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1927  Paul Maria Baumgarten beschreibt Kneipps Besuch in Rom


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Nachdem Dr. Alfred Baumgarten 1892 von Koblenz nach Wörishofen übersiedelt war, wo er zum Wegbegleiter Sebastian Kneipps wurde, assoziieren wir ihn mit Kneipp und der Kneippkur. Nicht zu vergessen, die von ihm ein Jahr nach Kneipps Tod veröffentlichte umfangreiche „Biografische Studie“.

Weniger bekannt ist hingegen sein Bruder, Paul Maria Baumgarten (1860 - 1948), ein Kirchenhistoriker und Publizist, der seit 1887 in Rom lebte. Er stand in Kontakt zu bedeutenden Zentrumspolitikern wie Ludwig Windthorst, Ernst Maria Lieber oder Matthias Erzberger, war Mitwirkender des katholischen Verbandswesens und des politischen Katholizismus.
Kirchenhistorikern ist er ein Begriff, seine Werke sind gesuchte Nachschlagewerke. Kneipp-Anhänger kennen ihn bestenfalls als Bruder „unseres“ Alfred Baumgarten.

Im Februar und März 1894 jedoch findet sich eine Schnittmenge: Paul Maria wird am 17.02.1894 in Rom zum Priester geweiht, Sebstian Kneipp wird ab dem 21.02.1894 zu mehreren Audienzen bei Papst Leo XIII. geladen.

Der Papsbesuch wird von Alfred Baumgarten in der biographischen Studie natürlich behandelt. Über die Wirkung auf Kneipp schreibt er am Ende:
„Es bedeutete diese Reise nach Rom, der spezielle Segen des Papstes und der außerordentlich gnädige und herzliche Empfang, den Msgr. Kneipp dort fand, für ihn einen Wendepunkt in seinem Leben. Seit der Zeit hat sein Auftreten wesentlich an Sicherheit gewonnen und er war der festen Überzeugung, dass seine Methode gut sein müsse, da er in so besonderer Weise den Segen de Papstes erhalten hatte. Von dieser Zeit an sprach er recht häufig über einen Besuch in Rom und jedesmal schimmerte bei ihm die Hoffnung durch, dass nun auch seine Methode Bestand haben müsse, da ein so auffallender Segen sie begleitete.“
(Gesamttext siehe Seite zu Kneipps Reisen.)

Paul Maria Baumgarten widmet dem Papstbesuch Kneipps in seiner Selbstbiografie von 1927 hingegen ein ganzes Kapitel (Sebastian Kneipp bei Leo XIII, S. 263 - 297), das Sie hier abrufen können.
Das hier zur Verfügung gestellte Digitalisat (Sammlung Helmut Scharpf) umfasst nur Anfang, Inhaltsverzeichnis und das Kneipp-Kapitel. Nachdem das vorliegende blaue Cover - anders als andere Ausgaben - komplett schmucklos ist, wurde die Abbildung des Papstbesuchs verwendet. Paul Maria Baumgarten übersetzte das Gespräch, er kniet vor Papst Leo XIII., während Kneipp als Monsignore neben dem Pontifex sitzt.

Literaturzitat:
Baumgarten, Paul Maria: Römische und andere Erinnerungen, Neue Brücke Verlag Düsseldorf, 1927, 421 S.

Wer sich in die Lebensgeschichte von Paul Maria Baumgarten weiter vertiefen möchte, kann dies bei einer Vertrauten der Baumgarten-Familie tun:
Betz, Isa-Maria: Paul Maria Baumgarten - Deutscher Kirchenhistoriker und römischer Priester: Eine Annäherung an Leben und Werk, Verlag Dr. Kovac Hamburg, 01.02.2013, 322 Seiten, ISBN: 9783830068693

Von Dr. Alfred Baumgarten finden sich im virtuellen Museum mehrere Werke. Intellektuell konnte er mit seinem Bruder nicht mithalten (vgl. 1904 zu seinen Vortragsreisen).
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Sammlung und Zusammenstellung: Helmut Scharpf, 07/2022