbtal hinauf über Aussig, Teplitz, nach Komotau in Böhmen, mit seinem berühmten, schmutzig-grauen Alaunsee. – Auch wir mussten so ein Alaunbad nehmen.

In Komotau war nun am 16. der letzte Vortrag und in derselben Nacht noch fuhren wir nach Eger, um den Berlin-Münchener Nachtschnellzug zu erreichen, was leider nicht gelang und den alten Herrn arg verstimmte. Er wollte eben schon mittags zu Hause sein, um seinen pfarramtlichen Pflichten nachzukommen, und so führte uns ein Postzug über Regensburg, München, Buchloe nach Türkheim, woselbst wir erst nachts anlangten und abgeholt wurden. Es ist unnötig, dass ich hinzufüge, wie überall dem Redner in feurigen Worten gedankt wurde und ihm die begeisterte Menge ein vielhundertstimmiges Hoch darbrachte.“ – Soweit die Schilderung Pfarrer Stückles.

Wahrlich, wenn man bedenkt, dass ein Mann, der das 70. Lebensjahr überschritten hatte, noch imstande war, derartige, schier übermenschliche Anstrengungen ohne wesentliche Gefahr für seine Gesundheit zu ertragen, so muss man staunen über die Kraft und Energie, die er besaß. Und Mancher wird im Hinblick auf die eigene Schwäche an das Goethe'sche Wort erinnert werden: „Mach's einer nach und breche nicht den Hals“.

Diejenigen kleineren Reisen, die Kneipp in die Nachbarschaft machte, sind selbstverständlich in dieser Aufzeichnung nicht mit einbegriffen, es sind nur die eigentlichen größeren Vortragsreisen, die er unternahm, um seine Methode auszubreiten und durch die Macht seiner eigenen Persönlichkeit zu stützen.

Zwei Reisen sind es, die uns alle noch besonders interessieren: eine kleine Reise nach München, die Msgr. Kneipp im Dezember des Jahres 1892 machte, und eine Reise nach Rom, die er im Februar des Jahres 1894 unternahm. Am 20. Dezember 1892 war Kneipp bei seinem Landesherrn [Prinzregent Luitpold in München], im Februar und März des Jahres 1894 beim obersten Kirchenfürsten in Rom.

Seine königliche Hoheit, Prinzregent Luitpold von Bayern, interessierte sich, seitdem die Kneipp'sche Bewegung größere Dimensionen anzunehmen begonnen hatte, für den Pfarrer Kneipp und seine Methode, zumal dem hohen Herrn nahestehende Persönlichkeiten die Ideen des schlichten Pfarrer Kneipp für richtig erkannt hatten und ich von Kneipp oder nach seiner Methode, behandeln ließen. Seine k. Hoheit, der Prinzregent, hatte den Wunsch, diesen interessanten Mann kennen zu lernen und es wurde dieser Wunsch dem Pfarrer Kneipp bekannt. Alsbald suchte Kneipp um eine Audienz nach, die ihm auch gewährt wurde, und am 20. Dezember 1892 wurde Seb. Kneipp, Pfarrer von Wörishofen, von seiner kgl. Hoheit, dem Prinzregenten Luitpold von Bayern, in Audienz empfangen.

Der hohe Herr war sehr gnädig mit seinem Landeskinde und erkundigte sich, wie es ihm gehe, und was er für Wünsche habe. Besondere Wünsche hatte Kneipp natürlich nicht, als nur den einen, dass seiner Methode der Fortbestand und die möglichste Verbreitung gesichert werde. Im Laufe der Rede richtete auch Prinzregent Luitpold an Pfarrer Kneipp, von dessen scharfem ärztlichem Blicke der Fürst gehört hatte, die Frage, was er von seiner Gesundheit hielte. Kneipp stellte seinem Landesherrn ein gutes Prognostikon und er hatte recht. Dann wurde Kneipp zur Hoftafel befohlen, an welcher er ebenfalls am selben Tage teilnahm. An derselben Hoftafel nahmen außer Kneipp auch noch einige Professoren der Medizin teil.

Im Hofberichte der „Münchener neuesten Nachrichten“ vom 20. Dezember 1892, Nr. 581 („Morgenblatt“) findet sich folgende Notiz:

Heute empfängt S. k. Hoheit der Prinzregent in Audienz: Freiherr von Pappus und Tratzberg-Ponikau; Frhr. v. Redwitz, Hauptmann; Graf du Moulin, Eckart, Polizeirat; Frhr. v. Seefried, Reg.- Sekr.; ferner: Graf Otting, Oberst a. D.; Weidner, Major z. D.; zugeteilt dem Generalstab, Graf Pükler-Limburg, Major a. D.; v. Gietl, Ministerialrat; Jos. v. Gietl, Kunstmaler; Kapraun, Verwaltungsgerichtsrat; Dr. Cornelius, Univ.-Prof.; Dr. Hertz, Prof. v. d. techn. Hochschule; R. Leitz, Akad.-Prof.; Albrecht, Prof. v. d. tierärztlichen Hochschule; Gerstenecker, Rektor, Regensburg; Dr. Hofmann, Rektor Gymnasium Bayreuth; Böcking, Kreisbauassesor; Heinzelmann, Postastr.; Kirsch, Kommerzienrat; Pfarrer Kneipp, Wörishofen; Frhr. v. Süsskind.“ –

In Nummer 582 finden wir: 20. Dezember. Heute ist Pfarrer Kneipp von Wörishofen zur Tafel bei S. k. Hoheit dem Prinzregenten geladen.

In Nummer 583 kommt der Bericht über die Hoftafel, welcher folgendermaßen lautet: Nr. 573 (21. Dezember) Morgenblatt.

20. Dezember. Zur Tafel bei S. k. H. d. Prinzregenten sind geladen: Dr. v. Baeyer, Geheimrat und Univ.-Prof., Rektor der Universität München; die Universitäts-Professoren Dr. Strümpell, Prorektor der Universität Erlangen; Dr. Angerer, Generalarzt à la suite des Sanitätskorps und Pfarrer Kneipp von Wörishofen.

Aus diesem Bericht geht unzweifelhaft hervor, dass außer den beiden anerkannten medizinischen Kapazitäten: Prof. Strümpell und Prof. Angerer, auch die Kapazität in der Hydrotherapie, der Pfarrer Kneipp eingeladen war.

Und Pfarrer Kneipp erzählte mir damals, dass Prof. Angerer speziell sich in sehr freundlicher und herablassender Weise mit ihm unterhalten habe, und du er unter anderem die Frage an ihn gerichtet hätte, wie viele Kurgäste er denn noch „draußen“ habe.

In Nr. 584 wird dann aus bester Quelle berichtet, dass die Schwester des Prinzregenten die Ursache gewesen sei, dass Pfarrer Kneipp bei Hofe empfangen wurde:

Nr. 584, 22. Dezember 1892:

21. Dezember. Pfarrer Kneipp beim Prinzregenten. Der Empfang des Pfarrer Kneipp von Wörishofen und seine Einladung zur Tafel beim Prinzregenten werden in der Stadt – wie begreiflich – vielfach besprochen. Eine Zeitung weiß schon zu melden, dass S. k. H. der Prinzregent die Kneippkur gegen ein begonnenes Fußleiden gebrauche. Wie wir aber aus bester Quelle erfahren, erfolgte der Empfang des weltberühmten Pfarrers am Hofe auf wiederholten Wunsch der Schwester des Prinzregenten, der Herzogin von Modena, welche den Herrn Pfarrer kennenzulernen wünscht. –

Mancherlei abenteuerliche Beschreibungen über das Benehmen Kneipps bei dieser Audienz sowie bei der Hoftafel, sind von missgünstigen und neidischen Menschen erfunden und in die Presse hineinbefördert worden.

Es sind diese törichten Fabeln auch zu Ohren seiner k. Hoheit des Prinzregenten gekommen, und es hat sich der hohe Herr sehr ungehalten darüber gezeigt, dass man solch unwahre Sachen erzählte; dann tat es ihm auch leid, dass der biedere Pfarrer Kneipp durch diesen seinen Besuch bei Hofe in solches Gerede gekommen war.

 

Monsignore Kneipp beim Papst.

Die eigentliche Veranlassung, dass Msgr. Kneipp eine Romreise machte, war mein Bruder, Msgr. Paul Maria Baumgarten, und zwar kam dies so: Mein Bruder, Dr. jur. P. M. Baumgarten, seine Zeichens Historiker, hatte sich in reiferen Jahren dem Studium der Theologie zugewendet und stand vor der Priesterweihe. Er war des Öfteren bei mir in Wörishofen zum Besuche gewesen, hatte Kneipp kennen gelernt, und dieser hatte für den jungen Gelehrten eine besondere Vorliebe gefasst.

Mein Bruder lud Kneipp nun zu seiner Priesterweihe und Primiz nach Rom ein und merkwürdigerweise sagte Kneipp nicht ab, sondern er versprach ihm fest, bei seiner Primiz zu assistieren.

Außerdem meinte mein Bruder, könne Msgr. Kneipp vielleicht beim heiligen Vater Audienz bekommen, und sich bei diesem für die Verleihung der Monsignoren-Würde bedanken. Herr Direktor Schmid wurde um Rat gefragt und er billigte durchaus den ganzen Plan.

So ward die Romreise angetreten am Donnerstag, den 15. Februar 1894; Kneipp war begleitet von Herrn Pfarrer Stückle und einigen anderen Personen. Ich selbst war mit meiner Mutter zu derselben Feierlichkeit bereits am Mittwoch, den 14. Februar, abgereist, und da wir früher angelangt waren, konnte ich, als Kneipp am Freitag, den 16. Februar, um 11 Uhr 30 Minuten nachts in Rom anlangte, ihn am Bahnhofe abholen.

Er wohnte während seines ganzen römischen Aufenthaltes mit seiner Begleitung bei den Kreuzschwestern in der Via San Basilio Nummer 8 und diese vortrefflichen Klosterfrauen besorgten aufs zuvorkommendste die Verpflegung und Beherbergung der ganzen Reisegesellschaft.

Am Samstag, den 17. Februar, fuhren wir zunächst hinaus in die lateranensische Basilika, wo wir von einem der Kanoniker auf eine Loggie geführt wurden, von der aus wir der ergreifenden Zeremonie – der Erteilung sämtlicher heiliger Weihen an verschiedene Kleriker – auf das Vorzüglichste folgen konnten.

Am Sonntag, den 18. Februar, morgens 6 ½ Uhr, fand das erste hl. Messopfer Msgr. Baumgartens in der Hauskapelle der Accademia dei Nobili Ecclesiastici statt und Msgr. Kneipp – seinem Versprechen getreu – assistierte dem Neopresbyter bei dieser feierlichen Handlung.

Dann kam in aller Eile ein Frühstück. Aber bereits warteten die Wagen, denn es galt, nach St. Peter zu eilen. Am 18. Februar 1894 fand in der Basilika des Apostelfürsten Petrus eine jener Funktionen statt, wie sie nur in Rom gefeiert werden können: Der Schluss des Jubiläumsjahres, dem Andenken an die im Jahre 1843 erfolgte Bischofsweihe Leo XIII. gewidmet, wurde festlich begangen. Zu dem Zwecke stieg Leo XIII. Aus seinem Palast herab in die Basilika, um inmitten seiner treuen Kinder dem Herrn das Opfer darzubringen.

Ich erzähle nun, was ich selber an Kneipps Seite erlebt habe: Eindrücke, die uns Beiden unvergesslich geblieben sind und von denen Kneipp gezehrt hat bis in seine letzten Stunden hinein. Msgr. Kneipp befand sich in einer Spannung, wie man sie selten bei ihm beobachtet hat, und als wir kurz vor 8 Uhr durch die Porta di Santa Marta in die gewaltigste aller Kirchen eintraten, da war er in fieberhafter Aufregung. Aber viel Zeit zum Besinnen blieb nicht; denn man wurde geschoben von den Nachdrängenden. Der Vorsorge meines Bruder verdankten wir ganz ausgezeichnete Plätze unmittelbar vor der Confessio.

Der gewaltige Dom von St. Peter war belebt wie nie und ein gewisses Murmeln, das sich zu einer mächtigen Wolke zu verdichten schien, glitt durch die weiten Hallen. Vierzigtausend Menschen erwarteten an diesem denkwürdigen Vormittage den Beherrscher der Kirche, um ihm ihre Verehrung und unerschütterliche Anhänglichkeit zu bezeugen.

Nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, schwoll plötzlich das Gemurmel der Menge an und einzelne Evvivarufe wurden laut; allein sie waren verfrüht. Die Nobelgarde marschierte auf, der Papst kam noch nicht. Einige Minuten großer Spannung vergingen; Aller Blicke richteten sich auf den Eingang der Sakramentkapelle. Und auf einmal, wie die Woge bei der Hochflut daher stürmt und alles mitreißt, so rissen auch die mächtigen Evvivarufe der begeisterten Menge unsere Herzen mit.

Als ein kleiner Punkt erschien in der Tiefe der Basilika Leo XIII., getragen auf der Sänfte des Summus Pontifex, voran ein glänzender Zug von Prälaten und Kardinälen. Das jubelnde, begeisterte Volk war unerschöpflich im Tücherschwenken, Evvivarufen und Kundgebungen. ,,Evviva il Papa!“ „Evviva il Papa re!“ „Es lebe der Papst!“ Es lebe der Papstkönig!“, das waren die Rufe, die immer und immer wieder an unser Ohr drangen, und es war tatsächlich unmöglich, sich dieser ansteckenden Begeisterung zu entziehen. Selbst frostige Beobachter, wie der Berichterstatter vom Berliner Tageblatt, wurden mitgerissen; er schrieb damals in seinem Festberichte, dass er solche Begeisterung bei keinem Potentaten je erlebt hätte.

Wir standen da, Kneipp und ich, erschüttert, begeistert, fassungslos. Man gab sich den Eindrücken hin und wurde vollständig durch die selben gefangen gehalten. Die Tränen stürzten aus unseren Augen und es war unmöglich, auch nur ein Wort zu wechseln.

So kam allmählich Leo XIII. näher und als die erlauchte Gestalt des edlen Priestergreises mehr und mehr sichtbar wurde und als man seine Gesichtszüge etwa genauer erkennen konnte, da bemerkte man, dass das wachsbleiche Gesicht Leben, und viel Leben hatte.

Er ward auf wenige Meter Entfernung an uns vorbeigetragen und in unmittelbarer Nähe abgesetzt, um zum hl. Opfer durch die Würdenträger angekleidet zu werden. –

Eine kurze hl. Messe, begleitet von einigen Gesangsvorträgen der weltberühmten Sänger von St. Peter, deren Leistungen von unvergleichlicher Schönheit und kristall-heller Reinheit des Stimmenmaterials zeugten; und dann verschwand Leo III. zu einer kurzen Danksagung und einem kleinen Frühstück in eine nahegelegene Privatsakristei. Hierauf bestieg er wiederum einen Thronsessel, um „Urbi et Orbi“ – den apostolischen Segen – zu erteilen.

Das andächtige Volk sank auf die Knie, die Stirne berührten den Boden und die Stimme des obersten Hirten der katholischen Kirche erklang kraftvoll und mächtig, als er rief: „Benedictio Dei omnipotentis“. Seine ohnedies große Gestalt schien zu wachsen, um gleichsam den Himmel mit der Erde zu verbinden. Dann verschwand der Zug. Er glitt dahin durch die weiten Hallen, wie er gekommen war, gleich einem Traumbild, das unsere Sinne auf kurze Zeit umfängt und dann verschwindet, ohne eine andere Spur zu hinterlassen als die Erinnerung. So blieb auch von dieser Feier jedem Teilnehmer eine Erinnerung, die kostbarer ist als Gold und Geschmeide. Man brauchte nach dieser Feierlichkeit tatsächlich eine kurze Zeit, um sich darüber klar zu werden, dass es nun vorüber sei und um sich wiederum zu sammeln für das Alltagsleben.

In musterhafter Ordnung entleerte ich die gewaltige Kirche, und kaum waren wir aus St. Peter heraus, so kamen auch schon einige Rotröcke, d. i. Alumnen des Collegium Germanicum, um den Vater Kneipp zu begrüßen. Nachdem dies geschehen war, gingen wir weiter und ich richtete an Kneipp die Frage: „Wie hat Ihnen denn jetzt eigentlich der heilige Vater gefallen?“ Er antwortete: ,,Es geht ihm derzeit nit schlecht.“ – ,Warum denn nicht?“ – „Die Ohren wären noch recht gut und das ist ein gutes Zeichen.“ –

Am Montag, den 19. Februar, wurde dem Obersthofmeister Msgr. Cagiano de Azevedo die Anwesenheit Kneipp's gemeldet und Dienstag abends kam schon der Audienzbefehl für Mittwoch, den 21. Februar, morgens 10 Uhr.

Mein Bruder, der bei dieser und allen nachfolgenden Audienzen als Dolmetscher zwischen Leo XIII. und Msgr. Kneipp fungiert hat, kam schon eine Stunde vorher zu Kneipp, um ihn mit allen einschlägigen Vorschriften und Gewohnheiten bekannt zu machen.

So fuhren die beiden dann zur festgesetzten Stunde zum Vatikan und man stieg an der Porta della Sentinella aus. Dann ging es durch den cortile della Sentinella, den cortile del pappagallo, den cortile di San Damaso, die scala nobile hinauf zu den päpstlichen Gemächern: Sala Clementina, Anticamera bassa, Anticamcra dei gendarmi, sala del cantone, sala degli arrazzi, sala della guardia nobile, Thronsaal.

Der maestro di camera lud die beiden nun ein, in die Anticamera segreta einzutreten, wo man wartete. Nach zehn Minuten schellte der Papst und sie wurden eingeführt.

Papst: „Baumgarten, avete portato Kneipp?“ Baumgarten: „Si, padre santo.“ – „Hier ist der große Wasserarzt und Wohltäter der Menschen.“ – Papst: „Bravo! - Also, das ist der Mann, von dem ich schon soviel gehört habe. Kommen Sie her, setzen Sie sich hier an meine Seite.“ – Diese Worte wurden gewechselt, während die vorgeschriebenen drei Kniebeugungen gemacht wurden und ein Jeder Fuss und Ring küsste. - Kneipp setzte sich ganz verschüchtert und ängstlich auf den angewiesenen Platz, Baumgarten blieb knien.

Zunächst allgemeine Unterhaltung über Wörishofen, die Pfarrei, die Kranken; dann – ohne dass Kneipp es natürlich verstand – erzählte Msgr. Baumgarten die Geschichte von den Ohren, vom Sonntag Früh in St. Peter. Der Papst erstaunte, und fragte zugleich: ,,Wie verhält sich das? Erzählen Sie mir Ihre Beobachtung genauer!“ – Kneipp sprach: „Wenn das Herz noch soviel Kraft besitzt, um das Blut bis in die feinsten Äderchen der entlegensten Körperteile zu treiben, dann steht's um die Gesundheit noch gut. Wenn darum bei alten Leuten die Färbung der Ohren noch rosarot ist, so ist dies ein gutes Zeichen für Gesundheit und Körperkraft. Wenn aber die Ohren gelb und schlaff werden, so fangen die Körperkräfte an, nachzulassen.“ –

Der Papst war über diese Antwort sehr zufrieden und bemerkte: ,,Das scheint mir ganz vernünftig. Sagen Sie mir einmal ganz genau, was Sie von meiner Gesundheit halten!“ Kneipp stellte darauf mehrere Fragen über Ernährung, Schlaf, Arbeit Bewegung, indem er den Papst auf das eingehendste musterte. Der Papst benutzte diese Gelegenheit, um seine ganze Lebensweise klar zu legen und dann wiederholte er seine Frage. Kneipp hielt einige Augenblicke inne und sprach dann mit Betonung: ,,Euer Heiligkeit haben eine so starke Konstitution, dass – wenn nichts Unvorhergesehene dazwischen kommt – Euer Heiligkeit noch sechs, sieben, acht und neun Jahre recht gut leben können; vielleicht auch noch länger.“ – Daraufhin machte die Spannung, die sich in dem Gesichte de Papstes ausgedrückt hatte, einer lebhaften Freude Platz und Leo XIII. sprach: „Ich danke Ihnen für Ihr Urteil; möge der liebe Gott es bewahrheiten! – Ich habe noch so viele Unternehmungen im Interesse der Kirche vor, dass ich wirklich, wenn es so der Wille Gotte ist, noch einige Jahre leben möchte, um dieselben, wenn auch nicht ganz auszuführen, so doch wenigstens in die Wege zu leiten.“ –

Im weiteren Verlaufe der Unterhaltung fragte der Papst, ob er auch eine Kaltwasserkur notwendig habe. Ohne zu zögern, antwortete Kneipp: „Nein, heiliger Vater, eine Kur ist nicht nötig, weil die Gesundheit noch gut ist; es könnte sich höchstens um einige Vorbeugungsmaßregeln handeln.“ Der Papst darauf: „Ich freue mich, das dem so ist. Wenn ich Sie das nächste Mal sehen werde, so wollen wir uns darüber unterhalten. Heute habe ich keine Zeit mehr, weil die Geschäfte zu zahlreich sind. Ich werde Ihnen sagen lassen, wann Sie wiederum zu mir kommen sollen.“

Kneipp wurde alsdann mit den Beweisen größter Huld und väterlicher Güte nach dreiviertelstündiger Audienz entlassen.

In der Anticamera segreta herrschte natürlicherweise ein lebhaftes Interesse für den Mann des Tages, der eine so lange Audienz gehabt hatte und die Herren vom engeren Dienste, die vorher schon den einfachen Landpfarrer mit größter Hochachtung begrüßt hatten, freuten sich, dass Kneipp auch beim heiligen Vater eine so außerordentlich auszeichnende Aufnahme gefunden hatte.

Beim Verlassen des apostolischen Palastes richtete mein Bruder folgende Frage an Msgr. Kneipp: ,,Jetzt sagen Sie einmal, Herr Prälat, wie kam es, dass Sie am Anfange der Audienz ganz verschüchtert waren und kaum niederzusitzen wagten und nachher, als der heilige Vater von seiner Gesundheit zu sprechen anfing, sich Ihr Gesichtsausdruck mit einem Male veränderte, Sie sich breit auf den Stuhl setzten und wie ausgewechselt waren?“ Und Kneipp antwortete: „Dees möchten's wissen? Schauen's, zuerst war er der Papscht und nachher war i der Papscht.“

Mittlerweile hatten sich von Montag an immer zahlreichere Kranke in der Via San Basilio bei den Kreuzschwestern eingefunden, die morgen und abends die Türe belagerten. Prälaten, Bürger, Aristokraten, Arbeiter, alle möglichen Leute kamen, um seinen Rat zu haben, der ihnen auch gerne erteilt wurde. Da Dolmetscher notwendig waren, wurde die Sache natürlich etwas umständlicher.

Samstag, den 24. Februar, kam morgen Nachricht aus dem Kabinet Seiner Heiligkeit, dass Kneipp um 3 Uhr nachmittags desselben Tages beim heiligen Vater sein sollte. Die Anticameren waren leer, weil nachmittags keine Audienzen stattzufinden pflegen. Der heilige Vater begrüßte Kneipp recht herzlich und dann folgte eine eingehende Unterhaltung über die Lebensweise des Papstes, über Essen, Trinken, Bewegung etc. Betreffend Vorbeugungsmaßregeln gegen Krankheiten sagte Kneipp, dass von Zeit zu Zeit eine kalte Waschung gut ein könne; alle anderen Anwendungen seien durchaus nicht am Platze, weil nicht nötig, und wegen des hohen Alters nicht angezeigt.
Der Papst stand damals bereits im 85. Lebensjahre. Darauf fragte der Papst, ob man dies auch

im Winter tun könnte. ,,Nun, natürlich“, erwiderte Kneipp, „das kann im Winter und Sommer geschehen“. Der Papst: „Um welche Tageszeit könnte ich das denn machen?“ Kneipp:

Am besten morgens vom Bett aus.“ Papst: „Nun gut, dann kommen Sie Montagmorgen 6 ½ Uhr und geben Sie mir die Anwendung, von der Sie reden.“ Noch einige weitere Besprechungen und Kneipp wurde entlassen.

Montag früh Punkt 6 ½ Uhr war Kneipp wieder in der Anticamera. Rom lag noch

in winterliches Dunkel gehüllt, zu Füßen des apostolischen Palastes. Die Dienerschaft eilte herbei, um Msgr. Kneipp einzuführen und der heilige Vater war sehr erfreut über seine Anwesenheit. Die Oberkörperwaschung wurde – trotz des Protestes des ersten Kammerdieners – unter Scherz und heiteren Bemerkungen des Papstes vorgenommen und daraufhin empfahl Kneipp dem heiligen Vater, zwei Stunden zu schlafen. Leo III. machte Einwendungen dagegen, indem er bemerkte, dass er um diese Stunde nicht schlafen könne, aber Kneipp sagte mit einer gewissen respektvollen Betonung: „Eure Heiligkeit werden jetzt 2 Stunden schlafen!“ Nun aber erwiderte der Papst nichts mehr und man ging.

Bei der dritten Audienz war Kneipps erste Frage, ob der Papst geschlafen hätte, worauf Leo XIII. antwortete: ,,Ich habe wider Erwarten zwei Stunden geschlafen und wenn jetzt die Arbeiten nicht gar so dringend wären und ich mehr Zeit hätte, würde ich die Waschung gerne wiederholen. Im Sommer geht das besser, da kann ich zuweilen etwas aufatmen von der Arbeit.“

Nun“, fuhr Leo XIII. fort, „will ich Msgr. Kneipp eine Geschichte erzählen: Ein römischer Kaiser war sehr alt geworden und da er sich in seinem hohen Alter noch immer außerordentlich rüstig und wohl fühlte, so fragten ihn seine Freunde, welche Mittel er dazu angewendet hätte. Nun sagte Jener: „Ich habe zwei Dinge angewendet: Ich habe täglich etwa guten Wein mit Honig genommen, und meinen Körper mit Öl gesalbt. Auf diese Weise bin ich stark und geschmeidig geblieben. Was halten Sie von diesen Mitteln, Msgr. Kneipp?“
Kneipp: „Das ist durchaus kein Wunder. Honig ist für alte Leute die beste Kraftkost und wenn man den Honig noch mit etwas gutem Wein vermischt, so kräftigt dies nur umso mehr. Ich habe überhaupt schon fragen wollen, ob Eure Heiligkeit auch den Honig mögen. Und mit dem Öl ist es auch klar. Wenn man das richtig macht, dann bleiben die Muskeln geschmeidig und es tritt in gewissem Umfange auch eine Art Ernährung durch die Haut ein. Es ist also ganz klar, dass der Mann auf diese Weise alt werden konnte.“

Papst: „Das ist nun sehr merkwürdig. Schon seit geraumer Zeit nehme ich jeden

Morgen zu meinem Frühstücke etwa Honig. Sie glauben also, dass dieses von Einfluss sein könnte?" Kneipp: „Natürlich. Und jetzt verstehe ich auch besser, warum Eure Heiligkeit noch so kräftig sind, weil Sie nämlich regelmäßig Honig gegessen haben.“

Papst: „Und was ist's mit den Öleinreibungen?“ Kneipp: „Ist auch recht gut, es muss nur einer verstehen, wie es gemacht wird.“ Papst: „Nun gut, zeigen Sie meinem Kammerdiener, wie es zu machen ist; wir wollen dann sehen, ob wir das anwenden können.“ Es beauftragte sodann der Papst Msgr. Kneipp, ihm für die nächste Audienz genau aufzuschreiben, wie die Speisen auszuwählen seien, was zu tun und was zu vermeiden sei, überhaupt alles zu Papier zu bringen, was er an hygienischen Maßregeln für ihn zu verordnen habe.

Als Kneipp auf diese Weise erfuhr, dass er nochmals zum heiligen Vater kommen solle, bemerkte er, es sei wohl Zeit für ihn, nach Hause zurückzukehren; seine Pfarrei und seine Kranken warteten auf ihn. Der Papst wollte davon nichts wissen, sondern lud ihn ein, bis nach dem 3. März zu bleiben. Am 2. März sei sein Geburtstag und große Gratulationskür, zu welcher er hiermit auch Kneipp persönlich einlade, am 3. März sei sein Krönungstag und große Funktion [großer Empfang] in der Sixtinischen Kapelle. Kneipp sträubte sich und bat, entlassen zu werden, worauf der Papst ihm erwiderte: „Schreiben Sie Ihren Pfarrkindern: Leo XIII. wünscht, dass Sie noch bleiben!“ – Dann schwieg auch Kneipp und fügte sich.

Am 2. März fand die Gratulationskour statt und es hatte der heilige Vater dem Msgr. Kneipp unmittelbar neben dem päpstlichen Throne, zur Seite des Kardinals Monaco la Valetta einen Platz angewiesen. Dieser Kardinal war erkrankt und hatte den Auftrag, die Glückwunschadresse zu verlesen.

Vor Beginn der Feier sandte der heilige Vater seinen ersten Kammerdiener hinaus in den Thronsaal und ließ bei Kneipp anfragen, was man dem Kardinal Monaco für Erfrischungen reichen sollte, damit ihn die Kräfte nicht verließen und die Aufregung ihm nicht zu sehr schade. Kneipp gab seine Anordnungen und sofort wurde das Notwendige aus der päpstlichen Küche herbeigebracht.

Der Papst antwortete auf die Adresse des Kardinalkollegiums mit einer langen, eindrucksvollen Rede. Kneipp war völlig gebannt von dem Zauber und der Gewalt des Redners, er verwandte kein Auge von ihm und studierte jeden Ausdruck und jede Bewegung. Späthin äußerte er sich: „Wenn ich gesagt habe, der Papst könne noch 6 - 8 Jahre leben, bevor ich ihn öffentlich habe sprechen hören, so sage ich jetzt, dass er leicht auch noch länger leben kann. Denn wer soviel Kraft und Energie in Sprache und Bewegungen hat und nach einer Rede von 25 Minuten noch über eine Stunde hunderte von Prälaten einzeln empfangen kann, der verfügt über außergewöhnliche Körper- und Geisteskräfte, wenn er auch schon 84 Jahre alt ist“

Am 3. März wohnte Kneipp der Krönungsfeier in der Sixtinischen Kapelle bei und es war ihm auch dort ein Ehrenplatz, gleich hinter der Schranke des Kardinalkollegiums, angewiesen worden. Inzwischen hatte Kneipp die Ratschläge und Vorschriften für den heiligen Vater sorgfältig ausgearbeitet und es waren dieselben dem heiligen Vater überreicht worden, der sie dem Koch und dem Kammerdiener zur Beobachtung und Darnachachtung [Beachtung] überwies. Die Abschiedsaudienz, zu welcher Kneipp alsdann befohlen wurde, gestaltete sich recht herzlich und zu gleicher Zeit feierlich. Leo XIII. fand viele Worte des Lobes für den schlichten Landpfarrer und da er glaubte, dass er vor Kneipp sterben würde, so gab er ihm den Auftrag, man solle in seiner Pfarrei in ganz besonderer Weise für die Seelenruhe des Papstes beten, welchem Kneipp in die er außerordentlichen Weise habe nahetreten dürfen. Mit Tränen der Rührung und des Dankes in den Augen, schied Kneipp alsdann aus den Gemächern des Summus Pontifex, um auf dem kürzesten Wege in seine heimatlichen Berge zurückzukehren.

Es bedeutete diese Reise nach Rom, der spezielle Segen des Papstes und der außerordentlich gnädige und herzliche Empfang, den Msgr. Kneipp dort fand, für ihn einen Wendepunkt in seinem Leben. Seit der Zeit hat sein Auftreten wesentlich an Sicherheit gewonnen und er war der festen Überzeugung, dass seine Methode gut sein müsse, da er in so besonderer Weise den Segen de Papstes erhalten hatte. Von dieser Zeit an sprach er recht häufig über einen Besuch in Rom und jedesmal schimmerte bei ihm die Hoffnung durch, dass nun auch seine Methode Bestand haben müsse, da ein so auffallender Segen sie begleitete.

In der Heimat angelangt, wurde ihm von seiner Gemeinde ein festlicher Empfang bereitet. Man zog hinaus und holte ihn ab, die Straßen des Dorfes waren geziert und die Häuser hatten Flaggenschmuck angelegt. Von allen Reisen, die Kneipp je unternahm, dürfte wohl diese von der einschneidendsten Wichtigkeit in sein Leben gewesen sein, sowohl was den Priester, als auch was den Arzt und den Menschen betrifft.

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Die großen und kleinen Reisen Prälat Sebastian Kneipps

 

1868

 

Herbst 1868 Pforzen (Vortrag über Bienenzucht; weiter Vorträge folgten)

Quelle: Mayer, Antonie: Die Kneipp-Familie, Limburg, 2009, S. 14; bezogen auf: S. 51 in: Baumgarten, Alfred: Biografische Studien, Berlin, Mai 1898, 263 S. Dort wird Lehrer Wechselfelder aus Kaufbeuren zitiert: „Durch seinen populären Vortrag vor mehr als 70 Zuhörern hat er Begeisterung für Bienenzucht und Liebe für die fleißigen Bienen zu wecken verstanden und im nächsten Frühjahr war ich sein eifriger Schüler. Ich scheute nicht den weiten Weg nach Wörishofen, den ich in jenem Sommer wohl fünfmal auf Schusters Rappen zurücklegte, um im Klostergarten dortselbst in zuvorkommenster, freundlichster Weise in die Geheimnisse des Bienenstaates eingeweiht und mit der Behandlung der Bienen vertraut zu werden. Msgr. Kneipp überließ mir eine Bienenwohnung mit Mobilbau und ein abgetrommeltes Volk, das ich hier in die Wohnung verbrachte als erstes Debut in der Bienenzucht. Mit Unterstützung des sel. Herrn Prälaten Kneipp wurde hier ein Bienenzuchtverein ins Leben gerufen – Mai 1870 – und hochw. Herr Kneipp war dessen erster Vorstand bis 12. Dezember 1877, da er zum Ehrenvorstand erwählt wurde.

 

1871

 

21.08.1871 Pforzen (Vortrag über Bienenzucht)
Thema: Die Arbeit am Bienenstand im Herbst und die Einwinterung der Bienen.
Quelle: S. 52 in: Baumgarten, Alfred: Biografische Studien, Berlin, Mai 1898, 263 S.

 

1872

 

21.11.1872 Pforzen (Vortrag über Bienenzucht)

Thema: Wie sind die Bienen im ersten Frühjahr zu behandeln, wenn sie nicht volksarm werden sollen!
Wie können die Stöcke gegen Wachsmotten und Räuber (Raubbienen) geschützt werden?
Quelle: S. 52 in: Baumgarten, Alfred: Biografische Studien, Berlin, Mai 1898, 263 S.

 

1874

 

15.10.1874 Pforzen (Vortrag über Bienenzucht, Kaninchenzucht und Landwirtschaft)

Msgr. Kneipp sprach vor mehr als 100 Bienenzüchtern aus dem südlichen Schwaben und Oberbayern
über „den rationellen Betrieb der Bienenzucht im Strohkorb“, der mit vielem Beifall aufgenommen
wurde. Quelle: S. 52 in: Baumgarten, Alfred: Biografische Studien, Berlin, Mai 1898, 263 S.

 

1877

 

18.09.1877 Pforzen (Vortrag vor der Kreisversammlung des schwäbischen Bienenzuchtvereins)

Über die Ursachen des geringen Erträgnisses der Bienenzucht in diesem Jahre und der Weisellosigkeit
vieler Völker. Wie kann die Kaninchenzucht mit Vorteil getrieben werden? Die besten Düngungsmittel
für Wiesen. Quelle: S. 52 in: Baumgarten, Alfred: Biografische Studien, Berlin, Mai 1898, 263 S.

 

1890

 

01.04.1890 München (Audienz bei Prinzregent Luitpold von Bayern)

 

Quelle 1: Ottobeurer Wochenblatt Nr. 14 vom 03.04.1890, S. 3:

Wörishofen, 30. März. Gestern begab sich der Hochw. Herr Domkapitular, päpstlicher Geheimkämmerer und kgl. Lyceal-Professor Dr. jur. et theol. Max Lingg aus Bamberg zu Hrn. Pfarrer Kneipp in Wörishofen, um denselben persönlich kennen zu lernen und ihm den Dank auszusprechen für die durch Anwendung der Kneipp'schen Kur wiedererlangte Gesundheit. Heute verließ der hochw. Herr Wörishofen wieder und reiste mit Herrn Pfarrer selbst nach Buchloe und von da in seine Heimat nach Nesselwang im Allgäu, währendHerr Pfarrer Kneipp zu Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten von Bayern in die Haupt- u. Residenzstadt sich begab.

2. April. Herr Pfarrer Kneipp wurde von S. k. Hoheit dem Prinzregenten in Audienz empfangen.

Quelle 2: Mayer, Antonie: Die Kneipp-Familie, Limburg, 2009, S. 17

 

22.04.1890 München (Vortrag)

29.04.1890 München (Vortrag)

 

Ottobeurer Wochenblatt Nr. 17 vom 24.04.1890, S. 3:
München, 21. April. Herr Pfarrer Kneipp von Wörishofen hat sich auf Andrängen seiner zahlreichen Anhänger entschlossen, morgen hier noch einen Vortrag über das Thema: „So sollt ihr leben!“ zu halten. Als Versammlungsort ist der große Saal des Münchener Kindel-Kellers bestimmt worden, da selbst die großen Räume der Centralsäle sich das vorigemal als unzureichend erwiesen und Hunderte wegen Platzmangel wieder umkehren mußten.

Ottobeurer Wochenblatt Nr. 18 vom 01.05.1890, S. 3:

Hochw. Herr Pfarrer Kneipp von Wörishofen hielt am 29. April Abends im Münchner Kindl-Keller einen zweiten Vortrag über sein Naturheilverfahren, für das sich ein ganz ungewöhnliches Interesse des Publikums kundgab. Seine zahlreichen Anhänger in- und außerhalb Münchens beabsichtigen, zum bevorstehenden 69. Geburtstage des Herrn Pfarrers ihm eine kunstvoll ausgestattete Adresse zu überreichen und zu deren feierlichen Übergabe am Donnerstag den 15. Mai (Christi Himmelfahrt) Früh 6 Uhr 20 Minuten einen Extrazug nach Wörishofen zu veranstalten. Auch die Betheiligung an dieser Kundgebung verspricht eine sehr lebhafte zu werden und finden die Theilnehmer-Karten starken Absatz. Damit aber das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werde, hat der Verschönerungsverein von Türkheim die sämmtlichen Festtheilnehmer zu einem großen Kellerfeste eingeladen, das am Nachmittag des 15. Mai auf dem herrlich gelegenen Kronenkeller stattfindet. Rückfahrt am nämlichen Abend mittelst Separatzuges.

Anfang Mai 1890 Mehrerau (Primizpredigt) u. Andelsbuch (Eröffnung d. „Kneippianeums“)

Quelle 1: Ottobeurer Wochenblatt Nr. 36 vom 04.09.1890, S. 3:

Reise-Erinnerungen aus Vorarlberg.

Auf dem Wege nach Andelsbuch begegnete ich einem Ehepaar, das ein 12jähr. gelähmtes Mädchen auf einem Karren zog. Die Karrer machten Rast und ich fand Zeit zu fragen wohin? woher? Die guten Leutchen sagten mir, daß sie aus dem „Kneippianeum“ in Andelsbuch kommen und Genesung für ihr Kind hofften, dann sprach der Mann in gehobener Stimmung: Vater Kneipp hat hier eine Anstalt im Mai eröffnet, welche unter Leitung des H. Dr. König steht und so gedeiht, daß bereits 100 Kurgäste hier sind und im Wasser sowie im Gras ihr Heil suchen. Wenn die gegenwärtige Witterung andauert, können die Herren und Damen bald auch barfuß im Schnee spazieren. –

Die Fremden haben hier eine treffliche Aufnahme sowie in Nachbarorten, daher wäre zu wünschen, daß der Überschuß der Patienten von Wörishofen, wo um 400 - 500 zu viel sind, nach Andelsbuch im Bregenzerwald in Vorarlberg wanderte. Dr. Königs Hotel ist vortrefflich und er selbst ein weithin beliebter und berühmter Arzt. –Dazu das gesunde Klima und die herrliche Lage; also auf nach Andelsbuch!

Quelle 2: Ottobeurer Wochenblatt Nr. 22 vom 29.05.1890, S. 3:

In Mehrerau hat derselbe jüngst eine Primizpredigt gehalten und wurde bei diesem Anlaß von zahlreichen Leidenden aus Bregenz und Umgebung consultirt. Von da begab er sich nach Andelsbuch im Bregenzerwald, wo er eine „Kneipp-Anstalt“ auf Bitten des Arztes und Bürgermeisters eröffnete und einen zweistündigen Vortrag hielt.

27.05.1890 Ottobeuren (Festpredigt bei der Lourdes-Feier.)

Ankündigung im Ottobeurer Wochenblatt Nr. 21 vom 22.05.1890, S. 3:
Lourdes-Feier. Auch in diesem Jahr werden die beiden Lourdesfeste feierlich begangen: das erste am Pfingstdienstag 27. Mai, das zweite am Feste Kreuz-Erhöhung den 14. Sept. – Am Pfingstdienstag wird der berühmte Wasser-Doktor der hochw. Herr Pfarrer Sebastian Kneipp von Wörishofen, wie ich aus zuverläßiger Quelle vernahm, die Festpredigt halten.

Bericht im Ottobeurer Wochenblatt Nr. 22 vom 29.05.1890, S. 3:

Lourdes Feier bei der Lourdes Grotte in Marienheim bei Ottobeuren.

Schon am Vorabend kamen viele Pilger, welche in den Gasthäusern sehr gute Aufnahme und Bedienung fanden. Am Festtag selbst waren die eifrigen Waller schon 4 ¼ Uhr früh bei den Beichtstühlen, eine wahre Freude für die Patres des Priorates. Allmählig rückten auch die neuen Pilger an, und zwar mit Rücksicht auf die äußerst ungünstige Witterung sehr viele, denn ein anwesender Weltpriester sagte: „Wenn bei diesem sehr schlechten Wetter so viel Pilger zusammen kamen, dann würden bei günstiger Witterung wenigstens noch so viel gekommen sein.“

Das Frühamt celebrirte Dr. honoris medicinse Hochw. Hr. Pfarrer Sebastian Kneipp von Wörishofen. Um 8 ½ Uhr hielt der „weltberühmte und allbeliebte“ Wassermann die Festpredigt über die „Barmherzigkeit Mariens“, die allgemein ansprach, erbaute und rührte, er bewährte da seinen Ruf als Missionär; dann folgte das Hochamt, welches ein Domherr aus Brünn in Mähren hielt: die Prozession nach der Grotte und die Predigt daselbst mußte wegen des heftigen Regens unterbleiben, was Hrn. Kneipp sehr unlieb war und auch die Pilger bedauerten es sehr. Übrigens fanden sich bis Nachmittag 3 Uhr ganze Schaaren von Pilger ein. Unter den geistlichen Gästen war auch ein Domherr von Wien, ein Priester aus St. Gallen und ein Hauskaplan einer adeligen Familie aus Mähren.

Der Regen war allerdings sehr unangenehm, allein es scheint, daß der Himmel dem berühmten Hydropathen von Wörishofen eine Ovation bereiten wollte und darum St. Peter einen allgemeinen „Oberguß“ für alle Pilger ordinirte. Übrigens feierte Herr Kneipp auch hier Triumphe, denn Viele wollten ihn sprechen aber er zog sich zurück, weil er schon um 1 Uhr Nachmittag zu seinen Patienten zurückkehren mußte, doch einer Patientin scheint durch ihn bedeutende Erleichterung geworden zu sein. (...)Möchte auch Ottobeuren bald ein Wasser-Kurort werden, es wäre auch ein materieller Vortheil für den Markt und in den Nebengebäuden, die an die Hofmühle grenzen, fände sich sicher Raum.

Die Lourdes-Feier betreffend muß ich noch erwähnen, daß dem Gründer der Grotte P. Hermann Koneberg O.S.B. sicher das Herz im Leibe gelacht, wenn er gesehen, daß sein Werk unter dem neuen Pfarrherrn nicht nur nicht im Niedergang begriffen, sondern immer noch mehr gedeiht.

Die Gewitterschäden mahnen die Gemeinden, ihren Vorfahren zu folgen und wieder Wallfahrtszüge nach Maria Eldern und Lourdes in Ottobeuren zu machen.

 

1891

 

24.05.1891 Immenstadt (zur Eröffnung der Kneipp-Einrichtung „Friedrichsbad“ des praktischen
Arztes Dr. Constantin Uherek)
https://www.kneippverein-immenstadt.de/verein/%C3%BCber-uns-chronik/

 

24.06.1891 (Johannis) Memmingen (Vortrag)

KBl., S. 226: „In Memmingen besteht eine Kuranstalt [Dr. Dierkes?], die jede Woche von einem Arzte
aus Wörishofen versorgt wird, und es ist dort zu den Sprechstunden immer ein ganz abnormer
Zudrang: circa 60- 70 Personen jedesmal.“

 

19. - 21.08.1891 Mehrerau bei Bregenz (zwei Tage zur Erholung im Zisterzienserkloster)
Vermutlich nicht von ungefähr führt ein „Sebastian-Kneipp-Weg“ in Richtung Klosteranlage
KBl., S. 226: „Pfarrer Kneipp ist am 19. dieses Monats behufs Erholung nach Mehrerau abgereist. Seine Abwesenheit hat in die Tagesordnung der Kurgäste eine nicht unbedeutende Lücke gerissen und sie um
die einzige Unterhaltung gebracht. Die Wandelbahn, die sich sonst jeden Nachmittag mit Kurgästen füllte,

ist leer und verlassen, weil der greise Vortragsmeister fehlt.“ Hintergrund zu Kneipps Beziehung zu
Mehrerau: Kneipp dürfte näher mit
Pater Wilhelm Gmeinder (22.10.1890 in Ottobeuren) bekannt
gewesen sein, der
Kapitular des Cisterzienser-Stiftes Mehrerau und mehrjährigen Hilfspriesters in
Ottobeuren“ war.
Vgl. Ottobeurer Wochenblatt Nr. 43 vom 23.10.1890, S. 2-4 / Vgl. Besuch Mai 1890.

 

30.09. - 07.10.1891 Trier (einige Eintragungen in Kurzschrift)

Der dortige Kneipp-Verein nimmt auf seiner Webseite keinen Bezug zum Besuch
https://www.kneipp-verein-trier.de/

KBl. 15.10.1891, S. 330: „Der hochwürdige Herr Pfarrer hatte am 30. vorigen Monats eine Erholungsreise angetreten, ist aber schon am 7. d. M. wieder zurückgekehrt. Diese Gelegenheit benützte er, um der
Schlussandacht in Trier, wo der Rock unseres Erlösers zur Verehrung ausgestellt war, beizuwohnen.
KBl. 15.10.1891, S. 330: „
Der heilige Rock von Trier und die Wunderheilungen. Von Max Lindner. Max
Hesse's Verlag, Leipzig.“
Vgl. S. 354 und 370, Dr. Neu.

 

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15. - 17.10.1891 Innsbruck (Erholungsaufenthalt und Vortrag am 16.10.1891)

Ausführliche Reisebeschreibung, s. Kneipp-Blätter 14.01.1892, S. 8 - 12 und
Ausgabe 28.01.1892, S. 25 - 27 und 170 sowie Jahrgang 1891, S. 388

 

08. - 09.11.1891 Ottobeuren und Stephansried (am 9.11. Weihe des Kreuzwegs am Grottenweg)

 

1892

 

18.04.1892 Wallerstein bei Nördlingen (Eröffnung der Naturheilanstalt „Bad Josephinum“, Dr. E.
Bayr, kurzer Hinwies in: Kneipp
-Blätter 05.05.1892, S. 135)

 

24. - 28.04.1892 Vortragsreise Salzburg – Linz – Graz – Wien

 

24.-25.04.1892 Salzburg (kein Vortrag)

25.04.1892 Linz (kein Vortrag)

26.04.1892 Graz (Vortrag)

27.04.1892 Wien (Vortrag im großen Musikvereinssaal)

Dazu Literaturhinweis: Constituierendes Comité des 1. Wiener Naturheilvereins (Hrsg.): Kneipp Vortrag üb. sein Naturheilverfahren. Geh. am 27. April 1892 im großen Musikvereinssaale zu Wien bei der Constituirg. d. 1. Wiener Naturheilvereins, Wien, Lest & Schwidernoch, 1892, 26 S., 30 Pf. (oder Heller …)

Ausführliche Reisebeschreibung, s. Kneipp-Blätter 19.05.1892, S. 153 - 157

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1892“ Schweiz-Reise

(genaues Datum und Ziele nicht bekannt; die Reise wird erwähnt in: „32 öffentliche Vorträge des hochw. Herrn Pfarrers Kneipp“, herausgegeben von Pater Friedrich Mayer, Linz, 1893) sowie – als vager Hinweis – in den Kneipp-Blättern vom 19.05.1892 auf S. 157

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31.05. - 01.06.1892 Würzburg (Vortrag am 31.05.1892)
Ausführliche Reisebeschreibung, s. Kneipp-Blätter 16.06.1892, S. 187f.

 

07.06.1892 Augsburg (Vortrag)

 

03. - 04.07.1892 Jordanbad bei Biberach (Vortrag am 03.07.1892)

Reisebeschreibung, s. Kneipp-Blätter 28.07.1892, S. 231f.

 

24. - 27.07.1892 Alcsúth / Ungarn (erstmalige Behandlung von Erzherzog Joseph v. Österreich)

Quelle 1: Vgl. eigener Bericht und Kneipp-Blätter, S. 146, S. 252, S. 312

Quelle 2: Mayer, Antonie: Die Kneipp-Familie, Limburg, 2009, S. 21: „Sebastian Kneipp wird vom Abt und Domherren J. Holdhazy schriftlich gebeten, zu Erzherzog Joseph von Österreich nach Alcsúth / Ungarn zur Behandlung eines Ischiasleidens zu kommen. Kneipp reagiert nicht auf dieses Schreiben, da er in Wörishofen viele Kranke hat. Erst auf das Schreiben des Bischofs von Stuhlweißenburg, Dr. phil. Steiner vom 19.07.1892 entschließt er sich, nach Alcsúth zu kommen.“
Quelle 3: 1. Österreichischer Kneipp-Bund (Hrsg.): Kneipp-Kongress in Salzburg vom 17. - 19.5.1968, S. 201 (zitiert bei Antonie Mayer, S. 19): „Schon nach dem ersten kalten Knieguss fühlt der Erzherzog Erleichterung. Sebastian Kneipp bleibt 36 Stunden in Alcsúth, die Kur wird nach seiner Weisung fortgesetzt. Erzherzog Joseph kommt mehrmals zur weiteren Behandlung nach Wörishofen und wird ganz geheilt.“
Auch: S. 39 in: Okic, Johann: Sieben Jahre in Wörishofen, Druck und Verlag von F. Pompejus, 1898

 

15.08.1892 Hundersingen (Primiz von Joseph Albert Wirth) – Biberach – Aßmannshardt
Quelle: Kneipp-Blätter 22.09.1892, S. 296f. (dort: „Hunderfingen“)

Quelle 2: Mayer, Antonie: Die Kneipp-Familie, Limburg, 2009, S. 22: „Pfarrer Kneipp wird von einer Primiz in Hundersingen von Kaiserin Eugénie von Frankreich telegrafisch nach Jordanbad bei Biberach a. d. Riß zu einer Konsultation gerufen.“ Als Quelle beruft sich Antonie Mayer auf S. 22 im „Wörishofener Kur-Anzeiger mit Fremdenliste“ Nr. 62, Borchert & Schmid, Kaufbeuren, 1892

 

02.09.1892 München (Behandlung eines „russischen Patienten“ u. von Elisabeth von
Österreich-Ungarn – „Sisi“)

Quelle für den „russ. Patienten“ (vielleicht nur zur Tarnung so genannt!): Kneippblätter 22.09.1892, S. 295

Quelle für die Behandlung von „Sisi“, S. 20 in: Mayer, Antonie: Die Kneipp-Familie, Limburg, 2009. Als Quelle beruft sich Antonie Mayer auf S. 15 im „Wörishofener Kur-Anzeiger mit Fremdenliste“ Nr. 64, Borchert & Schmid, Kaufbeuren, 1892

 

28. - 29.11.1892 Innsbruck (Erholungsreise; Vortrag am 28.11.1892)

Gedicht zum Thema „Reise“, Kneipp-Blätter 1892, S. 42/43
S. 252: „Unter den Kurgästen befindet sich auch
eine waschechte, kohlrabenschwarze Negerin.“

 

20.12.1892München (Audienz bei Prinzregent Luitpold von Bayern)
21.12.1892 München (Einladung „zur Hoftafel“ mit Prinzregent Luitpold von Bayern)

 

Quelle 1: Baumgarten spricht auf S. 154 davon, der Prinzregent habe Kneipp – „diesen interessanten Mann“ – kennenlernen wollen, obwohl Kneipp bei ihm ja bereits 1890 eine Audienz in München gehabt hatte.

Quelle 2: „Münchener neueste Nachrichten“ vom 20. Dezember 1892, Nr. 581 („Morgenblatt“) bis Ausgabe 584. In letzterer heißt es: „Eine Zeitung weiß schon zu melden, dass S. k. H. der Prinzregent die Kneippkur gegen ein begonnenes Fußleiden gebrauche. Wie wir aber aus bester Quelle erfahren, erfolgte der Empfang des weltberühmten Pfarrers am Hofe auf wiederholten Wunsch der Schwester des Prinzregenten, der Herzogin von Modena, welche den Herrn Pfarrer kennenzulernen wünscht.
Mancherlei abenteuerliche Beschreibungen über das Benehmen Kneipps bei dieser Audienz sowie bei der Hoftafel, sind von missgünstigen und neidischen Menschen erfunden und in die Presse hineinbefördert worden. Es sind diese törichten Fabeln auch zu Ohren seiner k. Hoheit des Prinzregenten gekommen, und es hat sich der hohe Herr sehr ungehalten darüber gezeigt, dass man solch unwahre Sachen erzählte; dann tat es ihm auch leid, dass der biedere Pfarrer Kneipp durch diesen seinen Besuch bei Hofe in solches Gerede gekommen war. “

Quelle 3: Mayer, Antonie: Die Kneipp-Familie, Limburg, 2009, S. 20

 

1893

 

16. - 17.01.1893 Barmen (heute Teil von Wuppertal; Vortrag am 16.01.1893)

Kneipp, Sebastian: Vortrag über natürliche Hygiene und Abhärtung von frühester Jugend an. Gehalten am Montag, den 16. Januar 1893, in den Sälen d. „Zentral-Hotel“ zu Barmen. Nach stenograph. Aufnahme herausgegeben vom Barmer Kneipp-Verein, H. Indernau's Nachfolger, Barmen, 1893, 36. S.

 

16. - 18.02.1893 Vortragsreise Mannheim – Heidelberg (lt. Baumgarten; nichts weiter bekannt)

 

16. oder 17.02.1893 Mannheim (Vortrag)

 

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27.02. - 01.03.1893 Vortragsreise Bozen (zu Bozen nichts weiter bekannt) – Meran – Brixen

 

27.02.1893 Meran (Vortrag)

28.02.1893 Brixen (Vortrag)

 

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13. - 15.03.1893 Vortragsreise Konstanz – Karlsruhe – Stuttgart

 

13.03.1893 Konstanz (Vortrag)

14.03.1893 Karlsruhe und Stuttgart (jeweils ein Vortrag)

Die „Naturkuranstalt Stuttgart“ (Christophstraße 2 E) brachte dazu eine schöne
Erinnerungsmedaille (aus Billon/versilbert) heraus. Oder ggf. 1896 ...

 

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10. - 14.04.1893 Vortragsreise Prag – Paulsdorf – Warnsdorf – Berlin

 

10.04.1893 Prag (Vortrag)

11.04.1893 Paulsdorf bei Reichenberg / Gablonz (Vortrag)

11.04.1893 Warnsdorf (Vortrag)

12. und 13.04.1893 Berlin (je ein Vortrag)

 

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18. - 20.05.1893 Vortragsreise Nürnberg – Fürth – Schweinfurt

 

18.05.1893 Nürnberg (Vortrag)

19.05.1893 Fürth (Vortrag)

19.05.1893 Schweinfurt (Vortrag)

 

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22.05.1893 Ottobeuren (Vortrag am Nachmittag des Pfingstmontags)

 

11. - 17.06.1893 Vortragsreise Budapest – Ratibor – Breslau – Neisse – Liegnitz – Görlitz – Komotau

 

12.06.1893 Budapest / Margareteninsel (Vortrag um 18 Uhr)

13.06.1893 Ratibor (Vortrag)

14.06.1893 Breslau (Vortrag am Vormittag)

14.06.1893 Neisse (Vortrag am Abend)

15.06.1893 Liegnitz (Vortrag am Vormittag)

15.06.1893 Görlitz (Vortrag am Abend)

16.06.1893 Komotau (Vortrag)

 

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20.08.1893 Rosenheim (Vortrag im „Kaiserbad“)

 

24.08.1893 Stephansried und Ottobeuren

 

10. - 14.09.1893 Vortragsreise Kleve – Düsseldorf – Köln – Koblenz – Heilbronn

 

11.09.1893 Kleve (Vortrag)

12.09.1893 Düsseldorf (Vortrag am Mittag)

12.09.1893 Düsseldorf (Vortrag am Abend)

13.09.1893 Koblenz (Vortrag)

Heilbronn (keine näheren Angaben bekannt)

 

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08. - 09.10.1893 Lindenberg im Allgäu (Vortrag am 08.10.1893)

 

20.12.1893 München (Audienz bei Prinzregent Luitpold)
Quelle: Baumgarten, S. 146

 

1894

 

15.02. - 08.03.1894 Rom – Genf

In Rom Primiz von Dr. jur. Paul Maria Baumgarten, vier Audienzen beim Papst (die erste davon lt.
Baumgarten S. 146 am 19.02.1894), Wasserkur beim hl. Vater angewandt, Vorträge und
Konsultationen gehalten

06.03.1894 Genf (Vortrag)

 

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24. - 26.04.1894 Vortragreise Augsburg – Salzburg

 

24.04.1894 Augsburg-Pfersee (Vortrag, vermutlich Badeanstalt Hans Ziegelgänsberger)

25.04.1894 Salzburg-Kreuzbückl (Vortrag)

 

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31.05.1894 Ulm (Vortrag)

 

15. - 16.07.1894 Reise Jordanbad – Ulm

 

15.07.1894 Jordanbad bei Biberach (Vortrag)

16.07.1894 Ulm (Konsultationen)

 

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05.08.1894 Ottobeuren (Festpredigt bei der Primiz von Joseph Mägerle)
Quelle: Ottobeurer Wochenblatt Nr. 32 vom 09.08.1894, S. 168 f.

 

09.08.1894 Augsburg-Pfersee (angebl. Vortrag; nichts weiter bekannt)

 

02.09.1894 Immenstadt (zweite Reise z. „Friedrichsbad“ des Dr. Uherek; vgl. Mai 1891)

 

30.09. - 06.10.1894 Vortragsreise Frankfurt/Main – Mainz – Köln – Elberfeld – Dortmund – Essen –

Krefeld – Mannheim

 

01.10.1894 Frankfurt (Vortrag, 14 Uhr)

01.10.1894 Mainz (Vortrag, 19 Uhr)

02.10.1894 Köln (Vortrag)

03.10.1894 Elberfeld (Vortrag am Vormittag)

03.10.1894 Dortmund (Vortrag am Abend)

04.10.1894 Essen (Vortrag um 12.15 Uhr)

04.10.1894 Krefeld (Vortrag um 20.30 Uhr)

05.10.1894 Mannheim (Vortrag um 20.30 Uhr)

 

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04. - 09.11.1894 Vortragsreise über Salzburg und Linz nach Steyr – Waldneukirchen – Linz –
Schärding – Hals (bei Passau) – Passau – Straubing

 

05.11.1894 Steyr (Vortrag)

06.11.1894 Waldneukirchen (Besichtigung der Wasserheilanstalt von Dr. Westreicher sowie
Ordination)

06.11.1894 Linz (Vortrag)

07.11.1894 Schärding (Vortrag)

08.11.1894 Hals (Besichtigung des „Bavaria-Bades“)

08.11.1894 Passau (Vortrag am frühen Nachmittag)

08.11.1894 Straubing (Vortrag)

 

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25.11.1894 Memmingen (Vortrag)

 

1895

 

03. - 10.02.1895 Vortragsreise Zürich – Freiburg (Schweiz) – Valance – Paris – Straßburg – Kehl

 

03.02.1895 Zürich (Vortrag)

Wasser tut's freilich! Oeffentl. Vortrag, geh. im kathol. Gesellenhaus in Zürich am 3. Febr. 1895, Zürich, C. Schmidt, 1895, 31 S.

04.02.1895 Fribourg (Besuch der Universität)

05.02.1895 Valence („Vortrag im vertrauten Kreise“)

06.02.1895 Paris („Vortrag im vertrauten Kreise“)

08.02.1895 Straßburg-Neudorf (Vortrag)

10.02.1895 am Vormittag über Kehl zurück nach Wörishofen

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07.03.1895 Ulm (Vortrag)

 

09.06.1895 Memmingen (Vortrag)

 

06. - 08.11.1895 Vortragsreise Pfaffenhofen/Ilm – Regensburg – Landshut

 

06.11.1895 Pfaffenhofen (zwei Vorträge)

07.11.1895 Regensburg (zwei Vorträge)

08.11.1895 Landshut (Vortrag)

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24. - 29.11.1895 Vortragsreise Villingen – Karlsruhe – Straßburg – Basel – Luzern

 

25.11.1895 Villingen (Vortrag um 9.30 Uhr)

25.11.1895 Villingen (Vortrag)

26.11.1895 Straßburg (Vortrag)

27.11.1895 Basel (Vortrag Burgvogteihalle)

Kneipp, Sebastian: Vortrag, geh. Mittwoch, d. 27. Novbr. 1895 in d. Burgvogteihalle
zu Basel. Hrsg. vom Kneippverein „Sanitas“ in Basel, Koehler, Basel, 1895, 22 S.

 

28.11.1895 Luzern (Vortrag)

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1896

 

08. - 14.03.1896 Vortragsreise Berlin – Hamburg – Münster – Aachen

 

09.-10.03.1896 Berlin(Vortrag um 20 Uhr in den Concordia-Festsälen in der Andreasstraße, vor mindestens 3000
Personen“
)

10.-11.03.1896 Hamburg(um 13 Uhr in Hamburg eingetroffen, „das neue Krankenhaus“ besichtigt, Vortrag im „Hermannsbad“ um 15 Uhr, anschl. Besichtigung der Kneipp'schen Heilanstalt Dr. Kuhlmann, dann Sprechstunde im Hermannsbad, am Abend „Kommers“ im Wintergarten des Konzerthauses Ludwig – mit Ansprache Alois Stückle – um22.30 Uhr traf Kneipp ein und hielt eine „längere Rede im Wintergarten“, „Scheidestunde“ war erst nach Mitternacht. Am 11.3. um 6 Uhr Morgenmesse, dann Sprechstunde, um 10 Uhr Hafenrundfahrt mit Besuch des Passagierschiffs „Palatia“, kurzer Besuch der Börse, 14.53 Uhr Abfahrt nach Münster.)

 

11.-12.03.1896 Münster(Ankunft 19 Uhr, Essen im Hotel „Westfälischer Hof“, zweistündiger Vortrag um 20.15 Uhr im Lortzing-Theater; am 12.3., anschl. „noch eine kleine Sitzung bei einem Glase Bier“ – verm. am Nachmittag – Fahrt nach Aachen)

 

12.-13.03.1896 Aachen(12.3. Vortrag um 20.30 Uhr vor einer „1500 Personen zählenden Versammlung in der Glashalle des zoologischen Gartens“, der auch „zahlreiche Kneipp-Freunde aus Belgien und Holland anwohnten“. Am 13.3. gab Kneipp am Vormittag einigen „Kranken, deren Leiden in den letzten Tagen durch den Arzt der hiesigen Kneipp-Anstalt, Herrn Dr. Adolph, festgestellt worden ist, Verhaltungsmaßregeln“. Besuch des Aachener Münster, am Nachmittag Abfahrt über Köln, Eintreffen in Wörishofen am 14.3.1896, mittags.)

Kneipps Vortrag in Aachen wurde in gedruckter Form veröffentlicht: Einfachheit, Mäßigkeit u. Abhärtung, Gottes- und Naturgebot. Nach d. Rede Kneipp's, geh. zu Aachen im „allgem. Kneippverein“ am 12. März 1896, J. Schweitzer, Aachen, 1896, 12 S.

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14.05.1896 Ottobeuren(Ausflug)

 

31.05 - 01.06.1896 Vortragsreise Schwäbisch Gmünd – (Bad) Mergentheim

 

31.05.1896 Schwäbisch-Gmünd (zwei Vorträge: um 16 und 20 Uhr)

01.06.1896 Mergentheim (zweistündiger Vortrag)

(Stuttgart?)

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28.06.1896 Augsburg (Gesellenverein)

29.06.1896 Augsburg (Festpredigt in St. Georg)

 

15.07.1896 Besuch bei einem Confrater (Ort nicht angegeben)

 

28.07.1896 Waal (Besuch einer Theateraufführung)

 

15.08.1896 Mindelau (Festpredigt anlässlich d. 25-jährigen Priesterjubiläums von Alois Stückle)

 

16. - 17.08.1896 Sulzberg südl. Kempten (Ausflug und Festpredigt anlässlich eines Priesterjubiläums)

 

23.08.1896 Stephansried und Ottobeuren (mit Kurgästen)

 

30. - 31.08.1896 Traunstein (Vortrag im „Höllbräukeller“am 30.08.1896)

Dr. Georg Wolf gründete 1889 am Klosterberg in Traunstein eine Kuranstalt mit 120 Betten.

Quelle: Traunsteiner Tagblatt, 20.09.2008; es wird der 31.08.1896 als Datum des Vortrags genannt.

Quelle 2: Traunsteiner Wochenblatt, 01.09.1896: »Der hochwürdige Prälat wurde von einer großen
Volksmenge, insbesondere Damen, empfangen. Die Abendmahlzeit wurde mit schön vorgetragenen
Liedern gewürzt.«

 

10.09.1896 Stephansried und Klosterwald (Besuche)

 

13.09.1896 Obergünzburg (Festpredigt)

 

11. - 16.10.1896 Vortragsreise Tuttlingen – Karlsruhe – Bergzabern – St. Ingbert – Kaiserslautern –
Speyer – Ludwigshafen

 

11.10.1896 Tuttlingen(Vortrag)

12.10.1896 Karlsruhe (Vortrag und Besuch des dortigen Kneippvereins)

12.10.1896 Bergzabern(Vortrag)

13.10.1896 St. Ingbert(Vortrag)

14.10.1896 Kaiserslautern(Vortrag)

15.10.1896 Speyer (Vortrag 13 Uhr)

15.10.1896 Ludwigshafen(Vortrag)

 

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19.10.1896 Waal (Vortrag)

 

09. - 13.11.1896 Vortragsreise St. Gallen – Einsiedeln – Dornbirn – Götzis – Lustenau

 

09.11.1896 St. Gallen (Vortrag 18 Uhr)

Kneipp, Sebastian: Vortrag, geh. Montag, d. 9. Novbr. 1896 im Saale d. Schützengarten in St. Gallen,
Scheitlin, St. Gallen, 1896, 32. S.

10.11.1896 Einsiedeln(Vortrag)

11.11.1896 Dornbirn (?; Vortrag; viel Kurzschrift, Datum durchgestrichen)

12.11.1896 Götzis (Vortrag vormittags)

12.11.1896 Lustenau (Vortrag 20 Uhr)

 

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1897

 

13. - 14.01.1897 Dillingen (zwei Vorträge am 13.01.1897)

 

05. - 06.03.1897 Ottobeuren (Requiem für Pater Godefrid Behr am 06.03.1897)

 

01.04.1897 Letzter öffentlicher Vortrag Kneipps in Wörishofen

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Die Grundlage dieser Aufstellung lieferte am 13.02.1989:
Antonie Mayer, Peter-Dörfler-Straße 41, Mindelheim
Frau Mayer hatte als Vorlage vermutlich die Liste im „Baumgarten-Buch“ von 1898.
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Gesamtverzeichnis des deutschsprachigen Schrifttums 1700 – 1910, bearbeitet von Hilmar Schmuck und Willi Gorzny, Band 77 Km-Koc, K.G. Saur-Verlag, München, 1983

 

Kneipp, Sebastian: Populärer Vortrag von Sebastian Kneipp, Prälat in Wörishofen, gehalten am 20. Mai 1893 in der Turnhalle des Turnvereins Nürnberg. Zum ehrenden Angedenken an den Reformator der Wasserheilmethode herausgegeben vom Kneipp-Verein Nürnberg. Druck von Beißwanger in Nürnberg.

 

Averbeck, Hubertus: Von der Kaltwasserkur bis zur physikalischen Therapie: Betrachtungen zu Personen und zur Zeit der wichtigsten Entwicklungen im 19. Jahrhundert, BoD – Books on Demand, 22.05.2013 – oder: Europäischer Hochschulverlag, 1196 Seiten, ISBN-13 : 978-3867417822, 119 Euro

Baumgarten, S. 229f:

27 auswärtige Kneippvereine hatten ebenfalls eigene Deputationen zur Teilnahme an den Beerdigungsfeierlichkeiten entsendet: Augsburg, Basel, Berlin, Bochum Budapest, Essen, Frankfurt a. Main, St. Gallen, Schwäbisch Gmünd, Hamburg, Hannover, St. Ingbert, Kaiserslautern, Karlsruhe, Kassel, Köln, Lindenberg, Lustenau, Mannheim, Memmingen, Salzburg, Schweinfurt, Speier [Speyer], Stuttgart, Tuttlingen, Wien, Würzburg.