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25.01.1926 - Erhebung der Klosterkiche zur Basilika


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Papst Pius XI. erhob die Abteikirche zur Basilika, genauer gesagt, zur Basilica minor (kleine Basilika). Mit dem Titel Basilica maior (Patriarchal-Basilika bzw. Erzbasilika) können sich die fünf Hauptkirchen Roms schmücken: St. Johann im Lateran, St. Peter im Vatikan, St. Paul vor den Mauern, Santa Maria Maggiore auf dem Esquilin und St. Laurentius vor den Mauern.

Der Titel Basilica minor wurde zunächst nur an Kirchen in Rom, dann in Italien und schließlich weltweit verliehen. Herausragende Gotteshäuser zeugen mit diesem Titel von der engen Verbundenheit des Papstes mit den Ortskirchen. Mit Vierzehnheiligen wurde 1897 erstmals eine deutsche Kirche zur päpstlichen Basilika erhoben, Ottobeuren war die erste in der Diözese Augsburg.

Auf Fahnen, liturgischen Geräten und im Siegel einer Basilika können als Symbol gekreuzte Schlüssel (claves decussatae) verwendet werden. Zu den Ehrenpflichten einer Basilika gehört es, an bestimmten Tagen den Gottesdienst besonders festlich zu feiern: am Fest der Kathedra Petri (22.2.), am Hochfest Peter und Paul (29.6.) und am Jahrestag der Wahl des jeweils regierenden Papstes (im Fall von Papst Benedikt XVI der 19. April).
Quellen: Ottobeurer Volksblatt vom 09.02.1926 und vom 22.06.1926 (s. Artikel auf dieser Seite) sowie Internetpräsenz der Pfarrei Ottobeuren - Link.

Der damalige Abt, Dr. Joseph Maria Einsiedler (geb. 24.11.1870 in Winneberg/Altusried, gest. 01.03.1955, Ottobeuren), gab die Erhebung im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes mit Te Deum am 07.02.1926 öffentlich bekannt. Das Te deum wurde anlässlich der 4. Wiederkehr des Krönungstages von Papst Pius XI. abgehalten. Zum Krönungstag (eigentlich der 12.02.1926) hat der Papst (die Papstwahl des Kardinals und Mailänder Erbischofs Achille Rattiam war am 06.02.1922, die Krönung am 12.02.1922) die Erhebung festgesetzt.

Dr. Einsiedler hatte sich - zusammen mit dem in Rom neu gewählten Abt-Präses der bayerischen Benediktinerkongregation - persönlich beim Papst dafür eingesetzt und ihm dabei auch Fotos gezeigt. Die Entscheidung fiel „nach Einholung des Gutachtens der Kardinäle der Ritenkongregation“. Die Bedeutung Ottobeurens als regionaler und überregionaler Wallfahrtsort - insb. zur Madonna von Eldern - war ein wichtiges Kriterium sowie die „Erkenntnis, dass diese Abtei durch Verteidigung des katholischen Glaubens und Reinheit ihrer Disziplin nicht geringe Verdienste sich erworben habe.“

Der Artikel aus dem Ottobeurer Volksblatt vom 22.06.1926 enthält die deutsche Übersetzung des Textes aus dem Amtsblatt des Vatikan (Acta apostolica sedis, S. 214 f.), das (auch heute noch) in lateinischer Sprache erscheint. Unterzeichnet ist die Erhebung von Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri. Der Artikel aus dem Volksblatt ist hier in Abschrift abrufbar, außerdem als Gegenüberstellung mit dem lateinischen Original - demnächst hier verfügbar!
Das Amtsblatt selbst finden Sie in der Kategorie Literatur & Führer.

Am 25.01.2020 - dem 94. Jahrestag der Erhebung - wurde die Basilika Ottobeuren noch mit zwei Insignien ausgestattet, „die 1926 vergessen worden waren“.