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02.11.2020 – Der Neubau der Gemeindewohnungen in der Johann-Michael-Fischer-Straße bezugsfertig


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Die Johann-Michael-Fischer-Straße hat ihre Hausnummer 13 verloren. Aus den beiden Gemeindehäusern Nr. 13 + 15, die ca. 1956 entstanden sind, wurde ein großer Geschosswohnungsbau. Auch der Straßenraum wurde mit umgestaltet.

Ursprünglich wollte Architekt Franz Arnold die beiden alten Häuser mit einer Grundsanierung erhalten und umbauen. Damit hätte ein Teil der sog. »grauen Energie« gerettet werden können. Der Aufwand hierfür sowie die schlechte Substanz (vor allem die sechs Wohnungen von Haus 15) machten letztlich einen Neubau notwendig. Aus Kostengründen wurde auf den Bau einer Tiefgarage verzichtet, stattdessen wurden 16 oberirdische Parkplätze angelegt.

Die Diskussion um die beiden Häuser begann bereits 2014. Im Dezember 2015 legte der Architekt dem Bauausschuss verschiedene Kostenrechnungen vor (vgl. MMZ vom 15.12.2015), eine – einstimmige – Entscheidung fiel allerdings erst im Februar 2017 (vgl. MMZ, 25.02.2017). Zwischenzeitlich war eine Übertragung an die Spital-Stiftung sowie eine Beauftragung der Landkreiswohnungsbau vorgesehen.

Der Abriss erfolgte Ende 2019 (s. Fotos), die ersten Mieter konnten Anfang November 2020 einziehen. Aus diesem Anlass veröffentlichte die Marktgemeinde Ottobeuren im Memminger Kurier am 17.11.2020 folgenden Text:

Gemeindewohnungen Johann-Michael-Fischer-Straße 15
Bezahlbaren Wohnraum inmitten von Ottobeuren zu schaffen, war das Ziel eines Prozesses, der vor fünf Jahren seinen Anstoß fand. Architekt Franz Arnold und Klaus Engel seitens der Gemeinde Ottobeuren beschäftigten sich mit der Frage, ob dafür zwei Altbauten in der Johann-Michael-Fischer-Straße geeignet wären. Nach ersten Planungen stellte sich heraus, dass sich die Kosten der umfassenden Sanierungsarbeiten auf ungefähr 70 Prozent deren eines Neubaus belaufen würden. Als dann klar war, dass die übrigen 30 Prozent der 2,85 Millionen Euro Gesamtsumme durch einen Zuschuss des Kommunalen Wohnbauförderprogamms der Regierung von Schwaben gedeckt werden können entschied sich die Gemeinde für den Neubau.

Dieser wurde nun nach 17 Monaten Bauzeit im Oktober fertiggestellt. Dank intelligent entworfener Gestaltungselemente fügt sich der Neubau in das Wohngebiet ein. Die drei Wohnebenen werden durch eine farbliche Abhebung des obersten Stockwerks und durch ein nur leicht ansteigendes Dach optisch niedriger gehalten. Außerdem liegt der Frist im Vergleich zu den vorherigen Gebäuden zwei Meter tiefer. Auch erinnert der Bau vielmehr an zwei Gebäude, die durch den gläsernen Eingang miteinander verbunden werden, als an ein einzelnes, großes Haus. Dank dieser architektonischen „Kniffe“ passt sich der Neubau nicht nur gut in den Baubestand der Umgebung ein, sondern wertet diesen weiter auf.

Fünf der insgesamt 16 Wohneinheiten haben eine Terrasse und einen Gartenanteil im Erdgeschoss. Weitere zehn Wohnungen locken mit einem Balkon. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind allesamt barrierefrei. Eine davon ist sogar rollstuhlgerecht. Dank der verschiedenen Wohnungsgrößen findet hier jeder ob Familie, Pärchen oder Singel eine passende Einheit. Die Wohnungen haben ein zugehöriges Kellerabteil und Zugang zum Fahrradraum, der eigene E-Bike Ladestationen hat. Dass der Gemeinde und dem Architekten neben der sozialen Komponente ebenfalls die Regionalität und Nachhaltigkeit am Herzen lag, wird ebenfalls sichtbar. Größtenteils waren heimische Firmen am Bau beteiligt. Zudem wird das Gebäude mit einer Pelletheizung beheizt, die auf den regenerativen Heizstoff Holz setzt.

Fakten: • 16 Wohnungen auf drei Ebenen • Insgesamt 927 m² Wohnfläche • Vier barrierefreie Wohnungen und eine rollstuhlgerechte • 17 Monate Bauzeit • 2,85 Millionen € Gesamtkosten • 23 von 24 Gewerken wurden an heimische Firmen vergeben • 16 neue Stellplätze wurden geschaffen
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Fotos aus den 1950er Jahren sind in Arbeit!

Fotos: Markus Königsdorfer und Helmut Scharpf, Zusammenstellung 11/2020