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20.07.1895 – Scherzkarten zur „Kneippkur“


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Wassertreten und Barfußlaufen riefen die Cartoonisten auf den Plan – schon zu Kneipps Lebzeiten. Hier beginnt eine Sammlung von Scherzkarten, die es noch viele Jahrzehnt gab. Sogar in Ottobeuren kamen sie ab 1954 zum Einsatz.

Die Serie beginnt mit einer Karte, die am 20. Juli 1895 vom mondänen belgischen Badeort Heist (heute: Knokke-Heist – damals „Heist sur Mer“ – an der Grenze zu den Niederlanden) nach Weilburg an der Lahn lief. Das frühe Datum ist ebenso ungewöhnlich wie die Darstellung des Wassertretens im Meer.

Nachdem die bei Güssen halbnackten Menschen nicht dargestellt werden konnten, behalf man sich mit Tierdarstellungen. So manche Karte war für die damalige Zeit durchaus anzüglich! Nicht ganz zu unrecht erwarb sich Wörishofen den Ruf des „sündigen Dorfs“, der Begriff des „Kurschattens“ machte schon bald die Runde.

Die Popularität Kneipps kann man sich auch an der Karte erschließen, die am 3. Juli 1896 von München nach Calbe (Saale) lief: Männer beim Besäufnis im Münchner Hofbräuhaus, darunter ein flotter Spruch. Es wurde vorausgesetzt, dass jeder Kneipp und den Ansatz der Kneippkur kannte! Auf der Karte Nr. 42 des bekannten Münchner Ansichtskartenverlags von Ottmar Zieher steht:
Gesund zu halten seinen Leib,
dazu gehört nach Pfarrer Kneipp,
der Unterguss und Oberguss,
sowie das Geh'n mit bloßem Fuß.
Hingegen mir dünkt angenehm,
wie hier im Bild, ein Kneippsystem,
es wär der höchste Hochgenuss,
ein solcher Hofbräu-Oberguss!

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