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18.07.1926 – Das „Gasthaus zur schönen Aussicht“ in Guggenberg wird eröffnet


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Vor etwa 100 Jahren gab es noch eine ganz andere Dichte an Wirtschaften in und um Ottobeuren: Das „Gasthaus zu Jägersruh“ in Stephansried, den „Straßwirt“ (im gleichnamigen Ortsteil), den „Steiner“ in Wolferts, den „Mohren“ in Ollarzried, das „Gasthaus zur Einkehr“ in Betzisried oder die „Brieftaube“ in Ottobeuren, um nur einige zu nennen. Im Juli 1926 kam eine weitere hinzu: das „Gasthaus zur schönen Aussicht“ von Josef Laubacher.

Für Guggenberg war dies ein enormer Vorteil, schließlich fehlte bislang ein Dorfmittelpunkt bzw. eine Wirtschaft mit Stube und Saal. „Beim Laubacher“ – so war das Gasthaus überwiegend bekannt – trafen sich die Feuerwehr und die Schützen (Schützenverein „Edelweiß“ Guggenberg, mit Schießstand in einem rückwärtigen Gebäude), gab es Schlachtpartien, Holzversteigerungen oder Fastnacht-Unterhaltung. Für die Ottobeurer wiederum lag das Lokal günstig für einen Spaziergang mit Einkehr in dem offen verglasten Gastraum. Bei der Versteigerung von „20 Partien Stöcke“ durch Michael Hatzelmann wurde – am 04.10.1929 – erstmals der Name „Gastwirtschaft zur schönen Aussicht“ verwendet.

Das Haus steht noch genauso da wie zur Zeit der Eröffnung, wurde aber mustergültig renoviert und erhalten (Bauantrag: 25.07.1991). Die Wirtschaft befand sich im Nordteil, die Küche hingegen im Haupthaus, sodass die fertigen Speisen über eine Durchreiche in den Gastraum gereicht werden mussten. Die Gäste wurden mit einem herrlichen Blick auf Ottobeuren belohnt – der Name „zur schönen Aussicht“ kam nicht von ungefähr.

Schon kurz nach der Eröffnung kam es zu einem Todesfall, der den Betreiber durch den Tod seiner Frau Karolina am 22.02.1928 mit sieben Kindern zurückließ. Josef Laubacher heiratete später Walburga Laubacher (geb. Endres aus Bad Grönenbach-Thal), die nach dessen Tod 1957 die Wirtschaft weiterführte. Walburga Laubacher wurde im Ort respektiert und war insbesondere als Wirtin beim Schützenverein Edelweiß Guggenberg sehr geschätzt.
Das Bier wurde von der Brauerei Hirsch in Ottobeuren bezogen. Im Zweiten Weltkrieg gab es in den Gasträumen Einquartierungen von Fremdarbeitern (vgl. hier ein Foto aus dem 1. Weltkrieg), ob der Wirtschaftsbetrieb in der Zeit ruhte, ist nicht mehr bekannt.
Nach Walburgas Tod 1963 wurde die Gaststätte aufgegeben. Die auf dem Hof lebenden drei Schwestern führten bis Anfangs der 1970er Jahre zumindest noch die Landwirtschaft fort, seither sind die Wiesen und Felder verpachtet.
Von ursprünglich 13 aktiven landwirtschaftlichen Betrieben sind in Guggenberg 2021 noch ganze vier übrig geblieben.
Dr. Johann Laubacher aus Kempten, verbrachte seine Kindheit in Guggenberg und erzählte im Interview von den oben genannten Begebenheiten. Das Gasthaus „im Landhausstil“ war eine typische „Bauern-Wirtschaft“, das Haus wurde ca. 1990 verkauft.

Das Foto stammt wahrscheinlich vom Frühjahr 1931, ein Fotograf ist nicht angegeben. Die Ansichtskarte wurde als Werbeträger verkauft. Wer sich über die Straße wundert: Die Hauptdurchgangsstraße durch Guggenberg verlief nicht dort, wo die Staatsstraße 2013 heute verläuft, sondern durchzog den Ort und ging unmittelbar am Haus – mit kleiner Landwirtschaft – vorbei, um dann bei Haus Nr. 27 auf die heutige Straße zu treffen. Ein altes Hinweisschild („Straße aufgelassen“) erinnert an die Verlegung.

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Hier nun eine Zusammenstellung von Funden aus dem Ottobeurer Tagblatt 1926 - 1932 zur Wirtschaft und zur Familie:

Ottobeurer Tagblatt Nr. 5, Samstag, 08.01.1927, S. 4
Guggenberg, 8. Jan. [1927] Freiw. Feuerwehr. Die vorgestern im Laubacherschen Gasthause stattgefundene Generalversammlung der hiesigen Freiw. Feuerwehr erfreute sich eines zahlreichen Besuches seitens der Mitglieder. Der Vorstand, Herr Mayer Anton, Langenberg, richtete an die anvesenden Kameraden herzliche Worte der Begrüßung, wonach zur Abwickelung der Tagesordnung geschritten wurde. Nach Bekanntgabe des Kassenberichts durch den Kassier, Herrn Schneider-Langenberg, sprach der Kommandant, Herr Frick-Dennenberg, über die Tätigkeit im abgelaufenen Jahre und wurden hiebei auch die eingetretenen Schadenfälle 1925/26 besprochen. – Abends vereinigten sich die Angehörigen der Wehr zu einer Weihnachtsfeier, die einen schönen Verlauf nahm. „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr!

Ottobeurer Tagblatt Nr. 91, Freitag, 22.04.1927, S. 4
Ottobeuren, 22. April. Der Weiße Sonntag. „Laßt die Kleinen zu mir kommen!“, dieses Heilandswort findet am kommenden Sonntag wiederum feine Erfüllung, wenn die kath. Kirche die Unschuldigsten ihrer Glieder zum ersten Male zum Tische des Herrn führt. Festlich rüstet sich die Kirche zu diesem Feste und neben den Kindern erfüllt auch Eltern und Angehörige die reine Freude der Erstkommunikanten. Ein Tag tiefen, innerlichen Erlebens, der als leuchtender Punkt in der Reihe entschwindender Tage bleibt, …
Laubacher, Viktoria, Guggenberg …

Ottobeurer Tagblatt Nr. 264, Donnerstag, 17.11.1927, S. 7
Guggenberg, b. Ottobeuren, 17. Nov. Schützenwesen. Der hiesige Schützenverein hielt vergangenen Samstag, den 12. ds. Mts. im Laubacherschen Gasthause eine außerordentliche Generalversammlungen ab. Den Hauptzweck der Versammlung bildete der Anschluß an den Bayer. Schützenverband e.V. Im Auftrage des 1. Schützenmeisters, Herrn Lerchenmüller (Guggenberg), eröffnete der 2. Schützenmeister, Herr Anton Maier (Langenberg), die Versammlung, begrüßte den als Referenten bestellten 1. Gauleiter vom Gau 36, Herrn Forstverwalter Wölfle und den Gaukassier, Herrn Vögele, die als Gäste erschienenen zwei Schützenmeister vom Stammverein, wie auch die eigenen Vereinsmitglieder aufs herzlichste und erteilte dann dem Referenten das Wort. Dieser dankte für die Begrüßung und führte den Mitgliedern in 4 Hauptpunkten, nämlich: 1. Haftpflicht, 2. Persönliche Unfälle, 3. Sterbeprämie, 4. Allgemeines, die Notwendigkeit des Anschlusses an den großen Verband bezw. den Gau 36 vor Augen und schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung zum restlosen Beitritt; denn in diesem Falle laute die Parole: „Einer für Alle, Alle für Einen“. Hierauf dankte der 2. Schützenmeister für die Ausführungen mit dem Appell an die Mitglieder, durch Beitritt den Frieden und die Einigkeit, wie er bisher in dem Verein Edelweiß gewaltet habe, aufrecht erhalten zu wollen und endigte seine ausgezeichnete Rede mit dem altehrwürdigen Schützenspruch: „Sicheres Auge, sichere Hand und ein Herz fürs Vaterland.“
Nachdem nun fast alle anwesenden Schützen dem Verband beigetreten waren, begrüßte Herr Wölfle den neuen Gauverein mit dem Wunsche, dem deutschen Schützenwesen stets die Treue zu halten, dann wird die Geschichte einmal schreiben, daß es in vorderster Reihe die deutschen Schützen waren, die mitgeholfen haben am Wiederaufbau unseres Vaterlandes und deshalb gelte als unser Losungswort: „Alles für das deutsche Schützenwesen, alles für unser geliebtes Vaterland.“ Nun folgte ein sehr gemütlicher von Witz und Humor gewürzter Abend, der in später Stunde durch das gemeinschaftliche Lied: „Weh, daß wir scheiden müssen“ seinen würdigen Abschluss fand.

Ottobeurer Tagblatt Nr. 298, Donnerstag, 29.12.1927, S. 6
Schützenverein „Edelweiß“ Guggenberg.
Der Verein hält am kommenden Samstag (Sylvester) und Sonntag, den 1. Januar, in der Gastwirtschaft Laubacher in Guggenberg ein Kranzschießen ab. Schußzeit am Samstag von nachmittags 3 Uhr bis abends 10 Uhr, Sonntag von mittags 1 Uhr bis abends 6 Uhr, hernach Preisverteilung.
Die Schützen werden zu zahlreicher Beteiligung freundlichst eingeladen. Der Ausschuß.

Ottobeurer Tagblatt Nr. 2, Dienstag, 03.11.1928, S. 4
Guggenberg, 2. Jan.  Schützenverein „Edelweiß“. Weil es die Schützen recht wohl wissen, daß ein junger Verein dringend der finanziellen Unterstützung bedarf, drum fanden sie sich zum Kranzschießen unseres Vereins aus der ganzen Umgebung zahlreich ein, so daß sogar die Schießzeit verlängert werden mußte. Die durch den 1. Schützenmeister, Herrn Lerchenmüller, vorgenommene Preisverteilung ergab folgende Preisträger: 1. Dreier [Dreyer] Ludwig, Ottobeuren, 30 Ringe; 2. Boxler Matth., Schrallen 30; 3. Hölzle Ulrich, Böglins 29; 4. Albrecht Mich., Karlins 29; 5. Kohler Karl, Ottobeuren 29; 6. Hafner Blasius 29; 7. Albrecht Joh., Karlins 28; 8. Baur Mich., Ottobeuren 28; 9. Hölzle Leop., Langenberg 28; 10. Biebl M., Ottobeuren 28; 11. Mayer Georg, Langenberg 28; 12. Lerchenmüller Mich., Guggenberg 28; 13. Steiner Willh., Wolferts 28; 14. Filgis Bernhard, Ottobeuren 27; 15. Koch Thomas, Guggenberg 27; 16. Guggenmos M., Ottob. 27; 17. Benz Jos., Schellenberg 27; 18. Filgis Hans, Ottobeuren 27; 19. Prestel Josef, Böhen 27; 20. Schwank Joh., Schrallen 27; 21. Schwägle Jos., Ottobeuren 26; 22. Vögele Hans, Ottobeuren 26; 23. Mayer Ed., Ottobeuren 26; 24. Grimm Joh., Guggenberg 26; 25. Schwingenschlögel, Ottobeuren 26; 26. Linder Anton, Ottobeuren 25; 27. Branz Hans, Ottobeuren 25; 28. Schneider Josef, Langenberg 25; 29. Schalk Franz, Stefansried 25; 30 Mayer Fintan, Ottobeuren 25; 31. Wölfle Anton, Ottobeuren 24; 32. Rampp Josef, Guggenberg 24; 33. Maurus Alex., Guggenberg 23; 34. Koch Xaver, Guggenberg 23; 35. Veit Leop., Guggenberg 23; 36. Sigl Franz, Ottobeuren 23; 37. Thoma Hans, Langenberg 23; 38. Zettler Ludwig, Guggenberg 23; 39. Sixt Isidor, Guggenberg 23; 40. Schindele Jos., Guggenberg 23; 41. Angstwurm Anton, Ottobeuren 23; 42. Sayle, Ottobeuren 23; 43. Hölzle Anton, Langenberg 22; 44. Tschugg Ulrich, Wetzlins 21; 45. Laubacher Ludwig, Guggenberg 21; 46. Schneider Peter, Langenberg, 21; 47. Grimm Josef, Guggenberg 21; 48. Schropp Hans, Guggenberg 20; 49. Tschugg Anton,Wetzlins 19; 50. Koch Andreas, Stefansried 19; 51. Mayer Anton, Langenberg 19; 52. Laubacher Joh., Guggenberg 15; 53. Höbel Georg, Ottobeuren 14; 54. Maurus Georg, Guggenberg 14.

Der 2. Schützenmeister, Herr Anton Mayer [Maier?] (Langenberg), dankte den Schützenfreunden für die zahlreiche Beteiligung und drückte insbesondere seine Freude aus über die Anwesenheit der Schützenmeister der Nachbarvereine und des Gauleiters, Herrn Forstverwalter Wölfle. Sein Dank galt ferner den Bürgern der Gemeinde Guggenberg, welche durch ihre Spende die Durchführung des Schießens ermöglichten. Geselligkeit und echter Schützenhumor kamen nach der Preisverteilung zu ihrem Rechte, so daß der Anfang des neuen Jahres durch die Schützen ein ganz fröhlicher wurde. Auf ein andermal „Gut Schuß!

Ottobeurer Tagblatt Nr. 22, Freitag, 27.01.1928, S. 11
Guggenberg
Kommenden Sonntag, 29. Jan.
Fastnacht
wozu jedermann freundlichst eingeladen ist.
Josef Laubacher mit Frau.

Ottobeurer Tagblatt Nr. 24, Montag, 30.01.1928, S. 7
Ottobeuren, 30. Jan. Vom Sonntag. Tatsächlich könnten man zu der Meinung kommen, daß die Natur heuer nur einen Scheintog durchschläft, brachte uns doch der gestrige Sonntag wieder ein Wetter, das ans unmittelbar bevorstehende Frühjahr erinnern konnte. Einen Winter hatten wir in Wirklichkeit noch nicht, und gerade aus diesem Grund will uns die rücksichtsvolle Zurückhaltung nicht gefallen. Wissen wir doch, daß der Frühling in diesen Fälen meistens längr auf sich warten läßt. Dem Landwirt ist diese Witterung, nach der alten Regel, die er hier anwendet, auch nicht erwünscht, es heißt „Ein Januar ohne Schnee tut Wiesen, Feldern und Bäumen weh.“ Ebenso ungehalten über diese anormale Witterung sind die Fremdenverkehrsorte, die jetzt Saison hätten, wenn – ja wenn wir einen Schnee hätten. – Das frühlingshafte Wetter brachte gester eine große Zahl Spaziergänger auf die Beine, die man in der Umgebung beobachten konnte. Viele wanderten hinaus nach Guggenberg, wo in der dortigen Wirtschaft Laubacher Prinz Karneval regierte, und wo es auch recht lustig zugegangen sein soll. Andere wußten wieder auf andere Art dem „Scheinwinter“ seine Freuden abzugewinnen; auf jeden Fall war es lohnend, einige Stunden außerhalb des Hauses zu verbringen. Vielleicht können wir vom nächsten Sonntag als von einem Wintertag sprechen, wie er sein soll.

Ottobeurer Tagblatt Nr. 45, Donnerstag, 23.02.1928, S. 10
Guggenberg b. Ottobeuren, 23. Febr. Todesfall. Gestern Mittwoch schloß nach einer schweren Krankheit ein treusorgendes Mutterherz die Augen für immer. Frau Karolina Laubacher (geb. Zettler), Landwirts- und Schankwirtschaftsbesitzersehefrau von hier, erlag im Alter von 46 Jahren einer schweren Krankheit, die sie schon seit Monaten ans Krankenlager fesselte. Den allzufrühen Heimgang der Gattin und Mutter betrauert der hinterbliebene Gatte mit seinen 7 teils unmündigen Kindern, denen sich allgemeine Teilnahme zuwendet. R. I. P. – Die Beerdigung findet am Samstag den 25. ds. Mts. vormittags 9 Uhr in Ottobeuren statt.

Ottobeurer Tagblatt Nr. 52, Freitag, 02.03.1928, S. 9 (Kirchenanzeiger)
Aus der Armenseelenbruderschaft sind gestorben: Michael Weiß [Veteran von 1870/71, ehem. Schmiedemeister aus Eheim, gest. am 27.02.1928, ein Tag vor seinem 80. Geburtstag], Jakob Schiller [ebenfalls Veteran von 1870/71, gest. am 29.02.1928, 77 Jahre alt], Karolina Laubacher von Guggenberg [gest. am 22.02.1928] und Kreszentia Mayr [geb. Abröll, gest. am 24.02.1928 im Alter von 68 Jahren] von Dennnberg.

Ottobeurer Tagblatt Nr. 109, Samstag, 11.05.1928, S. 9:
Ottobeuren, 12. Mai. Veranstaltungen. Ein Missionsfilm, „Perle des Ostens“, gelangt heute Samstag abends 8 Uhr, morgen Sonntag vormittags 10 Uhr und abends 8 Uhr im Kloster zur Vorführung. In der Schießstätte findet am Sontag ab nachmittags 2 Uhr ein Übungsschießen des Jagdschutzvereins statt. Für Bienenzüchter ist auf Sonntag nachmittags 3 Uhr eine Versammlung ins Gasthaus „zur Sonne“ einberufen. Der Theaterverein hat auf morgen Sonntag, abends 8 Uhr, eine Wiederholung der Operette „Frühling der Liebe“ angesetzt. In den Lichtspielen laufen heute und morgen Sonntag abends 8 Uhr zwei Lustspiele. Ein Preisschafkopfen mit Wettpreis findet ab nachmittags halb 3 Uhr in der Gastwirtschaft Laubacher in Guggenberg und im Gasthaus „zum Rößle“ in Böhen statt.
Ottobeurer Tagblatt Nr. 187, Donnerstag, 16.08.1928, S. 4

Ottobeuren, 16. August. Der gestrige Feiertag Mariä Himmelfahrt wurde kirchlicherseits in der gewohnt festlichen Weise begangen. Sowohl während des feierlichen Hochamtes am Vormittag als auch beim Nachmittagsgottesdienste mit feierlicher Prozession war das Gotteshaus mit Andächtigen gefüllt – Hinsichtlich des Wetters stand der Feiertag noch im Zeichen der zahlreich den heißen Gewitter der letzten Tage, die den Menschen nach den heißen Wochen endlich die ersehnte Abkühlung und unseren Fluren die so notwendige Feuchtigkeit brachten. Während des Tages herrschte trotzdem wieder ziemliche Schwüle, die wieder ein gewitter ahnen ließ. Dessenungeachtet konnte man aber kleinere Ausflüge in die Umgebung riskieren. So der Männergesangverein, welcher seine Getreuen nach Karlins zu einem gemütlichen Treffen rief, wo sich in der Gastwirtschaft Albrecht unter den erschienenen Sängern mit ihren Angehörigen und Sangesfreunden fröhliches Sängerleben entwickelte. Andere Spaziergänger führte der Weg durch unseren herrlichen Bannwald ins nahe Wolferts, dort es sich unter dem Schatten der Bäume ebenfalls gemütlich sitzen ließ. In Guggenberg, wo anläßlich der Wirtschaftseröffnung Laubacher Konzert angesagt war, fanden sich wiederum zahlreiche Gäste ein. Die Mitglieder der Zwölfervereinigung Ottobeuren und Umgebung hatten sich nach Mindelheim zur Fahnenweihe der dortigen Vereinigung begeben. Bei letzterer Festlichkeit, die unter dem Ehrenvorsitz Sr. Exzellenz von Danner stattfand, feierte alte Kameradschaft Triumphe. Der Ausflugsverkehr innerhalb des Marktes war gestern nicht gerade stark, aber immerhin bemerkenswert. Das in früher Abendstunde aufziehende Gewitter dürfte von den fremden und auch einheimischen Ausflüglern gar manchen in unliebsamer Weise überrascht haben, jedoch darf zwar eine kleine Abkühlung nach der vergangenen Hitzeperiode nicht zu tragisch aufgefaßt werden. Wollen wir hoffen, daß der Witterungscharakter der letzten Zeit durch die Gewitter der letzten Tage endgültig eine Wendung erfahren hat, nach dem erwünschten Regen sehen mir dann gerne wieder Sonnenschein folgen!

Ottobeurer Tagblatt Nr. 229, Freitag, 04.10.1929, S. 12:
Stöcke-Versteigerung. Samstag, den 5. Okt., abends 5 Uhr werden in der Gastwirtschaft „z. schönen Aussicht“ (Laubacher) in Guggenberg 20 Partien Stöcke versteigert.
M . Hatzelmann

Ottobeurer Tagblatt Nr. 279, Dienstag, 03.12.1929, S. 8:
Guggenberg! Guggenberg! Morgen. Mittwoch den 4. Dezember
Kaffee-Kränzchen
wozu freundlichst einladen
Laubacher mit Frau.

Ottobeurer Tagblatt Nr. 18, Samstag, 23.01.1930, S. 6:
Guggenberg, 23. Jan. Fastnacht. In der Gastwirtschaft „zur schönen Aussicht“ (J. Laubacher) findet kommenden Samstag und am Sonntag die herkömmliche Fastnacht statt, worauf auch an dieser Stelle hingewiesen sei.

Ottobeurer Tagblatt Nr. 29, Mittwoch, 05.02.1930, S. 6:
Guggenberg. 5. Febr. Holzversteigerung. Auf die morgen Donnerstag, den 6. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr im Gasthause Laubacher dahier stattfindende Holzversteigerung der Gemeinde Guggenberg sei hiermit nochmals hingewiesen.

Memminger Volksblatt (= Ottobeurer Tagblatt) Nr. 63, 17.03.1931, S. 6
Erfroren aufgefunden. Ottobeuren, 17. März. Der im Alter von 48 Jahren stehende Landwirt Herr Theodor Rietzler von Betzisried wurde gestern Montag früh auf dem Wegs zwischen der Mühle und dem Sägewerk Schlichting in Eheim erfroren aufgefunden. Der auf so bedauernswerte Weise aus dem Leben Geschiedene befand sich am Sonntag abends in der Gastwirtschaft Laubacher in Guggenberg und trat mit Herrn Langegger von Hofs mit dem Schlitten des letzteren die Heimfahrt an. An der Abzweigung der Betzisreder Straße stieg Rietzler aus und hat von dort aus anscheinend — wohl infolge seiner starken Kurzsichtigkeit — die falsche Richtung eingeschlagen. Jedenfalls durch des Irrgang ziemlich ermattet wollte er ausruhen und dürfte am Wege eingeschlafen sein. Der Tod dürfte bei dem Unglücklichen erst kurze Zeit vor Auffinden der Leiche eingetreten sein. Er hinterläßt eine tieftrauernde Gattin und 4 Kinder. — Dis Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 18. März. vorm. halb 10 Uhr, mit darauffolgendem Trauergottesdienst statt.

[1932 – wiederum nur bis zum Ende des 1. Halbjahres – keine Laubacher-Treffer]

Recherche, Abschriften und Zusammenstellung: Helmut Scharpf, 12/2020