12.08.2026 – partielle Sonnenfinsternis in Ottobeuren

Titel

12.08.2026 – partielle Sonnenfinsternis in Ottobeuren

Beschreibung

Am Abend des 12. August 2026 bildeten sich auf den westseitigen Hängen um Ottobeuren (z.B. zwischen Halbersberg und Langenberg oder in Brüchlins an der Kuppe zum Schachenweiher) lange Autoschlangen. Die angekündigte partielle Sonnenfinsternis ging in den Sonnenuntergang über, von den erhöhten Plätzen aus konnte man das Ereignis deshalb am längsten verfolgen.

In 62% der Jahre seit 2000 war es hier an diesem Tag bewölkt; doch wir hatten Glück: Die Wetterbedingungen waren ideal. So manch einer hatte noch die „SoFi-Brillen“ für die totale Sonnenfinsternis am 11.08.1999 aufgehoben, andere behalfen sich mit eine Lochkamera. (In den Geschäften waren die Schutzbrillen schnell ausverkauft.)
Die Profis unter den Fotografen wussten bereits vorab, wohin sie sich stellen mussten, um das Ereignis perfekt einzufangen – mit der Basilika im Bild. Ein spektakuläres Foto gelang Josef Rampp aus Guggenberg; sogar die Memminger Zeitung druckte es ab (14.08.26, Lokalteil, „Sonnenfinsternis löst Hype aus“).

Die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 war in Ottobeuren besonders eindrucksvoll, weil sie fast vollständig mit dem Sonnenuntergang zusammenfiel. Global handelte es sich um eine totale Sonnenfinsternis; der Totalitätsstreifen verlief jedoch weit nördlich von Deutschland. In Ottobeuren war deshalb nur eine sehr weit fortgeschrittene partielle Phase zu sehen. Manch einen Enthusiasten zog es deshalb bis nach Spanien.

der Verlauf in Ottobeuren:
Zeitpunkt (MESZ) Ereignis
19:23 Uhr Erster Kontakt – der Mond beginnt, die Sonnenscheibe zu bedecken
20:16 Uhr Maximum der Finsternis – etwa 91 % der Sonnenscheibe sind vom Mond bedeckt
ca. 20:30 Uhr Sonnenuntergang; die verfinsterte Sonne steht bereits sehr tief am Westhorizont
20:37 Uhr Rechnerisches Ende der partiellen Finsternis – in Ottobeuren allerdings bereits unter dem Horizont
Die örtliche Berechnung gibt für Ottobeuren eine Finsternisdauer von 1 Stunde und 14 Minuten an.

Das Entscheidende ist also: Das Maximum der Finsternis war in Ottobeuren noch vor dem Sonnenuntergang sichtbar. Die Sonne ging anschließend gegen 20:37 Uhr als sehr schmale Sichel unter. Genau dieses Zusammenspiel machte die Beobachtung außergewöhnlich: Die Finsternis fand nicht hoch am Himmel statt, sondern spielte sich unmittelbar über dem westlichen Horizont ab. Die Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren beschreibt deshalb den Sonnenuntergang als „verfinsterte Sonne“ bzw. als schmale Sichel am Horizont. Die Sternwarte hatte an diesem Abend selbst hochbetrieb und veröffentlichte eine weitere spektakuläre Aufnahme.

Was man tatsächlich sah
Zu Beginn um 19:23 Uhr war zunächst nur eine kleine Einbuchtung am Rand der Sonne zu erkennen. Im Verlauf schob sich der Mond immer weiter vor die Sonnenscheibe. Gegen 20:16 Uhr waren rund 89–91 % der Sonnenscheibe bedeckt – nur noch eine schmale, sichelförmige Sonnenscheibe blieb übrig.

Danach sank die ohnehin tief stehende Sonne weiter zum Horizont. Dadurch wurde die Situation besonders stimmungsvoll: Die schmale Sonnensichel näherte sich dem Horizont und verschwand schließlich gegen 20:30 - 20:37 Uhr hinter dem Horizont. Der rechnerische letzte Kontakt um 20:37 Uhr war daher von Ottobeuren aus nicht mehr als Sonnenfinsternis am Himmel zu verfolgen. Kurz gesagt: In Ottobeuren begann die Finsternis um 19:23 Uhr, erreichte um 20:16 Uhr mit rund 91 % Bedeckung ihren Höhepunkt und ging anschließend praktisch unmittelbar in einen spektakulären Sonnenuntergang über. Gerade die sehr tiefe, stark verfinsterte Sonne war das besondere Merkmal der Ottobeurer Beobachtung.

Auf Island konnte man – wie in Teilen Spaniens – eine totale Sonnenfinsternis miterleben. Zuletzt war das dort vor 600 Jahren der Fall. Wann es in Ottobeuren wieder so weit ist, findet man hier. Partielle Ereignisse sind gar nicht so selten, schon am 2. August 2027 und 3. Januar 2028 wiederholt sich das Schauspiel z.B.

Das tolle Foto am Anfang dieses Beitrags stammt – wie geschrieben – von Josef Rampp. Alle übrigen Fotos wurden von Helmut Scharpf an der Kuppe in Brüchlins aufgenommen.

Urheber

Josef Rampp, Helmut Scharpf

Quelle

Josef Rampp, Helmut Scharpf
Josef Rampp, Helmut Scharpf

Verleger

Josef Rampp
Josef Rampp

Datum

2026-08-12
2026-08-12

Rechte

noch in Klärung
noch in Klärung