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1931  Zeichnung des Ulrichsbrünnele


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Die Abbildung des Ulrichsbrünnele (bzw. Ulrichs-Brünnlein oder Ulrichsbrunnen) lief im August 1935 als Ansichtskarte nach München. Vom Künstler ist rechts unten ein Kürzel („BM“) vermerkt; es handelt sich um den ehemaligen Klosterbruder - und Maler - Michael Müller; die Zeichnung selbst wurde 1931 angefertigt.

Bei der hier verewigten Wegkapelle handelt es sich um einen kleinen Nischenbau mit Satteldach und Traufgesims aus dem 17./18. Jahrhundert. Sie befindet sich südwestlich des Ämtergebäudes im Kneipp-Aktiv-Park und steht als Bayerisches Baudenmal (Nr. D-7-78-186-33) unter Schutz. Auf einer Wikipedia-Seite über Ulrichsbrunnen heißt es: „Ulrichsquellen gelten als heilige Quellen. Dem Quellwasser sagt man oft Heilkraft nach.“
Quellwasser lief schon einige Jahre nicht mehr, die Quelle war entweder trocken gefallen oder das Wasser ist versickert; teils hat man verucht, Wasser über eine neue Hangdrainage zu sammeln, trotzdem fiel die Quelle trocken. Im Zuge der Parksanierung 2012 hat man jetzt eine Leitung von der Wassertretstelle über den Wasserstein verlegt, der das Brünnele wieder mit Trinkwasser versorgt. Der Brunnen stammt vermutlich von 1706, dem Jahr, in dem auch der Ulrichsweiher angelegt wurde.

Hier geht es zu einer Wikipedia-Liste aller Ottobeurer Baudenkmale.

In der Beschreibung der am 23. Juni 2014 vom „Touristikamt Kur & Kultur“ herausgegebenen Schrift „Kneipp-Aktiv-Park“ heißt es zum Brunnen und Weiher:

DER ULRICHSBRUNNEN
Zum Ulrichsweiher gehört der Ulrichsbrunnen. Er erinnert an den heiligen Ulrich (890-973), ab 923 Bischof von Augsburg und der siebte Abt im Kloster Ottobeuren. Als unermüdlicher Wanderer in seinem Bistum verband er Seelsorge mit Fürsorge für die Armen. Die Legende erzählt, dass der heftig dürstende Ulrich einmal Gott innig um frisches Wasser anflehte und alsbald eine Quelle entsprungen sei, aus der heilkräftiges Wasser sprudelte. Die daraufhin im Mittelalter weit verbreitete Tradition der Ulrichsbrunnen und -quellen greift der Bildstock über dem Ottobeurer Brunnen auf, der wohl 1706 mit dem Ulrichsweiher errichtet wurde. Die Holzfigur des heiligen Bischofs Ulrich mit Stab und Mitra hinter einem Gitter schuf der Ottobeurer Klosterbruder und Holzschnitzer Felizian Lutz, OSB.

DER ULRICHSWEIHER
Seit 764 leben, beten und arbeiten die Mönche in Ottobeuren nach der Regel des heiligen Benedikt von Nursia. Aus dem Geist des Gebets und der Liturgie haben sie das Günztal urbar gemacht und bebaut. Rings um die Abtei gab es neun Klosterweiher [*], die den Wasser- und Fischbedarf der Mönche deckten oder Löschwasser bereit hielten. Übrig geblieben ist der Ulrichsweiher, der 1706 vor dem Torhaus der Klosterpforte angelegt wurde und nun vom Kneipp-Aktiv-Park umrahmt wird. Ein Holzdeck führt hinaus aufs „lebendige Wasser“. Die Ruhe und Weite des Wasserspiegels ist Gleichmut für das Auge, beruhigt die Seele und führt zu Gelassenheit beim Betrachter.

*Monika Kohler (geb. Kuhn) schreibt in ihrer Zulassungsarbeit von 1970 über die (sämtlichen) Fischweiher des Klosters Ottobeuren auf S. 37:
„1705 wurden 27 Weiher vom Kloster selbst bewirtschaftet, 1758 29.“

Siehe auch www.aktivpark-kneippland.de mit einem weiteren Flyer (09/2011).

Wer weitere Hinweise zur Geschichte des Ulrichsbrünneles geben kann, bitte melden. Bei Pater Maurus Feyerabend fand sich keine Aussage hierzu. Die von Pater Felizian Lutz geschaffene Ulrichsfigur ist Mitte der 1990er Jahre leider gestohlen worden und wurde durch ein Werk vom Ottobeurer Maler Diether Kunerth ersetzt (siehe drei Bilder vom 22. Juli 2013).
Das historische Bild von 1940/41 zeigt Wilhelmine Sirch (geb. 19.05.1937) mit ihrer Tante aus Ronsberg vor dem Bildstock, darin noch die ursprüngliche Ulrichs-Figur.
Das sehr stimmige Bild ganz rechts wurde als Ansichtskarte vom Fergg-Verlag herausgegeben (Best.-Nr. A 2215), ca. 1940.

Recherche, Zusammenstellung: Helmut Scharpf, 10/2020